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Künstlerische Darstellung der räumlichen und molekularen Faktoren in einer Nische (Bild: Universität Basel)

Künstlerische Darstellung der räumlichen und molekularen Faktoren in einer Nische (Bild: Universität Basel)

30.08.2019

Basler Forscher entschlüsseln Vermehrung von Stammzellen

Wissenschaftler der Universität Basel haben herausgefunden, warum sich Stammzellen mit zunehmendem Alter nicht mehr vermehren. Dabei haben sie auch entdeckt, wie dieser Ruhezustand aufgehoben werden kann, wodurch Möglichkeiten für neue Behandlungsformen entstehen.

In der Forschung gilt es heute als sicher, dass im menschlichen Gehirn Stammzellen vorkommen, wodurch dort neue Nervenzellen gebildet werden können, heisst es in einer Medienmitteilung der Universität Basel. Diese Stammzellen verfallen mit zunehmendem Alter der jeweiligen Person jedoch in einen Ruhezustand. Forscher um Verdon Taylor am Departement Biomedizin der Universität Basel haben nun herausgefunden, warum die Stammzellen in diesen Ruhezustand eintreten.

Die Basler Wissenschaftler haben dazu den Notch2-Signalweg untersucht, der zentral für die Stammzellenaktivität im Gehirn ist. In ihrer in „Cell Reports“ veröffentlichten Studie zeigen die Forscher, dass der Notch2-Signalweg die „Expression eines bestimmten Transkriptionsfaktors namens Id4 kontrolliert“. Einmal exprimiert, würde Id4 die Teilung von Stammzellen und auch die Produktion neuer Neuronen im Hippocampus hemmen, führt die Universität weiter aus. Da der Notch2-Signalweg mit zunehmendem Alter des Gehirns in einen „dauerhaften Zustand der Hyperaktivität“ eintritt, würde er somit als molekulare Bremse für die Stammzellenaktivität fungieren.

Auf Basis dieser Erkenntnisse haben die Forscher am Beispiel einer erwachsenen Maus untersucht, wie diese Bremse aufgehoben werden kann. Durch eine entsprechende Manipulation des Signalweges ist ihnen dies auch gelungen, die Produktion neuer Nervenzellen konnte gezielt stimuliert werden. Da die meisten Organismen über den Notch2-Signalweg verfügen, erhoffen sich die Basler Forscher, dass ihre Erkenntnisse auch auf den Menschen übertragen werden können. „Auf diese Weise könnten in Zukunft möglicherweise Hirnschäden, wie sie durch degenerative und neuropsychiatrische Erkrankungen entstehen, repariert werden“, so die Universität Basel.

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