Innovation Report

Stephan Emmerth

Stephan Emmerth

PhD | Senior Project Manager Biotech, Business Development Senior Manager BaseLaunch


Tel. +41 61 295 50 17

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report BaselArea.swiss

15.03.2017

BaseLaunch kann das Potential des Life Science Hubs Basel voll ausschöpfen

Der neue Accellerator für Healthcare Ventures, BaseLaunch, will die besten Startups an die Region Basel binden und damit auch Impulse für etablierte Player geben. Dabei setzt das mit 1,5 Millionen Franken dotierte Programm gemäss Managing Director Alethia de Léon konsequent auf Qualität und das konzentrierte Know-how in der Region.

BaseLaunch ist mit 1,5 Millionen CHF dotiert, die direkt an Startups fliessen. Anderenorts stehen zig Millionen zur Verfügung. Ist man überhaupt konkurrenzfähig?

Äusserst grosszügig agierende Programme in der EU und weltweit haben gezeigt, dass es nicht reicht, mit beiden Händen viel Geld zu verteilen. Vielmehr müssen wir sicherzustellen, dass die Investitionen zu den richtigen Projekten gelangen, nämlich dorthin, wo ein geeignetes Team eine erfolgreiche Entwicklung von der Idee zum Markt wahrscheinlich macht. Kurzum: Qualität und nicht Quantität hat für BaseLaunch absolut oberste Priorität.

Und was macht BaseLaunch diesbezüglich anders als Accelerator-Programme anderswo?

Der fortwährende Austausch mit ansässigen Branchengrössen, die in der Projektauswahl mitwirken und überdies auch selbst Kapital zur Verfügung stellen können, ist zentral für das Konzept von BaseLaunch. Als kleineres, aber feineres Programm können wir uns sehr konsequent an den individuellen Bedürfnisse von Gründern ausrichten und das konzentrierte Knowhow sowie die vielseitigen Partnering-Potenziale im Life-Sciences-Hubs Basel voll ausschöpfen. Damit kann sich BaseLaunch auch an Startups richten, die für andere Programme zu wenig weit entwickelt sind.

Für welche Art von Projekten ist BaseLaunch besonders geeignet?

BaseLaunch ist offen für alle Projekte im Bereich Healthcare. Geografisch liegt der Fokus auf der Schweiz und Europa. Unsere Labors im Switzerland Innovation Park Basel Area sind auf Biotherapeutics spezialisiert. Aber innovative Konzepte in den Bereichen Diagnostics und Medtech sind ebenfalls eingeladen, am Accelerator zu partizipieren. Die Bereiche Digital Health und Precision Medicine können wir durch Zusammenarbeit mit der jüngst lancierten Initiative DayOne ebenfalls abdecken.

Warum konzentriert man sich auf Projekte aus den Hochschulen? Wäre es nicht sinnvoller, auf Spinoffs aus Big Pharma zu setzen. An erfolgreichen Beispielen wie Actelion, Basilea, oder Genedata fehlt es ja nicht in der Region?

Wir sind offen für alle Projekte. Kandidaten aus der Hochschulen sind gerade aufgrund ihres frühen Stadions sehr auf Programme wie BaseLaunch angewiesen, während Spin-offs aus Big Pharma in der Regel schon von Anfang an mit gutem Seed Money ausgestattet sind und auch das Industrie Know-how mitbringen.

Operativ wird der Accelerator von BaselArea.swiss geführt unter einem separaten Brand. Warum dieses Setup?

BaseLaunch will die innovativsten und vielversprechendsten Healthcare-Startups für die Region gewinnen, sie unterstützen und an das hiesige Healthcare-Ökosystem binden. Damit ist BaseLaunch ein wichtiger Teil der Kerntätigkeit von BaselArea.swiss, nämlich Innovation zu fördern und Firmen anzusiedeln in der Region Basel. Aufgrund der unterschiedlichen Finanzierungs- und Entscheidungsstruktur und im Sinne eines fokussierten Marktauftrittes macht es aber Sinn, mit dem Accelerator eine separate Marke aufzubauen.

Ist es denn Aufgabe des Staates, in Startups zu investieren?

Es werden keine öffentlichen Mittel in Projekte investiert. Die Kantone finanzieren den operativen Betrieb von BaseLaunch. Was direkt in die Startups fliesst, kommt von privater Hand. Mit BaseLaunch sorgt also BaselArea.swiss für die richtigen Rahmenbedingungen, indem sie als neutraler Partner der Industrie mit entsprechenden Programmen das Entstehen von neuen Firmen begünstigt. Und man darf nicht vergessen, dass man anderenorts viel offensiver vorgeht mit staatlichen Mitteln. Es ist wichtig, hierbei nicht ins Hintertreffen zu gelangen und im hart umkämpften Standortwettbewerb dran zu bleiben - ohne freilich unsere liberale Wirtschaftsordnung zu verzerren.

Warum braucht es denn überhaupt mehr Startups?

Startups braucht es in erster Linie, damit aus Wissen auch Wertschöpfung entsteht. Wenn wir Milliarden in die akademische Forschung investieren, braucht es auch entsprechende Strukturen, um aus Erfindungen Innovationen zu machen. Es hat sich gezeigt, dass Startups hierfür mehr und mehr eine entscheidende Rolle übernehmen. Darüber hinaus haben Startups das Potential, bei Erfolg sehr schnell zu wachsen und dadurch sehr viele hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen. Actelion, das ja auch mal als Startup angefangen hat, ist das beste Beispiel hierfür. Indem es BaseLaunch gelingt die besten Startup-Projekte an die Region Basel zu binden, generiert dies auch Impulse für etablierte Unternehmen sowie für das gesamte Ökosystem. BaseLaunch trägt somit dazu bei die Attraktivität der Region als europaweit führenden Life-Sciences-Hub zu steigern.

Ist die Region Basel für Startups überhaupt interessant, die Lebenshaltungskosten dürften Gründer zunächst mal eher abschrecken?

Das Silicon Valley, London oder Boston sind nicht günstiger. Die einzigartigen Vorteile des Basler Life-Sciences-Ökosystems mit einer in Europa nicht zu übertreffenden Dichte an Talent, Pharma-Entscheidern und Kapital geben bei unseren Gründern letztlich den Ausschlag. Wir machen die Erfahrung, dass die Region Basel in diesen wirklich entscheidenden Bereichen, die ja gerade für junge Unternehmen „Must-Haves“ sind, so viele Punkte sammeln kann, dass unter dem Strich das Gesamtpaket mehr als stimmt. Nicht umsonst haben wir in den vergangenen Jahren einen steten Zuwachs an Gründungen von ausserhalb der Region gesehen.

 

Alethia de Léon

Die gebürtige Mexikanerin Alethia de Léon hat am Massachusetts Institute of Technology und an der Harvard Business School studiert. Nach Stationen im Healthcare Investment und im Product Developement war sie bis 2015 bei Novartis Global Head of Search and Evaluation, Business Development and Licensing für das Neuroscience Business. Neben der Führung von BaseLaunch ist Alethia de Léon zudem CEO und Gründerin des Startups Senes Sciences GmbH.