Reports

 
report Life Sciences

„Beim Aufbau eines Unternehmens mit grösstem Potenzial gehen wir keine Kompromisse ein“

26.08.2019

Versant Ventures blickt auf eine grosse Tradition im Aufbau von erfolgreichen Unternehmen zurück. Beispiele dafür sind Therachon, Black Diamond oder CRISPR Therapeutics. Wir haben mit dem Basler Partner von Versant Ventures Alex Mayweg über das grossartige Beispiel der Forschungsplattform Ridgeline Therapeutics von Versant Ventures gesprochen, das Wissenschaft in ein erfolgreiches Arzneimittelentwicklungsprogramm umwandelt und auch der Entdeckung künftiger Wirkstoffe dient.

Alex, was macht Versant Ventures eigentlich?

Alex Mayweg: Versant Ventures ist ein Risikofonds für Biotechnologie, der sich mit frühen Investitionen im Biotechnologiebereich und der Gründung von Unternehmen einen Namen gemacht hat. Kürzlich haben wir unser 20-jähriges Jubiläum gefeiert. Unsere Strategie besteht darin, die weltweit innovativsten Ansätze zu finanzieren, die zu einer Revolution im Gesundheitswesen führen könnten. Für den Aufbau eines Unternehmens bieten wir drei Wege an: Der erste besteht darin, zusammen mit anderen Partnern in bestehende Unternehmen zu investieren. In 50 Prozent der Fälle gründen und finanzieren wir anfänglich die Unternehmen jedoch selbst. Darüber hinaus bieten wir Forschungsplattformen wie Ridgeline Therapeutics an. Hier führen wir die Wissenschaften zusammen, vernetzen sie, wägen die Risiken ab und setzen sie dann in Programme für Wirkstoffentdeckung und Unternehmen um. Zu diesem Zweck haben wir einige der besten Fachleute im Sektor Wirkstoffentdeckung um uns geschart. Sie helfen uns, die Unternehmen aufzubauen und die Wissenschaft voranzubringen. Es kommt auch vor, dass sie dann während der Wachstumsphase in die neu gegründeten Unternehmen wechseln.

Versant Ventures hat seinen Hauptsitz in San Francisco und betreibt Büros in den USA, in Kanada – und in Basel. Warum Basel?

Versant blickt auf eine lange Erfolgsgeschichte in Europa zurück. Wir haben eine Reihe von erfolgreichen Unternehmen wie CRISPR Therapeutics oder Therachon gegründet, das kürzlich von Pfizer aufgekauft wurde. Dank dem Büro, das seit langem in Basel angesiedelt ist, und unserer Forschungsplattform, die wir vor drei Jahren lanciert haben, können wir uns nun den umfassenden Sachverstand in der Wirkstoffentdeckung in dieser Region unmittelbar zu Nutzen machen. Tausende von Wirkstoffentdeckungsfachleuten leben hier. Das ist in Europa einzigartig und ich denke, dass die Region dieser Tatsache ihre weltweite Wettbewerbsfähigkeit verdankt. Wir haben bereits etwa 100 Millionen Dollar an Unternehmen in der Region Basel vergeben, die wir über unsere Forschungsplattform Ridgeline gegründet haben. Wir fühlen uns der Region sehr verpflichtet, auch wenn einige Unternehmen in den USA Fuss gefasst haben. Viele unserer Unternehmen haben zwei Standbeine.

Wie funktioniert Ridgeline?

Die Forschungsplattform besteht aus einem Team hervorragender Leute, die Unternehmen gründen, die Ridgeline beim Aufbau als Hilfestellung und Unterstützung nutzen. Es ist ein wunderbares Modell. Wie schaffen Unternehmen mit grossen Visionen, die später unabhängig werden und anfänglich die Unterstützung von Fachleuten geniessen, die wissen was sie tun müssen, um eine schlagkräftige Datengrundlage zu schaffen und dann die richtige Strategie erarbeiten. Mit diesem Modell können wir Talente anziehen, die Startups sonst in einem frühen Stadium kaum gewinnen könnten. Wir können auf einen umfassenden Pool aus Biologen, Zellbiologen, Krebsbiologen, Immunologen und Chemikern zurückgreifen, die sich sowohl durch tiefe als auch breite Erfahrung in ihren Gebieten auszeichnen.

Welche Bereiche decken Sie mit Ihrer Plattform ab?

Hinsichtlich Auswahl sind wir Agnostiker. Wir haben Unternehmen, die sich auf kleine Moleküle und Proteine fokussieren. Antikörper wären eine höchst wünschenswerte Wahl. Bisher haben wir aber noch keine Möglichkeit gefunden, die uns überzeugt hat. Möglichkeiten sehen wir ebenfalls in der Zelltherapie und anderen Anfragen aus dieser Region. Für die Schweiz wäre es sehr interessant, wenn sie in diesem Bereich ein Standbein aufbauen könnte. Ich sehe hier nämlich wachsende Betriebsamkeit und herausragende Wissenschaft.

Wo finden Sie anregende Wissenschaft – oder findet die Wissenschaft Sie?

Es ist eine Mischung aus beidem. Wir erkennen Themen, von denen wir ahnen, dass sie wichtig werden und suchen aktiv Akademiker, die Programme zu diesem Themen durchführen. Wir müssen in die Zukunft schauen und die bestqualifizierten Akademiker in diesen Bereichen finden. Oft finden wir sie in Europa oder in der Schweiz, nicht weit weg von unserer Haustüre.

Akademiker hängen oft an ihrer Wissenschaft. Versant ist dafür bekannt, bei der Unternehmensgründung seine eigenen Leute einzubringen. Wie geht ihr mit diesem möglichen Konflikt um?

Ich bin immer erstaunt, in welche Richtung sich die Leute entwickeln, was sie lernen und wie weit sie es bringen können. Das wollen wir tatkräftig unterstützen. Allerdings ist die Wirkstoffentdeckung schwierig und für den Erfolg sind Erfahrung und Misserfolge in Form gescheiterter Programme Voraussetzung. Wenn man seine Erfahrung nicht nutzt und auf die falsche Strategie setzt, läuft man Gefahr, die Technologie für das Falsche einzusetzen. Die Kombination von engagierten Gründungsakademikern, Unternehmern und Teams aus klugen und erfahrenen Fachleuten in der Wirkstoffentdeckung war sehr erfolgreich. Das bedeutet natürlich auch, dass Versant bei der Gründung von Unternehmen eine wichtige Rolle spielt.
Bei der Gründung von Unternehmen mit höchstem Potential in einem bestimmten Bereich kennen wir keine Kompromisse. „Think big“ ist unser Motto und ich meine, dass dieser Ansatz notwendig ist, um ein solches Unternehmen aufzubauen. Aus den Erfahrungen von Versant mit über 150 Unternehmen kann diese Firma aus viel Wissen über gangbare Wege schöpfen.

Bevor Sie zu Versant Ventures gewechselt haben, waren Sie in der Wirkstoffentdeckung bei Roche tätig. Wo liegt der Unterschied zur Wirkstoffentdeckung für einen Risikofonds?

Roche ist ein grossartiger Ort für die Wirkstoffentdeckung – dort habe ich am meisten darüber gelernt. Risikobehaftete Biotechnologie ist eine ganz andere Erfahrung. Jährlich sehen wir Hunderte innovative Technologien und es ist unglaublich spannend, daraus die überzeugendsten Entdeckungen auszuwählen und sie zu einem Unternehmen für die Wirkstoffentdeckung aufzubauen. Mit kleinen, aber sehr fokussierten Teams investieren wir früh in die jüngsten Innovationen und Entdeckungen. Heute steht unglaublich viel Kapital zur Verfügung und man kann mit erfahrenen Teams und über vertragliche Forschungsorganisationen ausserhalb der grossen Pharmaindustrie vollwertige Wirkstoffentdeckungsprogramme lanciere und betreiben. Vor zehn Jahren war das so noch nicht möglich.

Wie viel Kapital investiert Versant bevor Unterstützung von aussen notwendig ist?

Für unsere Unternehmen und je nach deren Art legen wir zweistellige Millionenbeträge zurück. Das hängt natürlich davon ab, wie wir dieses Kapital einsetzen und zuteilen. Hat ein Unternehmen oder eine Technologie einen Kapitalbedarf, für den wir nicht allein aufkommen können, ziehen wir gegebenenfalls bereits früher andere Investoren bei. Ich kann sagen, dass wir Unternehmen wesentlich besser ausstatten können, als es in dieser Region sonst üblich ist.

Ihr Fonds scheint immer grösser zu werden. Wie kommt das?

Um führende Unternehmen gründen zu können, braucht es einen prallen Geldbeutel. Bei einer so umfassenden Technologie mit vielfachen Anwendungen macht es keinen Sinn, diese Geschäftsmöglichkeiten mit dem Tropfenzähler zu alimentieren. Die Wirkstoffentdeckung ist schwierig und kostspielig. Wir kennen Unternehmen, die überzeugt sind, mit einem Startkapital von drei Millionen im klinischen Versuch ein Molekül zu finden. Wir wissen, dass sie dafür viel mehr benötigen. Gleichwohl sammeln wir nicht Grossfonds und das biotechnologische Modell mit Unterstützung aus dem Risikofonds trägt dazu bei, dass wir Kapital zur Schöpfung von Mehrwert effizient einsetzen.

Was tun Sie als Erstes, wenn Sie beschlossen haben, zu investieren?

Wir entlasten das Unternehmen von den Risiken und loten Strategien aus. Dies bedeutet unter anderem, dass die wissenschaftliche Erkenntnis in einem zusätzlichen Umfeld reproduzierbar sein muss. Wir sind frühzeitig involviert, was uns erlaubt, das Forschungsrisiko sehr gut einzuschätzen. Diese grosse Nähe bietet den Vorteil, das wissenschaftliche Vorhaben zu verstehen und dessen wichtiger Verfechter zu werden. Wissenschaftler verfallen leicht ihrer Wissenschaft. Wenn Versant aber von ihrer Wissenschaft überzeugt ist und sie ebenfalls für gut befindet, dann ist das für die Beschaffung von zusätzlichem Kapitel und die Suche nach Investoren für die nächste Runde ein enormer Vorteil.

Ist Scheitern eine Option?

Ausfälle sind beinahe die Bestimmung der Pharma-Industrie. In der Gross-Pharma beginnt man mit 50 Programmen, die dann zu 30 und später zehn mit klinischen Versuchen schrumpfen. Programme werden immer ausgedünnt. In den Unternehmen in unserem Portfolio sind Ausfälle interessanterweise sehr niedrig. Wissenschaft ist jedoch Wissenschaft, und nicht alle Programme funktionieren. Immer wird die Wirkstoffentdeckung als Gerade von A nach B geplant. Der Weg dorthin ist jedoch immer ein verschlungener Pfad. Möglicherweise tut man schliesslich nicht das, was man ursprünglich zu tun beabsichtigte. Das Risikomodell versucht jedoch immer, den geschaffenen Wert zu steigern, zu erhalten und wirksam einzusetzen. Es kommt nur selten vor, dass Dinge einfach sang- und klanglos verschwinden.

Was erwarten Sie von der Zukunft der Biotechnologie?

Schauen Sie sich die Geschichte der Innovationen in der Wirkstoffentdeckung in der chemischen Industrie in der Region Basel an. Da gibt es Innovationskurven, die sich über Jahrzehnte hinziehen. In der Vergangenheit haben sie die Lebenserwartung und die Überlebenschancen bei Krebs verlängert, die Todesrate bei Herzkrankheiten gesenkt und die Fälle von Infektionskrankheiten sind stark zurückgegangen. Wir erleben eine aussergewöhnliche Zeit in der Biotechnologie. Vor Jahren waren es kleine Moleküle und dann kamen Antikörper dazu. Jetzt haben wir die ganze Bandbreite an Möglichkeiten, einschliesslich kleine Moleküle, biologische Präparate, Zelltherapien, Genmanipulation, Gentherapie und viele andere, die grosses Innovationspotential eröffnen. Wir wählen nicht nur die besten Möglichkeiten in den vorhandenen Innovationskurven aus, sondern denken auch neue Kurven an. Wie einer meiner Partner bei Versant kürzlich sagte: „Die coolste Technologie ist die, die noch nicht erfunden ist.“ Aber wir versprechen eines: Wenn sie erfunden ist, werden wir sie beschaffen und darum herum ein glänzendes Unternehmen aufbauen.

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie Versant Ventures und seine Forschungsplattform Ridgeline Therapeutics funktionieren, laden wir Sie gerne zur Präsentation von Alex Mayweg am 18. September 2019 in Basel ein: Investor Spotlight: Ridgeline Therapeutics – A Versant Ventures Discovery Engine

report Invest in Basel region

100 fürs Baselbiet sucht innovative Unternehmen

22.11.2019

report Invest in Basel region

Basler Start-ups erhalten immer mehr Investitionen

21.10.2019

report

Meet the BaseLaunch Startups

11.03.2018

Six of the BaseLaunch startups recently started Phase II. They received either grants up to 250,000 Swiss francs or gained free of charge access to BaseLaunch laboratory and office space at the Switzerland Innovation Park Basel Area. Hear what the startups, the BaseLaunch team and selection committee members experienced in the first year. Find out more about what makes BaseLaunch unique.

The BaseLaunch accelerator is now open for applications for the second cycle. Entrepreneurs with a healthcare based project or a game-changing innovation in diagnostics, medtech or related field at the pre-seed or seed funding stage are invited to submit their applications to the program.

Following the application deadline on 14 May, promising projects will be admitted to the accelerator program for a period of 15 months. In phase I, the startups will benefit from the support of industry experts, office- and laboratory space free of charge and access to healthcare partners. After three months, they will be invited to present their idea to the selection committee. They will determine which promising startups will proceed to Phase II that runs for one year.

BaseLaunch is backed by five industry leaders — Johnson & Johnson Innovation, Novartis Venture Fund, Pfizer, Roche and Roivant Sciences. Other public and private partners such as KPMG and Vossius & Partner also support the initiative.

report BaselArea.swiss

BaseLaunch trägt zu Innovationsstandort Schweiz bei

27.08.2019

report Life Sciences

Schweizer Biotech-Branche wächst

08.05.2019

report BaselArea.swiss

“Basel is well positioned”

09.02.2017

‘Uberfication’ will change marketing and sales in the pharmaceutical sector, says Patrik Frei. This is already seen at healthcare companies, where digitalisation is making inroads. Business angels and family offices are paying an increasingly larger role in awarding venture capital, according to the CEO of Venture Valuation. Venture capitalists are coming aboard only later.

What does Venture Valuation do?

Patrik Frei: We conduct independent assessments of companies in the life sciences sector. Our clients are looking either for capital or investments. We then try to determine a fair value and indicate a range. The price is then, of course, a matter of negotiation.

How do you rate Johnson & Johnson’s acquisition of Actelion – well negotiated or a fair value?

Actelion was already a success story before hand, one of the few biotech companies to have organised its own sale. The commercial part will now be split off while the research and innovation will remain in Switzerland. Generally speaking, this is a highly successful exit and sends an important signal to Basel as a centre of life sciences – irrespective of the fact that additional capital is again flowing into the industry.  

Is it possible to observe a consolidation process, one that could also have undesired effects?

No. While there is a concentration of large pharmaceutical companies at the top, this also creates opportunities for new companies. Start-ups have the advantage that they are faster and more agile. Some of them are acquiring others and becoming medium-sized companies. An example of this is Shire. Others are being acquired by the bigger companies, which in turn feeds new capital into the sector. I think that this innovation ecosystem is fundamentally healthy.

The US seem to profit more than Europe or Switzerland. Is there far more venture capital there?

There is four times as much venture capital in the US than in Europe, it’s true. But the number of companies is similar. In Europe, smaller amounts are usually invested and start-ups have to survive more financing rounds, while in the US extremely high amounts are committed in one go. Incidentally, investors in Asia are far more cautious than in Europe. It should also be noted that the investor landscape is changing in Europe. There are less and less traditional venture capitalists, while corporate venture funds, family offices and business angels are gaining in importance. These are often people who have made their own wealth in the sector. But this doesn’t mean that it has become easier for companies looking for capital; private investors are not only more cautious than venture capitalists, they also tend not to operate openly.

In addition, many institutional Europe investors prefer to give their money to large American venture capitalists, which are more visible and have been more successful in the past. Overall it can be seen that venture capitalists are coming on board later, creating a gap in expansion financing, especially in Europe. 

You had the opportunity to moderate an event in January about the future of the pharmaceutical industry at the JPMorgan Healthcare Conference. What came out of it?

One of the main themes was the ‘uberfication’ of the healthcare sector. Today, marketing and sales are firmly in the hands of the big pharmaceutical companies, but this could be challenged in the future by IT companies. We still don’t know how this will look like exactly, but it’s clear that new distribution channels will become possible through digitalisation.

But regulations could also slow this down.

Patients are increasingly informing themselves over the internet, and there are more and more digital diagnostic tools. Over a longer period of time, there could be some development there. But there’s no doubt that this also certainly depends on regulations.

How important is the choice of location for life sciences companies today?

We also discussed this in San Francisco. The trend is towards multiple sites - a presence in the US, development in China or even now in India, headquarters in Switzerland. Smaller biotech companies are also addressing such issues.

Where does Switzerland stand?

Switzerland and Basel are very well positioned. With the two large pharmaceutical companies, the location has widespread visibility. Many people in the sector are familiar with Basel and Switzerland from their own experience and invariably have very positive memories. But the fact is that you cannot simply rely on the past. You also have to actively shape your future.  

And what will this entail?

The keyword is digitalisation and personalised medicine or precision medicine. The trend is that markets will ultimately split off and become smaller. So you will need more products. This is also the reason for consolidation.

Will costs go up when markets become smaller through personalisation?

On the one hand, costs for medicines are rising. On the other hand, fewer medicines have to be tested until something works if they are personalised and actually work. This reduces costs. The likelihood of success of clinical trials also increases when resources are more strongly oriented towards specific groups. We can hope that costs will even fall thanks to personalisation.

Does digitalisation also open up the field for newcomers, particularly from the IT sector?

Definitely. We are noticing this trend very strongly and are increasingly conducting assessments of health tech companies. Health tech is interesting for investors because products are brought faster onto the market and the investments are smaller. This is a challenge for pharmaceutical companies since such health tech companies will be used as the first digital sales channels.

Are we prepared for this in Switzerland?

Switzerland has strong IT companies and even stronger pharmaceutical companies. The potential exists. But you have to better connect both sides, whether in research through an appropriate institution, through events or even a new association. But I am very confident that we will set the right course here.


Biography

Patrik Frei founded Venture Valuation in 1999. The Zurich-based company specialises in conducting independent assessments of start-up companies. Patrik Frei studied business administration at the University of St.Gallen and graduated from the Federal Institute of Technology in Lausanne.

report

Event Impressions and some Key Quotes: Perfecting Partnerships for Life Sciences Startup S...

02.04.2019

report Life Sciences

Polyneuron nimmt 22,5 Millionen Franken ein

28.03.2019

report Medtech

«Wir profitieren von jahrelanger Forschung aus Basel»

08.07.2015

Die Schweiz ist Innovations-Weltmeister in vielen Rankings, doch aussichtsreichen Innovationen im Bereich Medizintechnik fehlen in der Schweiz oft die Finanzierungsmittel bis zur Marktreife. Der Start-up Investor MedTech Innovation Partners AG (MTIP) schliesst diese Lücke.

CEO Christoph Kausch erklärt im i-net Interview, was MTIP anders macht als andere Investoren und führt aus, welche Start-up-Projekte für sein Unternehmen besonders interessant sind.

MedTech Innovation Partners ist seit kurzem am Markt präsent. Wie kam es dazu und warum taten Sie diesen Schritt nicht schon früher?
Christoph Kausch*: Vor etwa zweieinhalb Jahren entstand die Idee, die Arbeit und Forschung von Prof. Dr. Dr. Hans-Florian Zeilhofer in ein Geschäftsmodell unter der Marke MTIP zu bündeln. Das heisst, MTIP profitiert von jahrelanger Forschung aus Basel. Seither hat sich die Organisation entwickelt und das Konzept wurde verfeinert. Kurz gesagt: Wir sind von unserer Geschichte her stark in Basel verankert und fördern hier Innovationen. Unser Wirken kann mitverhindern, dass Start-ups mit guten Ideen ins Ausland abwandern, weil sie hier nicht die nötigen Finanzierungsmittel und Wege finden.

Und wer sind die Personen hinter MTIP?
Zum Kernteam gehören neben mir Herr Professor Zeilhofer, Leiter des Hightech-Forschungs-Zentrums am Universitätsspital Basel und sein Leben lang im Bereich Medizintechnik tätig. Ausserdem der Unternehmer und Investor Dr. Felix Grisard, welcher seit über zehn Jahren im Bereich Medizintechnik investiert. Der Verwaltungsrat ist stark besetzt und ebenso hochkarätig ist das Advisory Board. Unsere Kompetenzen reichen von Medizintechnik- und Forschungsexpertise, über Investoren- und Unternehmer-Know-how bis hin zu Wissen im Bereich des Managements von Innovationsprojekten.

Der Verwaltungsrat der MTIP besteht aus sehr namhaften Persönlichkeiten. Wie konnten Sie diese Personen motivieren?
Bisher gab es schweizweit kein Geschäftskonzept mit einer solch starken Vernetzung zu Forschungsinstitutionen. Diese Marktlücke schliessen wir, um in der Schweiz Innovationen zu fördern. Die Aufgabe daran mitzuwirken ist reizvoll.

MTIP verspricht, dass man Wert auf nachhaltige Entwicklung lege. Was wollen Sie anders machen als andere Funds?
Unser integriertes Geschäftsmodell ist langfristig ausgelegt, das schnelle Geld ist nicht unser Ziel. Wir leisten auch einen gesellschaftlichen Beitrag, in dem wir die Innovationskraft am Standort Basel stärken. Was kein anderer Venture Capital Fonds in diesem Bereich besitzt, ist unser einzigartiges Schweizer Netzwerk und unseren exzellenten Zugang zu Forschungseinrichtungen. Auf internationaler Ebene entwickeln wir einen «Innovationsring». Wenn wir zum Beispiel eine klinische Studie für ein Start-up durchführen, können wir diese in gleicher Qualität viel schneller in Zusammenarbeit mit international hochkarätigen Partnern realisieren. Dies verkürzt die Zeit zum Markteintritt enorm.

Was für eine Gegenleistung erwartet MTIP von den Unternehmen, die sie unterstützen?
Für uns sind eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und damit die Personen sehr wichtig. Schutzrechte am Geistigen Eigentum wie Patente oder Marken müssen klar geregelt sein, bevor man die Technologie weiterentwickeln kann. Wir selbst sind ein Minderheitsinvestor und streben jeweils eine Beteiligung von mindestens 10 Prozent an einem Start-up an. Unser Ziel ist es, den Unternehmer hinter der Firma zu unterstützen und ihm dabei zu helfen, die Stolperfallen während einer Unternehmensgründung zu umgehen.

Sie schreiben auf der Website, dass MTIP möglichst frühzeitig einsteigen und die Firmen lang begleiten möchte. Wie lange wollen Sie die Start-ups unterstützen?
Hier in der Schweiz ist es etwas einfacher als anderswo, Seed Capital von 100‘000 Franken bis zu einer Million für die erste Finanzierungsrunde zu erhalten. Unheimlich schwer wird aber die Folgefinanzierung. Dies führt dazu, dass viele Start-ups abwandern müssen. Daher unterstützen wir nach der Seed-Finanzierung auch die Folgefinanzierung. Um dies zu ermöglichen, schliessen wir uns mit anderen Kapitalgebern zusammen.

Die Medizintechnologie ist ein sehr breiter Begriff. Er beinhaltet alles von Mullbinden über Implantate, roboterunterstützte Chirurgie bis hin zu Therapie und Krankenpflege. Worauf legt MTIP bei dieser riesigen Palette den Fokus?
Wir haben fünf Fokus-Bereiche: Imaging, Robotics/Navigation, IT/Big Data Management, Medtech meets Pharma und Smart Materials. Dort liegen unsere Kernkompetenzen, was aber nicht heisst, dass wir andere Bereiche ausschliessen würden. Zudem ist Interdisziplinarität sehr wichtig. Ein Vorbild ist das Hightech-Forschung-Zentrum von Herrn Professor Zeilhofer, wo unterschiedliche Fachrichtungen wie IT, Biologie, Ingenieurswissenschaften, Geisteswissenschaften, Kunst oder Medizin gemeinsam an der besten Lösung für ein medizinisches Problem arbeiten. Denn in Isolation kann man heute nichts Innovatives entwickeln.

Sie haben selbst Erfahrung als Jungunternehmer. Was sind die grössten Herausforderungen für Start-ups und wie kann MTIP helfen, diese zu bewältigen?
Bei Start-ups im Medizintechnikbereich sehe ich zwei grosse Herausforderungen. Zum einen ist es wichtig, dass man sich frühzeitig um eine Zertifizierung oder die regulatorische Zulassung kümmert. Zum anderen müssen die Jungunternehmer von Anfang an darauf achten, dass sie beim Aufbau bereits eine Patentstrategie festlegen. Wir können mit ausgewiesenen Experten in diesem Gebiet aushelfen.

MTIP ist seit kurzer Zeit am Schweizerischen Innovationspark Region Nordwestschweiz in Allschwil domiziliert. Will man so mit dem Technologie- und Innovationsökosystem zusammenarbeiten und Kräfte zu bündeln?
Gerade sind das gesamte Departement Biomedical Engineering und das High-Tech-Forschungszentrum der Universität Basel in das Provisorium in Allschwil gezogen. Um die partnerschaftliche Zusammenarbeit effizient zu gestalten, sind auch wir vorerst dort eingezogen und managen in diesem Umfeld Innovationen und Start-ups. Wo wir zukünftig sein werden, ist noch nicht entschieden, wir sind aber offen für eine Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Innovationspark der Region Nordwestschweiz.

Die Suche nach Risikokapital ist in der Schweiz anspruchsvoll und zeitintensiv, MTIP verspricht, dies zu erleichtern. Werden Sie heute überrannt von Finanzierungsanfragen?
Die Zahl der Anfragen seit unserem Gang an die Öffentlichkeit hat sich verdoppelt. Nun müssen wir die besten Projekte evaluieren.

Was muss ein Projekt mitbringen, um von MTIP unterstützt zu werden?
Ein wichtiger Punkt ist die Innovation: Wir wollen wissen, was sie vom bisherigen Stand der Technik unterscheidet. Es ist auch wichtig, ob es eine durch ein Patent oder ein Trade Secret schützbare Technologie ist und welches Marktpotenzial das Projekt birgt. Wir legen speziell viel Wert auf ein gutes Management-Team: Sollten Kompetenzen fehlen, helfen wir gerne bei der Suche nach passenden Mitarbeitern. Traditionelle Venture Capital Firmen investieren ihr Geld und warten auf den Exit des Unternehmens.

Wo sehen Sie MTIP in fünf Jahren?
Ziel ist es, in der Schweiz mit einem sehr guten Portfolio an Start-ups präsent zu sein. Eine Organisation wie i-net kann für MTIP eine wichtige Rolle spielen und es wäre toll, wenn der gemeinsame Netzwerkgedanke zu neuen Projekten führen könnte.

Interview: Fabian Käser und Nadine Nikulski, i-net

*Christoph Kausch ist Mitbegründer und CEO von MTIP. Er besitzt fundierte Kenntnisse im Strategiemanagement und darin, Innovationen auf den Markteintritt vorzubereiten. Vor der Gründung von MTIP leitete er während mehreren Jahren die globale Strategieabteilung von Syngenta.
Ausserdem war er Managing Director der Hafiba AG, einer Boutique Investment Firma, bei welcher Christoph Kausch noch immer im Verwaltungsrat mitwirkt. Seine Karriere begann er bei McKinsey & Company, wo er sich in den Bereichen Private Equity und Life Sciences spezialisiert hat.

Christoph Kausch hat an der TU München und am Massachusetts Institute of Technology Management (MIT) in Boston Maschinenbau studiert. Seinen PhD in Innovation & Technology Management machte er an der Universität St. Gallen und der Harvard Business School.

Über MedTech Innovation Partners AG
MedTech Innovation Partners (MTIP) mit Sitz in Basel ist ein Start-up Investor, der sich auf die Medizintechnikbranche spezialisiert. Start-ups, die mit MTIP zusammenarbeiten, profitieren von einer gezielten Unterstützung bei der Geschäftsentwicklung, einem systematischen Ansatz beim Intellectual Property-Management sowie von einer einzigartigen interdisziplinären Kultur.
Ein lokales Netzwerk, bestehend aus renommierten Schweizer Universitäten und Forschungszentren mit Stärken im Bereich Medizintechnik ermöglicht MTIP den frühen Zugang zu Forschungsergebnissen. Ein internationaler proprietärer «Innovationsring» bietet Forschern und Unternehmern ideale Voraussetzungen, um Innovationen einen effizienten Markteintritt zu ermöglichen.
Webesite von MTIP

 

report Innovation

Schweizer Gütermetro nimmt nächste Hürde

10.12.2018

report ICT

Basler Softwareentwickler nimmt frisches Kapital ein

06.12.2018

Cookies

BaselArea.swiss verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewähren. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu.

Ok