Innovation Report

Ralf Dümpelmann

Ralf Dümpelmann

Dr. | Senior Project Manager Micro, Nano & Materials


Tel. +41 61 295 50 20

ralf.notexisting@nodomain.comduempelmann@baselarea.notexisting@nodomain.comswiss
report Micro, Nano & Materials
Christof Gerber

Christof Gerber

12.03.2018

Universität Basel feiert Kavli-Preisträger Christoph Gerber in Liestal

Die Erfindung des Rasterkraftmikroskops (AFM atomic force microscope) vor 31 Jahren ist wahrhaft eine beeindruckende Geschichte. Dabei sah dieser Prototyp alles andere als beeindruckend aus, wie das Foto zeigt. Dennoch ist es dank dieser bahnbrechenden Erfindung seither möglich, sogar nichtleitende Materialien in atomarer Auflösung darzustellen. Im Science Museum London hat das AFM einen prominenten Platz direkt neben der Apollo Kapsel – wenn das keine Auszeichnung ist.

Prof. Dr. Christopf Gerber, Vizedirektor Swiss Nanoscience Institute und Titularprofessor der Universität Basel, wurde für diese bahnbrechende Erfindung zusammen mit Gerd Binning und Calvin Quate bereits im Jahr 2016 mit dem Kavli-Preis, einem der renommiertesten Wissenschaftspreise, ausgezeichnet. Die Universität Basel organisierte zu diesem Anlass am 25. Februar 2018 im Kino Oris eine Würdigung mit dem Titel «Mit dem Rasterkraftmikroskop auf Entdeckungsreise in die Nanowelt». Sichtlich beeindruckt verfolgten geladene Gäste, National-, Land- und Regierungsrätinnen, Experten und Interessierte den Weg des Rasterkraftmikroskops von der Erfindung bis zu heutigen Anwendungen.

«Der Kavli-Preis ist fast vergleichbar mit dem Nobelpreis», sagte Rektorin Andrea Schenker-Wicki und begrüsste Christoph Gerber damit persönlich. Regierungsrätin Monica Gschwind zeigte sich begeistert, dass an der Uni ständig Neues entsteht: «Diese Welt der kleinen Dinge wird unsere Gesellschaft im Grossen verändern.» Christian Schönenberger, Direktor Swiss Nanoscience Institute, zeigte, wo die Nanowissenschaften und –technologien sich die Natur zum Vorbild genommen haben, beispielsweise bei Farbe, Gecko-Haftung oder Wasserabweisung.

Christoph Gerber schilderte anschaulich, wie er und seine Kollegen das erste Rasterkraftmikroskop von Hand zusammengebaut und dabei auch Elemente von Plattenspielern verwendet hatten. Mit seiner Begeisterung damals und heute für alle neuen Entwicklungen auf dieser Basis steckte er das gebannt lauschende Publikum an.

Viele aktuelle Entwicklungen beruhen auf den damaligen Grundlagen. Urs Matter, CEO von Nanosurf in Liestal, zeigte, wie das Gewicht lebender einzelner Zellen gemessen werden kann und so Einblicke in die Lebenszyklen gewonnen werden. Ernst Meier, Professor der Uni Basel, demonstrierte, wie einzelne Molekülstrukturen und sogar chemische Reaktionen sozusagen bei der Arbeit angesehen werden können. Der Austausch von Molekülen durch Zellkernporen wurde von Prof. Roderick Lim erläutert. Und Marija Plodinec, CEO des Startups Artidis, zeigte, wie Krebszellen dank der neuen Techniken schnell von gesunden Zellen unterschieden werden können.

Der spannende und würdige Ausflug in die Nanowelt mit Christoph Gerber als Mittelpunkt und vielen heutigen Anwendungen klang mit angeregten Gesprächen beim Apéro aus.