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CLA SA (img: Franziska Zenger)

CLA SA (img: Franziska Zenger)

03.12.2018

«Die grosse Herausforderung ist die Innovation und ein gutes Verständnis für die Bedürfnisse der Kunden»

Patrick Fleury, Mitinhaber der CLA SA - Clinical Laboratory Automation SA in Delémont, über seinen Karriereweg als Unternehmer im Jura vor.

Franziska Zenger: Was war Ihre Motivation, ein eigenes Unternehmen zu gründen?

Patrick Fleury: Als ich bei der Flowtech AG beschäftigt war, wollte ich in die Selbstständigkeit einsteigen und suchte nach einer Stimme in dieser Richtung. Dank Herrn Füeg, dem ehemaligen Direktor des EHMP in Porrentruy, erhielt ich ein Treffen mit Herrn Froreich, der eine neue Firma in der Schweiz gründen wollte. CLA SA - Clinical Laboratory Automation SA - ist ein Unternehmen, das Ausrüstungsmaschinen entwickelt, entwirft, fertigt, montiert, verkauft und einen Kundendienst-Service anbietet. Diese Maschinen sind hauptsächlich für die Mikrotechnikbranche bestimmt, insbesondere im Bereich medizinischer Komponenten und der Uhrmacherei.

Was sind Ihre Spezialgebiete?

Unser Fokus liegt ausschliesslich auf Kleinstteile. Die ideale Grösse von Teilen, die transportiert und / oder gemessen werden können, entspricht der Grösse einer Uhr und besitzt ein maximales Gewicht von 300 Gramm.
Wir stellen 3 Produkttypen her, nämlich SMS-Transportsysteme, die als Ergebnis durch die Zusammenarbeit mit Herrn Froreich im Analyselaborbereich entstanden sind. Diese Technologie wurde dann für verschiedene Arten von Komponenten angepasst. Wir fertigen Messgeräte zur Bestimmung physikalischer Grössen (z. B. Kräfte, Drehmomente, kurze Distanzen, Bauteile, Funktionen usw.) für den Mikrotechnikbereich. Die dritte Produktart betrifft die Robotik, bei der wir die Verbindung zwischen einem Prozess und einem Transportsystem herstellen, um Komponenten oder Teile zu handhaben.
Um das Ganze zu verwalten, wird eine Software benötigt, um diese Geräte zu steuern. Wir entwickeln und stellen alle unsere Produkte selbst her hier in Delémont.
Im Jahr 2002 haben wir das neue Gebäude an der Route de la Communance 49 in Delémont gebaut. Wir sind dort 2003 eingezogen und verfügen über 900 m² Büros sowie eine Produktions- und Montagehalle von 1300 m².

Wer ist Ihre typische Kundschaft?

Wir haben eher eine Schweizer Nischenkundschaft, die viel in den Bereichen Medizin, Mikrotechnik und Uhrmacherei arbeitet. Speziell für die Handhabung und alles, was Kleinteile betrifft.
 
Wie viele Mitarbeiter hat Ihr Unternehmen derzeit?

Momentan arbeiten 34 Mitarbeiter bei der CLA. Wir bilden Lehrlinge – mindestens 1 Mitarbeiter pro Jahr – aus, und je nach Verfügbarkeit der Mitarbeiter und der wirtschaftlichen Situation bilden wir auch Automatiker aus. Alle unsere Mitarbeiter sind ausgebildet und fast die gesamte Mitarbeiterschaft ist qualifiziert oder hochqualifiziert. Wir haben ein breites Spektrum an Fähigkeiten und Berufen in unserem Unternehmen: Mechaniker, Mikromechaniker, Maschinenbau- oder Elektronikingenieure usw. Auch das kaufmännische Personal hat mindestens eine kaufmännische Ausbildung oder einen Abschluss von der HEG.

Patrick Fleury (img: Franziska Zenger)

Haben Sie Schwierigkeiten, regionales Personal zu finden?

Ja, wir haben enorme Schwierigkeiten, regionales Personal einzustellen, insbesondere für Positionen mit hohem Anspruch, für die zum Beispiel Ingenieure gefragt sind. Wir haben auch sehr grosse Schwierigkeiten, gute Mechaniker zu finden. In unserem Unternehmen beschäftigen wir drei Grenzgänger, die auf Maschinen Präzisionsmechanik machen.
Andererseits haben wir in der Administration sehr gute Kandidaten; die jungen Arbeitskräfte sind gut ausgebildet.

Was sind die aktuellen Themen in Ihrem Unternehmen? Ist Industrie 4.0 ein zentrales Thema Ihrer Entwicklungsstrategie?

Um ehrlich zu sein: Für mich hat das Thema Industrie 4.0 seinen Ursprung eher im Marketing. Jede Komponente, die in unserer Fabrik gefertigt wird, wird von Anfang an nachverfolgt. Wir können also sagen, dass wir seit Beginn unserer Tätigkeiten Industrie 4.0 anwenden.
 Die aktuellen Themen in unserem Unternehmen betreffen eher die Fähigkeit, auf die Produkte, die entwickelt werden, zu setzen und kontinuierlich Innovationen zu erarbeiten, um neue und innovative technologische Lösungen hervorzubringen. Die grosse Herausforderung ist die Innovation und ein gutes Verständnis für die Bedürfnisse der Kunden.
 
Was sind die nächsten Schritte in Ihrem Unternehmen?

Wir möchten weitere Produkte in der Mikrotechnik entwickeln. Unsere Produkte haben derzeit eine Lebensdauer von 10 bis 15 Jahren. Wir müssen fähig sein, bessere und kostengünstigere Lösungen für die Kunden bereitzustellen, und all dies muss energetische Wirkungen berücksichtigen.
Ich bin strikt dagegen, eine riesige Maschine zu entwickeln und bauen, um ein mikroskopisches Teil zu fertigen. Es ist daher aus technologischer Sicht notwendig, eine Lösung zu finden, die an die Grösse der zu fertigenden Komponenten angepasst ist.
 
Wo sehen Sie das Unternehmen in 5 Jahren?

Ich hoffe, dass wir unsere Aktivitäten immer weiterführen können und wir den Markt ausbauen, vor allem in der Deutschschweiz. Ich möchte zusätzlich frisches Blut für die Managementebene holen. Wir brauchen Leute, die eine neue Vision bringen.

Das Gespräch führte Franziska Zenger, Creapole SA

 
Zur Person
 
Vor seiner Tätigkeit bei der CLA arbeitete Patrick Fleury in Zug bei Landis & Gyr, einem auf Elektrizitätszähler spezialisierten Unternehmen. Anschliessend war er Produktmanager für Durchflussmesser bei der Flowtech AG in Reinach, einer Niederlassung der Endress & Hauser Gruppe. 1996 führte das Treffen mit Herrn Froreich zur Gründung der CLA SA im Jahr 1997. Zu Beginn hatte er ausschliesslich die Position des Direktors inne, 2001 wurde beschlossen, die Aufteilung der Geschäftsaufgaben mit Herrn Froreich zu durchführen und er wurde Mitinhaber der Firma.
 
Herr Fleury besuchte sehr früh den EHMP-Kurs in Porrentruy, um den Mikromechaniker EFZ zu erhalten. Anschliessend absolvierte er eine Ausbildung an der Ingenieurschule in Biel, wo er mit dem Diplom als Ingenieur FH in Mikrotechnik abschloss.

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