Innovation Report

Stephan Emmerth

Stephan Emmerth

PhD | Senior Project Manager Biotech, Business Development Senior Manager BaseLaunch


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report Life Sciences
Research. (Img: Alex011973/shutterstock)

Research. (Img: Alex011973/shutterstock)

19.04.2017

Basler Forscher entwickeln Therapie gegen Autoantikörper

Basler Forscher haben gemeinsam mit dem Start-up Polyneuron Pharmaceuticals einen Ansatz zur Bekämpfung seltener Autoimmunerkrankungen entwickelt. Ein synthetischer Zucker soll Antikörper aus dem Blutkreislauf entfernen.

Bei der Anti-MAG-Neuropathie binden Antikörper das Myelin-assoziierte Glykoprotein (MAG) im peripheren Nervensystem, erläutert die Universität Basel in einer Medienmitteilung. Die Erkrankten leiden an neurophatischen Schmerzen und verlieren die Sensibilität in Armen und Beinen bis hin zum vollständigen Koordinationsverlust. Eine zugelassene Therapie gegen die Autoantikörper gibt es nicht. Die derzeitigen Behandlungsmöglichkeiten unterdrücken lediglich die Immunreaktion und sind mit starken Nebenwirkungen verbunden.

Einer Gruppe von Forschern am Departement für Pharmazeutische Wissenschaften der Universität Basel, des Universitätsspitals Basel und der Polyneuron Pharmaceuticals AG, einer Ausgründung der Universität Basel, hat nun einen neuen Behandlungsansatz entwickelt. Dabei werden synthetische Glykopolymere auf die Autoantikörper angesetzt. Dieser Schwamm aus synthetischem Zucker imitiert den Abschnitt auf dem MAG-Protein, an den auch die Autoantikörper binden. In Versuchen mit Patientenseren konnten dabei die krankheitsverursachenden Antikörper neutralisiert werden. Auch Versuche mit immunisierten Mäusen zeigten positive Resultate.

Nach Ansicht der Forscher ist die Methode nicht nur für die Behandlung der Anti-MAG-Neuropathie geeignet. „Mit der Verwendung von Glykopolymeren eröffnen sich neue Möglichkeiten zur Behandlung von Erkrankungen, bei denen Anti-Glykan-Antikörper eine Rolle spielen“, wird Studienleiter Beat Ernst vom Departement für Pharmazeutische Wissenschaften der Universität Basel zitiert.

Das Start-up Polyneuron Pharmaceuticals wurde 2014 gegründet. Im vergangenen Mai hat es im Rahmen einer Finanzierungsrunde 3,1 Millionen Franken eingenommen. Ausserdem hat es Fördergelder in der Höhe von 1,2 Millionen Franken erhalten. Mithilfe dieser Gelder bereitet das Unternehmen nach eigenen Angaben derzeit die klinische Testierung des Glykopolymer-Wirkstoffs zur Therapie von Anti-MAG Neuropathie vor.

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