Innovation Report

Stephan Emmerth

Stephan Emmerth

PhD | Senior Project Manager Biotech, Business Development Senior Manager BaseLaunch


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report Life Sciences
(Img: toubibe/Pixabay)

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14.07.2017

Gehirn liebt lange Linien

Die Nervenzellen des menschlichen Gehirns arbeiten bei der Verarbeitung von Umweltreizen zusammen. So entsteht aus der Flut einzelner Reize ein einheitliches Bild. Laut den Forschern am Biozentrum der Universität Basel bevorzugt das Gehirn lange Linien und Kanten.

Der visuelle Kortex, die sogenannte Sehrinde, ist der für die Verarbeitung optischer Reize zuständige Teil des Grosshirns. Seine Nervenzellen reagieren jeweils auf Reize aus bestimmten Stellen unseres Blickfelds, erläutert eine Mitteilung der Universität Basel. Eine Forschergruppe um die Neurobiologin Sonja Hofer am Biozentrum der Universität hat im Mausmodell untersucht, wie aus ihrem Zusammenspiel ein einheitliches Bild entsteht.

Dabei konnten die Forscher zeigen, dass manche Nervenzellen zusätzlich zu den Umweltreizen Informationen von den anderen Neuronen empfangen. Über diese Zusammenarbeit setzt das Gehirn dann die einzelnen Teile des Bildes zu den Konturen von Objekten zusammen. Dabei fanden die Forscher heraus, dass Neuronen vor allem dann interagieren, wenn sie auf einer Achse liegende Kanten wahrnehmen. „Unsere Umwelt enthält viele lange Linien und Konturen“, wird Hofer in der Mitteilung zitiert. „Der Aufbau der Welt um uns herum spiegelt sich also im Muster der Synapsen im Gehirn wider.“

Nach Ansicht der Forscher ist dies der Grund dafür, dass unser Gehirn gerade Linien und Kanten besonders gut erkennt. Dies führt dazu, dass es sich sogar verleiten lässt, logische Fortsetzungen von Linien zu sehen, die in Wirklichkeit gar nicht vorhanden sind. „Solche optischen Illusionen zeigen, wie stark unser Gehirn darauf ausgerichtet ist, Linien und Konturen zu erkennen“, erläutert Hofer. „Unsere Ergebnisse zeigen einen Mechanismus auf, der zu dieser Fähigkeit des Gehirns beitragen kann.“

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