Innovation Report

Thomas Brenzikofer

Thomas Brenzikofer

Member of the Management Board, Public Relations, Senior Project Manager ICT & Precision Medicine


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report BaselArea.swiss

24.01.2017

In Basel ensteht ein Innovationshub für Precision Medicine

Eine von BaselArea.swiss initierte Interessensgruppe von Healthcare-Experten aus der Life Science Industrie und der Forschung lanciert in enger Zusammenarbeit mit dem Kanton Basel-Stadt DayOne.

Am Montag, 16. Januar 2017, fanden sich Entscheidungsträger aus Industrie, Universität und Gesundheitswesen auf Einladung von Christoph Brutschin im Basler Volkshaus ein, um der Lancierung von Day One - the innovation Hub for Precision Medicine - beizuwohnen. Der Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartements des Kanton Basel-Stadt machte in seinem Eröffnungsstatement klar, worum es bei der von der Innovation und Standortförderung BaselArea.swiss zusammen mit einem Core Team von Industrieexperten aufgesetzten Initiative geht, nämlich um die nächste Entwicklungsstufe in den Life Sciences, in der sich der Standort Basel weiterhin behaupt soll. Dass die zunehmende Digitalisierung in der Healthcare Industrie nicht nur für Disruptionen sorgen wird, sondern eben auch ein grosses Potenzial birgt, sofern die richtigen Weichen gestellt werden, war dann auch das Leitthema des Abends.

Die Einführung in das Thema kam von Peter Groenen, Head of Translational Science bei Actelion und gemeinsam mit anderen Industrieexperten einer der Initiatoren von Day One. Groenen führte auf, weshalb das lineare Innovationsparadigma, bei dem meist erst spät im Prozess auf klinische Relevanz getestet wird, in Bezug auf Precision Medicine zwangsläufig oft im berühmt-berüchtigten „Valley of Death“ endet. Der Patient, so Groenen, müsse mehr ins Zentrum der Forschung und Entwicklung rücken, und bei sämtlichen Interaktionen mit einbezogen werden. Groenen schloss seinen Beitrag mit der Feststellung, dass in der Region Basel eigentlich sämtliche Komponenten vorhanden seien, um ein neuartiges Innovationsökosystem aufzubauen, bei dem die verschiedenen Kompetenzen und Disziplinen einander nicht nachgelagert sind sondern sich in steter Kollaboration zuarbeiten.

Genau dies ist denn auch Haupttreiber der Initiative DayOne. In der Folge wurden drei Projekte vorgestellt, welche derzeit in der Region Basel umgesetzt werden und durch den Innovation Hub in Precision Medicine zusätzlichen Schub erfahren dürften. Torsten Schwede von der Universität Basel und dem SIB Swiss Institute of Bioinformatics berichtet über das Data Coordination Centre des Swiss Personalized Health Network (SPHN), welche zum Ziel hat, Gesundheitsdaten in der Schweiz  interoperabel und für Forschungszwecke zugänglich zu machen. Christof Kloepper, Managing Director von BaselArea.swiss, stellte BaseLaunch vor. Der Accelerator für Healthcare Ventures wird offiziell Ende Februar lanciert. Laurenz Baltzer von Karger, präsentierte ein ambitioniertes wissenschaftliches Publikationsprojekt zum Thema Digital Biomarkers.

Im Anschluss daran war es an Frank Kumli von Ernst & Young und Mitinitiant von DayOne zu zeigen, was der Hub beinhaltet und wie sich dieser in die Innovationslandschaft der Region einfügt sowie zusätzlich unterstützt.

Im Kern besteht Day One aus drei Aktivitäten:

  • eine Community von Experten die sich regelmässig zu Workshop-Events trifft, um sich über neue Konzepte und Ideen auszutauschen
  • ein Lab, in dem diese Projektideen zu Prototypen heranreifen können
  • eine Open Innovation Konferenz, welche dazu beiträgt die Projektideen konkret aufzugleisen

Im zweiten Teil der Veranstaltung hatte das geladene Publikum die Gelegenheit sich über Ziel und Zweck der Initiative auszutauschen. Angeführt wurde die Diskussion von einem prominent besetzten Panel: Domenico Scala, Präsident, BaselArea.swiss; Tim Jaeger, Global Head of Diagnostics Information Solutions bei Roche Diagnostics, Roche; Bram Stieltjes, Forschungsgruppenleiter am Universitätsspital Basel; Othmar Pfannes, CEO, Genedata; Falko Schlottig, Leiter der Hochschule für Life Sciences, FHNW.

Einig war man sich bei der Frage nach der Dringlichkeit: Die Technologie sei da, was verbessert werden müsse sei die Zusammenarbeit zwischen den Disziplinen und Stakeholder im Gesundheitssektor. Dass die Region Basel hierfür den richtigen Nährboden biete, wurde auch nicht bezweifelt. Defizite ortete man indes bei der ICT-Kompetenz sowie bei der Investitionsbereitschaft. Hierbei wurde DayOne durchaus zugemutet, eine gewisse Schrittmacherrolle spielen zu können. Allerdings, so Domenico Scala in seinem Schlussvotum, müssten auch sehr deutlichere Zeichen gesetzt werden, um den Standort in die gewünschte Richtung ausbauen zu können. Insbesondere sei ein Ausbau auf Hochschulebene in Richtung Bioinformatik und Precision Medicine anzustreben und mehr Risikokapital seitens der institutionellen Anleger gefordert.

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