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report Life Sciences

„Beim Aufbau eines Unternehmens mit grösstem Potenzial gehen wir keine Kompromisse ein“

26.08.2019

Versant Ventures blickt auf eine grosse Tradition im Aufbau von erfolgreichen Unternehmen zurück. Beispiele dafür sind Therachon, Black Diamond oder CRISPR Therapeutics. Wir haben mit dem Basler Partner von Versant Ventures Alex Mayweg über das grossartige Beispiel der Forschungsplattform Ridgeline Therapeutics von Versant Ventures gesprochen, das Wissenschaft in ein erfolgreiches Arzneimittelentwicklungsprogramm umwandelt und auch der Entdeckung künftiger Wirkstoffe dient.

Alex, was macht Versant Ventures eigentlich?

Alex Mayweg: Versant Ventures ist ein Risikofonds für Biotechnologie, der sich mit frühen Investitionen im Biotechnologiebereich und der Gründung von Unternehmen einen Namen gemacht hat. Kürzlich haben wir unser 20-jähriges Jubiläum gefeiert. Unsere Strategie besteht darin, die weltweit innovativsten Ansätze zu finanzieren, die zu einer Revolution im Gesundheitswesen führen könnten. Für den Aufbau eines Unternehmens bieten wir drei Wege an: Der erste besteht darin, zusammen mit anderen Partnern in bestehende Unternehmen zu investieren. In 50 Prozent der Fälle gründen und finanzieren wir anfänglich die Unternehmen jedoch selbst. Darüber hinaus bieten wir Forschungsplattformen wie Ridgeline Therapeutics an. Hier führen wir die Wissenschaften zusammen, vernetzen sie, wägen die Risiken ab und setzen sie dann in Programme für Wirkstoffentdeckung und Unternehmen um. Zu diesem Zweck haben wir einige der besten Fachleute im Sektor Wirkstoffentdeckung um uns geschart. Sie helfen uns, die Unternehmen aufzubauen und die Wissenschaft voranzubringen. Es kommt auch vor, dass sie dann während der Wachstumsphase in die neu gegründeten Unternehmen wechseln.

Versant Ventures hat seinen Hauptsitz in San Francisco und betreibt Büros in den USA, in Kanada – und in Basel. Warum Basel?

Versant blickt auf eine lange Erfolgsgeschichte in Europa zurück. Wir haben eine Reihe von erfolgreichen Unternehmen wie CRISPR Therapeutics oder Therachon gegründet, das kürzlich von Pfizer aufgekauft wurde. Dank dem Büro, das seit langem in Basel angesiedelt ist, und unserer Forschungsplattform, die wir vor drei Jahren lanciert haben, können wir uns nun den umfassenden Sachverstand in der Wirkstoffentdeckung in dieser Region unmittelbar zu Nutzen machen. Tausende von Wirkstoffentdeckungsfachleuten leben hier. Das ist in Europa einzigartig und ich denke, dass die Region dieser Tatsache ihre weltweite Wettbewerbsfähigkeit verdankt. Wir haben bereits etwa 100 Millionen Dollar an Unternehmen in der Region Basel vergeben, die wir über unsere Forschungsplattform Ridgeline gegründet haben. Wir fühlen uns der Region sehr verpflichtet, auch wenn einige Unternehmen in den USA Fuss gefasst haben. Viele unserer Unternehmen haben zwei Standbeine.

Wie funktioniert Ridgeline?

Die Forschungsplattform besteht aus einem Team hervorragender Leute, die Unternehmen gründen, die Ridgeline beim Aufbau als Hilfestellung und Unterstützung nutzen. Es ist ein wunderbares Modell. Wie schaffen Unternehmen mit grossen Visionen, die später unabhängig werden und anfänglich die Unterstützung von Fachleuten geniessen, die wissen was sie tun müssen, um eine schlagkräftige Datengrundlage zu schaffen und dann die richtige Strategie erarbeiten. Mit diesem Modell können wir Talente anziehen, die Startups sonst in einem frühen Stadium kaum gewinnen könnten. Wir können auf einen umfassenden Pool aus Biologen, Zellbiologen, Krebsbiologen, Immunologen und Chemikern zurückgreifen, die sich sowohl durch tiefe als auch breite Erfahrung in ihren Gebieten auszeichnen.

Welche Bereiche decken Sie mit Ihrer Plattform ab?

Hinsichtlich Auswahl sind wir Agnostiker. Wir haben Unternehmen, die sich auf kleine Moleküle und Proteine fokussieren. Antikörper wären eine höchst wünschenswerte Wahl. Bisher haben wir aber noch keine Möglichkeit gefunden, die uns überzeugt hat. Möglichkeiten sehen wir ebenfalls in der Zelltherapie und anderen Anfragen aus dieser Region. Für die Schweiz wäre es sehr interessant, wenn sie in diesem Bereich ein Standbein aufbauen könnte. Ich sehe hier nämlich wachsende Betriebsamkeit und herausragende Wissenschaft.

Wo finden Sie anregende Wissenschaft – oder findet die Wissenschaft Sie?

Es ist eine Mischung aus beidem. Wir erkennen Themen, von denen wir ahnen, dass sie wichtig werden und suchen aktiv Akademiker, die Programme zu diesem Themen durchführen. Wir müssen in die Zukunft schauen und die bestqualifizierten Akademiker in diesen Bereichen finden. Oft finden wir sie in Europa oder in der Schweiz, nicht weit weg von unserer Haustüre.

Akademiker hängen oft an ihrer Wissenschaft. Versant ist dafür bekannt, bei der Unternehmensgründung seine eigenen Leute einzubringen. Wie geht ihr mit diesem möglichen Konflikt um?

Ich bin immer erstaunt, in welche Richtung sich die Leute entwickeln, was sie lernen und wie weit sie es bringen können. Das wollen wir tatkräftig unterstützen. Allerdings ist die Wirkstoffentdeckung schwierig und für den Erfolg sind Erfahrung und Misserfolge in Form gescheiterter Programme Voraussetzung. Wenn man seine Erfahrung nicht nutzt und auf die falsche Strategie setzt, läuft man Gefahr, die Technologie für das Falsche einzusetzen. Die Kombination von engagierten Gründungsakademikern, Unternehmern und Teams aus klugen und erfahrenen Fachleuten in der Wirkstoffentdeckung war sehr erfolgreich. Das bedeutet natürlich auch, dass Versant bei der Gründung von Unternehmen eine wichtige Rolle spielt.
Bei der Gründung von Unternehmen mit höchstem Potential in einem bestimmten Bereich kennen wir keine Kompromisse. „Think big“ ist unser Motto und ich meine, dass dieser Ansatz notwendig ist, um ein solches Unternehmen aufzubauen. Aus den Erfahrungen von Versant mit über 150 Unternehmen kann diese Firma aus viel Wissen über gangbare Wege schöpfen.

Bevor Sie zu Versant Ventures gewechselt haben, waren Sie in der Wirkstoffentdeckung bei Roche tätig. Wo liegt der Unterschied zur Wirkstoffentdeckung für einen Risikofonds?

Roche ist ein grossartiger Ort für die Wirkstoffentdeckung – dort habe ich am meisten darüber gelernt. Risikobehaftete Biotechnologie ist eine ganz andere Erfahrung. Jährlich sehen wir Hunderte innovative Technologien und es ist unglaublich spannend, daraus die überzeugendsten Entdeckungen auszuwählen und sie zu einem Unternehmen für die Wirkstoffentdeckung aufzubauen. Mit kleinen, aber sehr fokussierten Teams investieren wir früh in die jüngsten Innovationen und Entdeckungen. Heute steht unglaublich viel Kapital zur Verfügung und man kann mit erfahrenen Teams und über vertragliche Forschungsorganisationen ausserhalb der grossen Pharmaindustrie vollwertige Wirkstoffentdeckungsprogramme lanciere und betreiben. Vor zehn Jahren war das so noch nicht möglich.

Wie viel Kapital investiert Versant bevor Unterstützung von aussen notwendig ist?

Für unsere Unternehmen und je nach deren Art legen wir zweistellige Millionenbeträge zurück. Das hängt natürlich davon ab, wie wir dieses Kapital einsetzen und zuteilen. Hat ein Unternehmen oder eine Technologie einen Kapitalbedarf, für den wir nicht allein aufkommen können, ziehen wir gegebenenfalls bereits früher andere Investoren bei. Ich kann sagen, dass wir Unternehmen wesentlich besser ausstatten können, als es in dieser Region sonst üblich ist.

Ihr Fonds scheint immer grösser zu werden. Wie kommt das?

Um führende Unternehmen gründen zu können, braucht es einen prallen Geldbeutel. Bei einer so umfassenden Technologie mit vielfachen Anwendungen macht es keinen Sinn, diese Geschäftsmöglichkeiten mit dem Tropfenzähler zu alimentieren. Die Wirkstoffentdeckung ist schwierig und kostspielig. Wir kennen Unternehmen, die überzeugt sind, mit einem Startkapital von drei Millionen im klinischen Versuch ein Molekül zu finden. Wir wissen, dass sie dafür viel mehr benötigen. Gleichwohl sammeln wir nicht Grossfonds und das biotechnologische Modell mit Unterstützung aus dem Risikofonds trägt dazu bei, dass wir Kapital zur Schöpfung von Mehrwert effizient einsetzen.

Was tun Sie als Erstes, wenn Sie beschlossen haben, zu investieren?

Wir entlasten das Unternehmen von den Risiken und loten Strategien aus. Dies bedeutet unter anderem, dass die wissenschaftliche Erkenntnis in einem zusätzlichen Umfeld reproduzierbar sein muss. Wir sind frühzeitig involviert, was uns erlaubt, das Forschungsrisiko sehr gut einzuschätzen. Diese grosse Nähe bietet den Vorteil, das wissenschaftliche Vorhaben zu verstehen und dessen wichtiger Verfechter zu werden. Wissenschaftler verfallen leicht ihrer Wissenschaft. Wenn Versant aber von ihrer Wissenschaft überzeugt ist und sie ebenfalls für gut befindet, dann ist das für die Beschaffung von zusätzlichem Kapitel und die Suche nach Investoren für die nächste Runde ein enormer Vorteil.

Ist Scheitern eine Option?

Ausfälle sind beinahe die Bestimmung der Pharma-Industrie. In der Gross-Pharma beginnt man mit 50 Programmen, die dann zu 30 und später zehn mit klinischen Versuchen schrumpfen. Programme werden immer ausgedünnt. In den Unternehmen in unserem Portfolio sind Ausfälle interessanterweise sehr niedrig. Wissenschaft ist jedoch Wissenschaft, und nicht alle Programme funktionieren. Immer wird die Wirkstoffentdeckung als Gerade von A nach B geplant. Der Weg dorthin ist jedoch immer ein verschlungener Pfad. Möglicherweise tut man schliesslich nicht das, was man ursprünglich zu tun beabsichtigte. Das Risikomodell versucht jedoch immer, den geschaffenen Wert zu steigern, zu erhalten und wirksam einzusetzen. Es kommt nur selten vor, dass Dinge einfach sang- und klanglos verschwinden.

Was erwarten Sie von der Zukunft der Biotechnologie?

Schauen Sie sich die Geschichte der Innovationen in der Wirkstoffentdeckung in der chemischen Industrie in der Region Basel an. Da gibt es Innovationskurven, die sich über Jahrzehnte hinziehen. In der Vergangenheit haben sie die Lebenserwartung und die Überlebenschancen bei Krebs verlängert, die Todesrate bei Herzkrankheiten gesenkt und die Fälle von Infektionskrankheiten sind stark zurückgegangen. Wir erleben eine aussergewöhnliche Zeit in der Biotechnologie. Vor Jahren waren es kleine Moleküle und dann kamen Antikörper dazu. Jetzt haben wir die ganze Bandbreite an Möglichkeiten, einschliesslich kleine Moleküle, biologische Präparate, Zelltherapien, Genmanipulation, Gentherapie und viele andere, die grosses Innovationspotential eröffnen. Wir wählen nicht nur die besten Möglichkeiten in den vorhandenen Innovationskurven aus, sondern denken auch neue Kurven an. Wie einer meiner Partner bei Versant kürzlich sagte: „Die coolste Technologie ist die, die noch nicht erfunden ist.“ Aber wir versprechen eines: Wenn sie erfunden ist, werden wir sie beschaffen und darum herum ein glänzendes Unternehmen aufbauen.

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie Versant Ventures und seine Forschungsplattform Ridgeline Therapeutics funktionieren, laden wir Sie gerne zur Präsentation von Alex Mayweg am 18. September 2019 in Basel ein: Investor Spotlight: Ridgeline Therapeutics – A Versant Ventures Discovery Engine

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Tide Ocean verwandelt Meeresplastik in Uhren

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Kindoh eröffnet weltweiten Hauptsitz in Basel

17.10.2019

report BaselArea.swiss

33 neu angesiedelte Firmen schaffen hunderte Arbeitsplätze

28.03.2019

BaselArea.swiss hat 2018 beachtliche Erfolge feiern können. 33 Firmen konnten davon überzeugt werden, in die Wirtschaftsregion Basel zu expandieren. Das sind sieben mehr als im Vorjahr. 16 Firmen sind aus Europa zugezogen, neun davon aus Deutschland. Zudem hat BaselArea.swiss sechs Schweizer Unternehmen bei der Suche nach einem geeigneten Standort in der Region Basel unterstützt. Unter den neu angesiedelten Firmen sind 19 in den Life Sciences und in der Chemiebranche tätig.

Die neu im Wirtschaftsraum Basel ansässigen Firmen haben bereits 139 Arbeitsplätze geschaffen, 296 weitere haben die Unternehmen für die kommenden Jahre in Aussicht gestellt. Das grosse Interesse an der Region Basel als Firmenstandort zeigte sich ausserdem an den über 400 Beratungen im In- und Ausland sowie den 67 Besuchen von Investoren und Unternehmensdelegationen, die BaselArea.swiss 2018 organisiert hat.

Überaus erfreulich entwickelte sich neben der Standortpromotion auch die Innovationsförderung. 72 Start-ups wurden von BaselArea.swiss bei der Gründung unterstützt, womit sich die Zahl der Unternehmensgründungen gegenüber dem Vorjahr um neun erhöhte. Es handelte sich dabei primär um Firmen in den Branchen Life Sciences und ICT.

Eine deutliche Zunahme zeigte sich bei der Nachfrage nach Beratung und Mentoring. 556 Mal haben Unternehmen diese Dienstleistung von BaselArea.swiss in Anspruch genommen, was im Vergleich zum Vorjahr mehr als einer Verdreifachung entspricht. Grosser Beliebtheit erfreuten sich auch die Veranstaltungen von BaselArea.swiss, an denen rund 6’000 Teilnehmenden eine Plattform geboten wurde, um sich zu vernetzen und neue Ideen zu generieren.

Lesen Sie die ganze Medienmitteilung. Den Jahresbericht können Sie hier als PDF herunterladen.

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Early mover: NextDay.Vision is first tenant at Switzerland Innovation Park Basel Area in J...

26.09.2019

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Frisches Geld für Basler Biopharmaunternehmen

09.09.2019

report Precision Medicine

Gesundheitsinnovationen gewinnen mit dem DayOne Accelerator an Dynamik

05.03.2019

Vier innovative Start-ups im Healthcare-Bereich nehmen an der ersten Runde des DayOne Accelerator teil. Faraz Oloumi von Aurteen, Chang Yun von Noul sowie Christian Vogler und Leo Gschwind von Advancience zeugen davon, wie weit Überzeugung tragen kann.

BaselArea.swiss: Faraz, warum hast Du Aurteen gegründet?

Faraz: Während meines Studiums der Elektro- und Computertechnik arbeitete ich an der Netzhautanalyse und begann, mich für das Thema zu interessieren. Nachdem ich meinen Master und dann mein Doktorat beendet hatte, lehnte ich eine sichere Stelle ab, um das Thema weiterzuverfolgen. So wurde Aurteen ins Leben gerufen. Ich bin vollkommen von der Neuartigkeit und Notwendigkeit einer computergestützten Beurteilung der Retina überzeugt, denn die Gefässe im Augenhintergrund sagen eine Menge über die allgemeine Gesundheit von Netzhauterkrankungen bis hin zu Stoffwechsel- und Herz-Kreislaufstörungen aus.

Christian, gab es auch für Dich einen bestimmten Startpunkt?

Christian: Ich habe Psychologie und Genetik studiert. Um Genetik als Werkzeug zur Erforschung des menschlichen Geistes zu nutzen, begannen wir – meine Mitbegründer und ich –, uns mit Psychometrie zu befassen. Das typische Instrumentarium für psychometrische Tests stammt aus den 1940er bis 1970er Jahren. Wir haben psychometrische Tests ins 21. Jahrhundert übertragen, sie um spielerische Elemente ergänzt sowie unterhaltsam und skalierbar gestaltet. Damit sind wir in der Lage, eine hohe Anzahl an Studienteilnehmern zu verarbeiten. Wir möchten die Psychologie vorwärtsbringen. Wir sind überzeugt, dass sich unsere Tools für eine ganze Reihe unterschiedlicher Zwecke nutzen lassen: Sie dienen als Diagnosewerkzeug für die Untersuchung von Aufmerksamkeitsstörungen oder Gedächtnisschwächen ebenso wie als Instrument für den Personalbereich, um eine bessere Zusammenarbeit in Teams zu fördern.

Chang, Du bist vor einem Jahr zu Noul gestossen. Aus welchem Grund?

Chang: Einer der Mitbegründer ist biomedizinischer Techniker. Direkt nach dem Erwerb seines Doktortitels in den USA verbrachte er 1,5 Jahre in Malawi im freiwilligen sozialen Dienst. Er erlebte mit, wie viele Kinder an Malaria starben, und war überrascht, dass sich Gesundheitshelfer nach wie vor auf Tests verliessen, die ungenau und unpraktisch waren. 2015 gründete er Noul, um ein tragbares Gerät zu entwickeln, das eine Bildanalyse und künstliche Intelligenz zur Diagnose von Krankheiten anhand von Blutproben verwendet. Als sein enger Freund war ich von Anfang an an dem Projekt interessiert und stiess vor einem Jahr dazu – in der Gewissheit, dass meine Laufbahn bei den Vereinten Nationen dem Erfolg des Projekts förderlich sein würde. Ich habe Kenntnisse im Unternehmensmanagement und in der öffentlichen Verwaltung. Als Director of Global Business Development bei Noul habe ich jetzt das europäische Büro aufgebaut.

Was war beim Aufbau des Unternehmens am schwierigsten?

Chang: Bei uns war es die Wissenschaft. Wir folgten dem Prinzip «Versuch und Irrtum». Die klinischen Versuche im Labor funktionierten gut, doch die Ergebnisse in der Praxis waren oft unerwartet. Manchmal war es schwierig, genügend hochwertige Proben zu bekommen. Um diese Hürden zu überwinden, arbeiten wir mit dem Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut in Basel zusammen. Zudem sind für die Zulassung einer neuen Technologie wie der unseren auch neue Kriterien erforderlich. Das erfordert viel Zeit und hinreichend überzeugende Daten von unserer Seite.

Christian: Als Wissenschaftler wird man nicht über Nacht zum Unternehmer. Ich musste lernen, dass nicht nur wissenschaftliche Ergebnisse zählen. Vielmehr muss ich meine Ergebnisse verkaufen und über spezifische Leistungsversprechen nachdenken. Ich kenne mich in Psychologie, Genetik und Bioinformatik aus – und jetzt muss ich obendrein Business Cases vorlegen. In der Geschäftswelt treffen wir jeden Tag auf neue Probleme. Man braucht immer einen Plan B, C und D. Es ist enorm viel Arbeit, aber es macht auch viel Spass.

Faraz: Es ist nicht einfach, seinen Lebensunterhalt nicht selber sicherstellen zu können. Ich habe mir selbst in den letzten Jahren keinen Cent ausbezahlt. Das Schwierigste für mich war es, Menschen davon zu überzeugen, dass meine Ideen und meine Vision nicht verrückt sind. Ich musste gegen viele Widrigkeiten ankämpfen. Aber ich bereue nichts. Dann gab es noch andere Herausforderungen wie etwa, dass ich als CEO und nicht nur als CTO fungieren musste, was bedeutet, dass man kein Perfektionist mehr sein darf. Diese Herausforderung macht mir Spass.

Was hofft ihr in den nächsten Monaten im DayOne Accelerator zu erreichen?

Faraz: Obwohl Kanada für den telemedizinischen Ansatz gut geeignet ist und meine Mitarbeitenden und potenziellen Kunden dort sind, haben wir rein zahlenmässig keinen guten Business Case in Kanada. Zudem ist der Nachbarmarkt der USA stark fragmentiert und es ist schwierig, dort einzudringen. Die Teilnahme am DayOne Accelerator ist für uns die optimale Chance, den europäischen Markt zu sondieren und zu validieren. Weiterhin möchten wir unsere Liste an Leistungsversprechen bestätigen und Investoren finden.

Chang: Unsere Schweizer Partner haben uns ermutigt, uns für das Programm zu bewerben, und glücklicherweise wurden wir für eine Teilnahme ausgewählt. Ich glaube, dass Noul in den letzten drei Jahren sehr hart daran gearbeitet hat, noch nie dagewesene Diagnoselösungen zu entwickeln. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um auf das bis jetzt Erreichte zurückzublicken und den Input, den wir hier erhalten, zu nutzen, um unser Geschäftsmodell weiter zu konkretisieren. Wir möchten die Menschen kennenlernen, die uns bei der Erreichung dieses Ziels weiterhelfen können, und die Möglichkeiten ausloten.

Leo: Wir möchten lernen, wie wir das Geschäft aufbauen und betreiben können. Darüber hinaus wir möchten dafür gerüstet sein, potenzielle Investoren für uns zu begeistern und nach Startkapital Ausschau halten.

Das Förderprogramm begann im Januar. Welche Erfahrungen habt Ihr bis jetzt gemacht?

Faraz: Alles war eine angenehme Überraschung. Das Ökosystem in Form von Unterstützung für Start-ups ist so völlig anders als das, was ich bisher kannte. Ich spreche mit hochrangigen Vertretern der Pharmabranche und der klinischen Praxis, und die Gesamtförderung erfolgt auf einem sehr hohen Niveau. Dem DayOne-Team ist es ein Anliegen, dass mein Unternehmen und ich Erfolg haben. Ich bin überzeugt, dass wir hier mehr Dynamik gewinnen können. Aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen spiele ich mit dem Gedanken, mich hier in Basel niederzulassen. Das hier ist wirklich ein Segen für unser Team.

Chang: Ich bin beeindruckt. Die Treffen, die wir bis jetzt hatten, sind extrem nützlich und hilfreich gewesen. Unter strategischen Gesichtspunkten zahlt es sich aus, in Basel und nahe bei unserem Partner, dem Schweizerischen TPH, sowie in leicht überwindbarer Entfernung zu unseren Anspruchsgruppen in Genf zu sein. Bis jetzt erweist sich der Accelerator als äusserst wirksam.

Leo: Der Input ist enorm. Wir profitieren gewaltig und lernen, wie das Geschäft zu strukturieren ist. Es ist genial, sein Handwerk bei Experten zu lernen und unmittelbare Einblicke zu erhalten. Und die Finanzierung lindert die ärgsten Nöte.

Was war der grösste Kulturschock bei der Ankunft in Basel?

Chang: In meiner Kultur sind die Menschen nicht so direkt, während die Leute hier ihre Meinung offener äussern. Ich mag diese Vielfalt und wünschte, wir hätten mehr davon in unserem Team in Südkorea. Ich finde, hier gibt es auch wenig Staus.

Faraz: Es ist der Wahnsinn, dass scheinbar jeder hier Englisch versteht.

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«Wir sind ein kleines Unternehmen mit einem grossen Portfolio»

05.02.2019

Nachdem Martine und Jean-Paul Clozel mit zwei weiteren Personen Actelion gegründet und in Europas grösstes Biotech-Unternehmen verwandelt hatten, wurden die Gesellschaft und ihre Entwicklungsprojekte in der Spätphase im Jahr 2017 von Johnson & Johnson übernommen. Mit der Entdeckungssparte und den in der Frühphase befindlichen Entwicklungsprojekten von Actelion gründete das Ehepaar das Start-up Idorsia mit dem Ziel, eines der führenden Biopharma-Unternehmen in Europa aufzubauen.

Wir sprachen mit Martine Clozel über ihre Leidenschaft für die Forschung, den medizinischen Gesichtspunkt in der Wissenschaft und was aufstrebende Biotech-Unternehmer brauchen.

BaselArea.swiss: Martine, ist Idorsia die neue Actelion?

Martine Clozel: Zum Teil ja, wir machen immer noch schwierige Sachen. Das hat sich gar nicht geändert. Wir haben die gleiche Kultur und die gleichen Ziele wie früher bei Actelion: Wir wollen innovative neue Arzneimittel entdecken, die möglicherweise bedeutende Auswirkungen auf das Leben der Menschen haben. Wir freuen uns, weiterhin Medikamente entdecken zu können. Es ist herrlich, dass wir dazu in der Lage sind. Im Unternehmen herrscht helle Begeisterung. Actelion war beinahe ein grosses Biopharma-Unternehmen geworden und war in vielen Ländern vertreten. Idorsia hat ihren Sitz in Allschwil und konzentriert sich auf effiziente Forschung und Entwicklung. Wir denken schon an die Vermarktungsphase. Kürzlich haben wir einen Vertriebsleiter eingestellt und den ersten ausländischen Standort in Japan eröffnet.

Sind Ihre Portfolioentscheidungen ausschliesslich wissenschaftlich begründet? Oder berücksichtigen sie auch wirtschaftliche Faktoren?

Wir alle wissen, dass die Nachfrage nach Medikamenten für Schlaflosigkeit, Lupus oder Hypertonie sehr hoch ist. Die Wahl einer neuen klinischen Indikation hängt vom neuen Molekül ab, von seinem Wirkmechanismus und auch davon, wo das Molekül die grösste therapeutische Wirkung entfalten kann. Wir versuchen, sehr pragmatisch vorzugehen und der Wissenschaft dorthin zu folgen, wo sie uns hinführt. In der Phase II und darüber hinaus, wenn wir mehr verstehen und sehen, dass unsere Annahme sich bezüglich Sicherheit und Wirksamkeit bestätigt, können wir ein Arzneimittel in Bezug auf Markteintritt und Vertriebspotenzial positionieren.

Wie gehen Sie bezüglich Ein- und Auslizenzierung vor?

Da wir viele faszinierende interne Aussichten haben, übernehmen wir keine Lizenzen. Derzeit befinden sich zehn Präparate in klinischer Entwicklung. Einige Forschungsprojekte nähern sich der Entwicklungsphase. Wir haben Auslizenzierungsabkommen, aber nicht, weil die Projekte nicht mehr prioritär sind, sondern weil unsere Organisation deutlich kleiner ist als früher. Wir besitzen nur mehr ein Drittel der klinischen Entwicklungskapazität und können uns nicht um alles selbst kümmern. Wir sind ein kleines Unternehmen mit einem grossen Portfolio.

Sie konzentrieren sich also vollständig auf Ihre internen Projekte? Order arbeiten Sie auch mit anderen Firmen zusammen?

Wir suchen nach massgeschneiderten Lösungen. Wenn wir etwas finden, das uns helfen kann, arbeiten wir auch gern mit externen Partnern zusammen, etwa Universitäten, Biotech-Firmen oder anderen. Viele unserer Projekte beginnen mit einem Papier, das wir lesen, oder spannenden neuen Daten, die wir zufällig finden und dann weiter untersuchen.

Auf Ihrer Website konzentrieren Sie sich bei der Beschreibung der Krankheiten zuerst auf die Symptome der Patienten. Erst danach gehen sie auf die wissenschaftlichen Aspekte ein. Wie stellen Sie sicher, dass Sie und die Mitarbeitenden von Idorsia immer nahe am Patienten bleiben?

Wir sind den Menschen nahe, die den Patienten nahe sind, also Ärzte, Pflegefachkräfte usw. Wir hören genau zu und versuchen wirklich, die Patienten zu verstehen. Wir laden auch Patienten ein. Ich bin Ärztin, deshalb vertrete ich bei allen unseren Forschungsarbeiten einen medizinischen Gesichtspunkt. Das gehört zu den Merkmalen von Idorsia.

Wenn wir schon von Personal sprechen: Wie leicht ist es, hier die richtigen Mitarbeitenden zu finden?

Es ist nicht einfach, aber wo ist es schon einfach? Ich bin von der Pharma-Branche begeistert. Es ist fantastisch, Patienten zu helfen, Tausende Menschen behandeln zu können. Pharmazie ist grossartig und doch wissen das nicht alle. Es mangelt an Berichten, was die Pharmabranche macht, sei es nun die Verlängerung der Lebenserwartung, die Revolutionen in der Onkologie, die Verbesserung der Lebensqualität, alle diese Fortschritte! Wir müssen mehr über die Bedeutung der Pharmazie sprechen, um Nachwuchstalente anzuziehen.

Amerikanischen Biotech-Unternehmen scheint es eher zu gelingen, unabhängig zu bleiben. Woran liegt das Ihrer Meinung nach?

Ich weiss nicht, ob das stimmt. Sehen Sie sich doch die jüngsten Übernahmen an: Celgene, Tesaro, Kite und Loxo durch BMS, GSK, Gilead bzw. Eli Lilly. Um nur ein paar Beispiele zu nennen. Heute bleiben Biotech-Unternehmen selten unabhängig, auch in den USA, weil die grossen Konzerne von ihren Entdeckungen abhängen. Bei Actelion hatten wir eine ehrgeizige, langfristige Vision. Es war nie unser Ziel, übernommen zu werden. Wir wollten stattdessen eine Struktur aufbauen, nicht nur ein Molekül oder eine Technik, sondern eine Organisation, die in der Lage ist, viele Arzneimittel zu entdecken. Wir waren ehrgeizig und gingen Risiken ein, das kommt ziemlich selten vor. Vielleicht haben amerikanische Biotech-Unternehmen etwas mehr Ambition, aber Europa besitzt einige Besonderheiten, auf denen die Branche aufbauen sollte. Beispielsweise ist die Chemie in der Schweiz und Deutschland aussergewöhnlich. Aber auch generell ist Europa voller spannender Forschungsprojekte und grossartiger Menschen.

Warum arbeiten Sie lieber in einem Start-up als in einem Grossunternehmen?

Ein kleines Unternehmen sorgt für grössere Freiheit und, was noch wichtiger ist, Nähe zwischen den Fakten und den Risiken. Unser Portfolio ist so klein, dass die Geschäftsleitung alle Projekte kennt. Wir können sehr effizient Entscheide treffen, das wäre in einem Grossunternehmen viel schwieriger.

Was raten Sie Unternehmern, die eine Biotech-Firma gründen wollen?

Sie sollten gleichzeitig an das Überleben und die Rentabilität denken. Sowohl langfristig als auch kurzfristig planen, sich nicht nur auf den nächsten Meilenstein konzentrieren, sondern von Anfang an etwas Großes anstreben. Und Entscheide pragmatisch treffen. Vor allem nicht allein, sondern in einem Team.

In Bezug auf Geschäftspartner: Sie gründeten Actelion und Idorsia mit Ihrem Mann. Wie navigieren Sie zwischen dem Labor und Ihrem Zuhause?

Ich kenne meinen Mann seit langer Zeit. Wir teilen die Leidenschaft für die Forschung und die Behandlung der Patienten. Ich habe es immer geschätzt, dass ich Schwierigkeiten mit Jean-Paul besprechen und auch angenehme Augenblicke mit ihm teilen kann. Natürlich arbeiten wir viel und setzen uns voll ein, so wie alle anderen auch bei Idorsia. Wir versuchen, zwischen Büro und Zuhause eine Grenze zu ziehen, besonders, wenn unsere Kinder und Enkel da sind. Wir wollen für sie da sein. Es ist anstrengend, aber wir denken und sprechen nicht rund um die Uhr über die Arbeit.

Werden Sie in zehn Jahren immer noch auf der Jagd nach neuen Medikamenten sein?

Nein, wohl eher nicht. Ich möchte nicht bis in alle Ewigkeit arbeiten. Irgendwann möchte ich mehr Zeit für die Familie und meinen Freundeskreis habe.

Actelion ist nicht nur für ihre Medikamente, sondern auch für ihr Gebäude bekannt. Idorsia hat ihren Sitz in einem Bauwerk von Herzog & de Meuron. Wie wichtig ist Ihnen Architektur?

Sehr wichtig. Diese Bauten werden noch lange Zeit stehen und gehören zur Kultur und zum Stil von Basel. Die Schweiz und Basel im Besonderen zeichnen sich durch avantgardistische Architektur aus. Wir freuen uns, dass wir daran teilnehmen konnten. Die Architektur stellt die Innovation dar, die wir anstreben. Wir wollen gute Arbeitsbedingungen für unsere Mitarbeitenden, viel Licht und viele Möglichkeiten, zu interagieren, schliesslich verbringen wir viel Zeit im Büro.

Wir haben gehört, dass Idorsia das Akronym für «I do research in Allschwil» ist. Stimmt diese amüsante Geschichte?

Nein, aber sie gefällt mir. In Wirklichkeit hatten wir die Möglichkeit, einen unserer bereits geschützten Produktnamen zu verwenden. Das half uns, unseren Firmennamen von Anfang an abzusichern.

Interview: Annett Altvater und Stephan Emmerth

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27.08.2019

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«Es muss nicht alles bleiben, wie es immer war»

08.01.2019

Désirée Mettraux ist seit 2016 CEO von Creadi. Das Spin-off der Pax hat die Online-Versicherungsplattform Simpego entwickelt. Die Versicherungsexpertin ist überzeugt, dass die Branche gewinnt, wenn sie sich gegenüber Partnern öffnet. Ihr Ziel: Versichern soll Spass machen.

BaselArea.swiss: Frau Mettraux, was bedeuten Versicherungen für Sie?

Désirée Mettraux: Für viele Leute ist das Thema langweilig und kompliziert. Ich verbinde Versicherungen mit Freiheit. Ich will, dass Versicherungen Spass machen.

Das Spin-off der Pax wurde 2016 ausgegründet. Was hat sich seither getan?

Von unseren ursprünglichen Vorstellungen haben wir viele über den Haufen geworfen. Der Insurtechmarkt ist stark in Bewegung, in ganz Europa wird viel Geld investiert. Da sehen wir auch, welche Modelle im B2C Markt nicht funktionieren. Wir sind kritisch mit uns und hinterfragen uns regelmässig. Aus einer Testphase, in der wir vieles ausprobiert haben, entstand Simpego, unsere Online-Plattform für Versicherungen.

Creadi wird von Pax finanziert, richtig?

Genau. Wendige Ausgründungen sind für die grossen Mutterschiffe die ideale Lernumgebung. Gleichzeitig ziehen sie Talente an. Wir haben mit Simpego die erste Native App auf den Schweizer Markt gebracht, bei der man on-the-go Versicherungen abschliessen kann. Das kann nicht jede Versicherung schnell auf die Beine stellen. Aber wir können zusammen mit einem grossen Versicherer testen, wie sein Produkt auf der Plattform funktioniert. Vom Erkenntnisgewinn profitieren alle.

Wie viel muss die Schweizer Versicherungsbranche im Bereich Insurtech noch lernen?

Die Schweiz hinkt im europäischen Vergleich stark hinterher. Die Online-Abschlussquote für Versicherungen liegt in der Schweiz bei zwölf Prozent. In Deutschland liegt die Quote bei über 30 Prozent. Dieser Rückstand ist nicht so einfach aufzuholen.

Inwiefern?

Wenn die Gesellschaft noch nicht so weit ist, reicht es nicht, dass eine Versicherung ihre Produkte digital zur Verfügung stellt. Unsere Gesellschaft funktioniert noch sehr klassisch mit Versicherungsberatern.

Creadi greift dieses Modell an. Das kann nicht allen gefallen.

Es gab Vorreiter, die auf den Markt drängten und dafür keine Sympathien geerntet haben. Aber das tut dem Markt nicht schlecht. Wenn etwas Neues kommt, müssen sich alle bewegen. Das nützt am Ende den Konsumentinnen und Konsumenten.

Offenbar vertrauen viele Leute einem Versicherungsmakler, der am Küchentisch die Policen erklärt. Wie schafft man mit einer App Vertrauen?

Vertrauen und Markenwahrnehmung sind unsere grossen Herausforderungen. Natürlich lässt sich der persönliche Kontakt, den manche Kunden über Jahrzehnte mit ihren Versicherungsvertreterinnen haben, nicht einfach durchbrechen. Darum bieten wir unseren Kunden die Möglichkeit zum Live-Chat oder beraten sie telefonisch.

Kann das die Lösung sein?

Das eigentliche Thema liegt aus meiner Sicht woanders: Zum einen sind die meisten Versicherungsprodukte, die nicht in die komplexen Vorsorgebereiche gehen, Standard. Niemand erfindet die Welt der Privathaftpflichtversicherung neu. Zum anderen verkauft ein Vertreter der Mobiliar nur die eigenen Produkte, die aber nicht unbedingt zum Kundenbedürfnis passen. Wir wollen diesen Knoten lösen und einen anderen Service bieten. Der Kunde soll wählen können, bei welchem Anbieter er die Versicherung online abschliesst oder ob er eine Beratung in Anspruch nimmt. Bei uns kann man innerhalb von einer Minute eine Versicherung abschliessen, völlig ohne Papierkram.

Wie ist die Resonanz von anderen Versicherern?

Es gibt Gesellschaften, die nichts mit Insurtechs zu tun haben wollen, weil sie nicht ihren eigenen Vertriebskanal angreifen wollen. Mittlerweile gibts aber immer mehr Versicherer, die empfänglich für Digitalisierungsthemen sind und die neue Sachen ausprobieren wollen. Wir sind prinzipiell offen für alle Partner. Ich bin sehr dafür, dass sich die ganze Branche gegenüber ihren Mitstreitern öffnet und als Teil eines gemeinsamen Ökosystems zusammen etwas auf die Beine stellt.

Das klingt gut...

... aber die Realität sieht etwas anders aus. Darum versuchen wir, verschiedene Anbieter auf unserem Marktplatz zu vereinen. Es muss nicht alles bleiben, wie es immer war.

Welche Rolle spielt die Digitalisierung für die Branche?

Wer manuelle Prozesse elektronisch abwickelt, hat noch nicht digitalisiert. Digitalisierung ist für mich eine Haltung und eine Frage von Kunden-Zentrierung. Viele Unternehmen orientieren sich von innen nach aussen und nicht von aussen nach innen. Da muss noch viel passieren. Wir alle – Versicherer inklusive – brauchen eine Strategie für eine digitale Welt. Wer hätte vor zwölf Jahren gedacht, dass wir Schuhe und Kleider fast nur noch online kaufen? Vielleicht werden wir irgendwann auch mit Versicherungen so weit sein.

Gibt es bei den Versicherungsprodukten auch Modernisierungsbedarf?

Ja, allerdings. Die jüngere Kundengeneration wird immer hybrider. Sie kaufen M-Budget Cottage Cheese und gleichzeitig Finefood Olivenöl. Beim Versichern beobachten wir das auch: Es sollte zwar allen klar sein, dass ein 25-Jähriger in seiner Hausratsdeckung kein Tiefkühlgut für 5000 Franken versichern muss. Trotzdem ist dieser Posten bei vielen Hausratsversicherungen standardmässig dabei. Wer aber beispielsweise in einem günstig eingerichteten WG-Zimmer wohnt, braucht vielleicht eher eine Versicherung für das 4000 Franken teure Velo oder für Handy und Laptop. Viele Versicherungen entsprechen gerade in urbanen Regionen nicht mehr dem Lifestyle.

Ein anderes Problem ist das Image.

Versicherungen haben den Ruf, dass sie einem etwas verkaufen wollen. Bei Creadi arbeiten wir gegen dieses Image an und schaffen Transparenz. Wenn wir für eine Person nicht das passende Angebot haben, sagen wir unseren Kunden das und weisen sie auf Produkte hin, die besser zu ihnen passen. Wir bieten auch keine langfristigen Verträge an, es ist alles kurzfristig ausgerichtet.

Creadi hat im vergangenen Jahr den DIAmond Award gewonnen. Herzlichen Glückwunsch nachträglich!

Danke. Wir haben den Fahrzeugausweisscanner Simpego Snap programmiert. Der liest ein Foto vom Fahrzeugausweis mit image processing aus, anschliessend macht das Programm die passende Offerte für den Fahrzeugtyp. Dahinter steckt ein cleverer Algorithmus, der dir sagt, für welches Fahrzeug in welcher Kategorie mit dem Jahrgang welche Deckung vorgeschlagen wird. Du kannst in einer Minute eine Fahrzeugversicherung abschliessen. Das ist auf mobile Geräte ausgerichtet, denn der Fahrzeugausweis liegt in der Regel im Handschuhfach. Solche Produkte finde ich grossartig. Sie machen das Leben einfacher.

Was bedeuten solche Auszeichnungen für Sie?

Für uns war wichtig, dass wir unseren Showcase vor über 1000 Leuten aus der Branche validiert haben. In unserem Ökosystem konnten wir uns beweisen und bestätigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Das ist sehr wertvoll und erleichtert den Zugang zu anderen Partnern. Mit unserer Entwicklung zeigen wir, dass wir viel mehr sind als ein Versicherungsbroker.

Aktuell arbeiten bei Creadi 15 Personen. Wie war die Personalsuche?

Das Basler Pflaster ist für ein Technologie Start-up schwierig. Trotzdem haben wir uns bewusst für Basel entschieden. Einige unserer Mitarbeiter sind extra für uns hergezogen. Basel ist definitiv ein attraktiver Standort, der auch kulturell und infrastrukturell viel bietet. Die Stadt hat etwas Internationales. Trotzdem ist sie überschaubar und unsere Mitarbeitenden finden bezahlbare Wohnungen.

report BaselArea.swiss

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Drei Unternehmer, drei Visionen für die Industrie 4.0

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BaselArea.swiss lud Start-ups und Industrie 4.0-Projekte zur Teilnahme am ersten Industry 4.0 Challenge ein. Eine Jury aus der Branche wählte drei Finalisten aus: Philippe Kapfer von NextDay.Vision, Roy Chikballapur von MachIQ und Dominik Trost von holo|one. In diesem Gespräch erfahren Sie mehr über ihre Beiträge und Ziele. Sie können die Unternehmer am 20. und 21. November 2018 auf der Messe «Industries du Futur» in Mulhouse treffen.

BaselArea.swiss: Welches Problem will Ihr Unternehmen lösen?

Dominik Trost, holo|one: Im Allgemeinen setzen unsere Lösungen «Augmented Reality», d.h. erweiterte Wirklichkeit, ein und bringen das Wissen schnell dahin, wo es gebraucht wird. Das heisst, wir bieten intuitive Wartungsunterstützung an. Dazu zählen holografische Checklisten oder Tools für Rapporte, Remote Assistance in AR für Unternehmen, die elektronische Informationen an Standorte auf der ganzen Welt senden müssen, sowie herkömmliche Videoanrufe. Zudem verwenden wir Hologramme und Animationen als Storytelling-Tools und entwickeln eine App für Design-Zwecke und Präsentationen. Vor allem sind wir bestrebt, alles einfach zu halten: Unsere Apps konzentrieren sich auf einige leistungsfähige Features und können alle über unser browserbasiertes Portal verwaltet werden. Man soll unsere Apps mühelos nutzen können.

Roy Chikballapur, MachIQ: Wir helfen Maschinenbauern und Herstellern, die Performance der Anlagen und Geräte zu steigern. Zu diesem Zweck entwickelte MachIQ eine Software für Maschinenbauer, welche die Kundenbetreuung vereinfacht, die Maschinen überwacht und so die ungeplanten Ausfälle bei den Kunden reduziert. Herstellern bietet MachIQ eine Software an, die den vorausschauenden Support unterstützt sowie nützliche Funktionen für Werksleiter, Kontrolleure und das Wartungsteam kombiniert. Kurz gefasst: Wir erwecken Maschinen zum Leben.

Philippe Kapfer, NextDay.Vision: Next Day Vision vereinfacht die Kommunikation zwischen Herstellern von Maschinen und deren Kunden und macht sie sicherer. Normalerweise sind Verbindungen zwischen zwei Kontakten unsicher und anfällig, denn eine oder sogar beide Seiten müssen die Verbindung öffnen. So werden sie angreifbar. Ausserdem müssen Sie den Workflow in der Regel unterbrechen, um einen Partner zu validieren. Unsere API ist so designt, dass sie Unternehmen dabei hilft, eine integrierte Software zu erstellen. So kann eine Firma ihre Maschine beispielsweise aus der Ferne updaten und den Validierungsworkflow auf Kundenseite direkt integrieren. Dabei muss der Kunde sich auf seinem Smartphone anmelden, indem er von Hand unterschreibt, bevor der Hersteller die Maschine aus der Distanz updaten kann. Das führt zu einem nachvollziehbaren und regelkonformen Prozess.

Wann und warum haben Sie Ihr Unternehmen gegründet?

Philippe Kapfer: NextDay Vision gibt es seit Mitte 2017. Davor habe ich im Rahmen meiner Masterarbeit ein Buch über die Sicherheit von Computersystemen geschrieben. Darin zeige ich, wie sich Windows hacken lässt – Computersysteme von Unternehmen sind leicht von innen angreifbar. Aus Angst vor solchen Angriffen nutzen viele Firmen beispielsweise die Cloud nicht und versuchen, ihre Systeme geschlossen zu halten. In Gesprächen mit Maschinenherstellern und deren Kunden habe ich festgestellt, dass hierfür Lösungen fehlen. Im Zuge der Digitalisierung stellt sich natürlich die Frage, wie wir Verbindungen sicher machen können. Mein Unternehmen liefert Antworten auf diese Frage.

Roy Chikballapur: Als ich bei Schneider Electric in Paris arbeitete, wirkte ich bei der Digitalisierung der industriellen Angebote für verschiedene Unternehmen mit. In Gesprächen mit den Maschinenbauern und Herstellern erfuhr ich, dass sie mit noch viel grundlegenderen Problemen zu kämpfen hatten. So etwa mit der Kundenbetreuung. Es braucht einfach viel zu viel Zeit, die Kunden- und Seriennummern herauszufinden und Sachen zu reparieren. In dieser Zeit stellt die Maschine nichts her und erzielt nur Verluste für das Unternehmen. Die Idee für mein Unternehmen hatte ich 2014, 2016 habe ich dann MachIQ gegründet.

Dominik Trost: Alles begann mit der Präsentation der Microsoft HoloLens: Wir sahen die Präsentation live und wussten, dass AR-Brillen ein grosses Potenzial hatten. Bald erhielten wir das erste Gerät und leiteten viele Workshops mit Unternehmen aus verschiedenen Branchen. Wir erkannten die Vorteile der Technologie sofort. Auch die Unternehmen waren davon überzeugt. Nach der Beurteilung des Marktpotenzials in der Schweiz gründeten wir unser Unternehmen am Ende des Jahres und konzentrierten uns zuerst auf einzelne Vorzeigeprojekte. Wir erkannten schnell, dass ein standardisierter Ansatz den Anforderungen der Unternehmen besser entsprach, aber es gab noch viel zu tun: Dieses Jahr arbeiteten wir fast ausschliesslich an der Entwicklung unserer neuen AR-Plattform, Sphere, die Ende November in Betrieb genommen wird.

Wie haben Sie vom 4 Challenge gehört und warum haben Sie sich beworben?

Dominik Trost: Markus Ettin, Industry 4.0 und Automatization Manager bei der Bell Food Gruppe meinte, wir wären gute Kandidaten für die Industry 4.0 Challenge und sollten uns näher damit befassen. Obwohl wir eher einen internationalen Ausblick haben, war es uns auch wichtig, unsere Technologie in der Region besser bekannt zu machen, deshalb haben wir es gewagt ...

Philippe Kapfer: Für mich war das wie ein Lackmustest. Ich wollte wissen, wie unsere Lösung ankommt. Beim Industry 4.0 Challenge hatte ich die Möglichkeit, mein Projekt von Industrieexperten nochmals bestätigen zu lassen. Gleichzeitig hat mir die Jury bestätigt, dass wir tatsächlich etwas Neues in die Industrie bringen.

Roy Chikballapur: Wie standen mit BaselArea.swiss in Verbindung, weil das Team uns half, aus dem Kanton Waadt nach Basel-Stadt zu ziehen. Sebastien Meunier, der für die Initiative zuständig zeichnet, berichtete darüber auf LinkedIn. So sind wir darauf aufmerksam geworden. Meines Erachtens sind die Diskussionen in der LinkedIn Community von BaselArea.swiss für die Industrie 4.0 relevant, deshalb haben wir uns beworben.

Was bedeutet der Begriff «Industrie 4.0» für Sie und warum halten Sie das Thema für wichtig?

Dominik Trost: Für uns ist Industrie 4.0 die logische Weiterentwicklung der Industrie anhand Tools und Technologien, die verfügbar sind oder entwickelt werden. Wie das 4.0 bereits andeutet, handelt es sich um die industrielle Revolution unserer Generation. Sie steht für Produktivität, Sicherheit und Vernetzung. Unserer Meinung nach bleibt Industrie 4.0 auch in den kommenden Jahrzehnten ein heisses Thema. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, auf den Zug aufzuspringen.

Philippe Kapfer: Ich glaube, dass der Begriff «Industrie 4.0» oft gebraucht wird, um ein neues Produkt oder einen neuen Service zu verkaufen. Oft war die Technologie schon da, wird aber unter dem Titel Industrie 4.0 anders genutzt. Das Label wird global verwendet, wobei jeder darunter verstehen kann, was er will. Für mich bedeutet Industrie 4.0 in erster Linie, dass die Industrie sich weiterentwickelt.

Roy Chikballapur: Ich glaube, da steckt mehr dahinter. Der Fokus scheint heute vor allem auf den Technologien zu liegen, welche die Digitalisierung der Prozesse ermöglichen, auf der Generation nützlicher Daten und Algorithmen, welche die Menschen in verschiedenen Funktionen im Fertigungsbereich ersetzen sollen. Bei MachIQ konzentrieren wir uns jedoch eher auf den Wandel der Geschäftsmodelle, den diese Technologien herbeiführen werden, wenn sie erst einmal grossflächig eingeführt sind. Unseres Erachtens bereiten sich die wenigsten Unternehmen darauf vor. Nehmen wir ein Beispiel: Die meisten Maschinenbauer betrachten den Verkauf von Ersatzteilen und die Erbringung von Wartungs- und Reparaturleistungen als ihr Dienstleistungsgeschäft. Ihre Kunden kaufen aber in Wirklichkeit die Erfahrung von null ungeplanten Ausfällen. Infolge der verbesserten Vernetzung von Maschinen und der Analyse der Betriebsdaten in Echtzeit kann heute Ausfällen vorgebeugt werden.

Maschinenbauer, die das tun, verlieren dann aber einen Teil der Erlöse aus dem Ersatzteilverkauf. Sind sie darauf vorbereitet? Nicht, wenn sie an den herkömmlichen Geschäftsmodellen festhalten. Was wäre, wenn den Kunden ein «Netflix-Vertrag über Ersatzteile und Leistungen» angeboten würde, mit dem sie Betriebszeit kaufen? Was wäre, wenn ein Joghurthersteller seinen Maschinenlieferanten auf der Grundlage der Joghurtbecher bezahlt, die monatlich vom Fliessband laufen? Der Schwerpunkt würde von einem kapitalintensiven Modell auf ein Betriebszeitmodell verlagert werden, auch im Maschinenbau. Das Industrie 4.0-Modell zwingt die Anbieter, mit ihren Kunden, und die Wettbewerber, mit ihren Konkurrenten zusammenzuarbeiten. Unsere Aufgabe besteht darin, alle Parteien in diesem Wandel schrittweise zu begleiten, damit das aktuelle Geschäftsmodell allmählich umgestellt werden kann.

Wo sehen Sie die Entwicklung in der Region?

Roy Chikballapur: Wir haben uns vor allem deshalb für Basel entschieden, weil es im Mittelpunkt der europäischen Maschinenbauindustrie liegt. In einem Radius von 300 km findet sich die grösste Konzentration führender Maschinenbauunternehmen in allen wichtigen Wirtschaftszweigen. Ferner hat uns auch der Fokus des Kantons auf Industrie 4.0 überzeugt. Es gibt noch viele andere Start-up-Hubs in Europa. Sie konzentrieren sich jedoch eher auf Themen wie Fintech, Blockchain oder künstliche Intelligenz. Ich persönlich hoffe, dass sich die Region einem konkreteren, realeren Bereich widmet und sich dabei auf ihre Stärken als Life-Sciences-Hub und als Zentrum der Industrie und Logistik stützt.
Wir würden gern mit mehr Start-ups zusammenarbeiten, die sich dem Thema Industrie 4.0 widmen. So könnten wir unsere Produkte integrieren und umfassendere Angebote bereitstellen. Wir würden auch gern stärker mit grösseren Industrieunternehmen in der Region zusammenarbeiten. Ich bin sicher, dass ein solcher Fokus die Innovation beschleunigen und die Position von Basel als Hub für Industrie 4.0-Hub untermauern würde.

Dominik Trost: Als Softwarehaus mit einem standardisierten Produkt ist unser Ausblick weniger regional als national bzw. von Sprachgrenzen bestimmt. Wenn wir uns die Lage der AR in der Schweiz und in Deutschland ansehen, dann entdecken wir tatsächlich mehr Entwicklungszentren hier als in anderen Ländern, zumeist in Form einzelner Start-ups und Universitätsprogramme. Dennoch gilt AR heute immer noch als experimentelle Technologie, obwohl die Apps einsatzbereit sind und viele Vorteile bringen. Es gibt hier bei Weitem keinen so heftigen Wettbewerb wie in den USA oder in Ostasien. Und das ist sowohl eine Chance als auch eine Warnung.

Welche Pläne haben Sie für Ihr Unternehmen?

Philippe Kapfer: Wir haben aktuell vor allem Kunden im Jura und in der welchen Schweiz. Zusätzlich zu unseren Produkten biete ich auch Trainings und Audits zu Information Security Systemen an. Künftig will ich noch mehr Kapazitäten in die Entwicklung stecken.
Wir peilen sowohl den nationalen als auch den internationalen Markt mit unserer Security Software und API an. Der Cybersecurity-Markt wächst jährlich um zehn Prozent, aber es gibt nicht genügend Leute, die auf diese Entwicklung eingehen können. NextDay.Vision stellt die Software zur Verfügung, die ein Bedürfnis stillt und die es Unternehmen erleichtert, hohe Sicherheitsstandards zu erfüllen. Wir wollen Cybersecurity im Mindset der Industrie verankern. Dazu gehört, dass wir Verbindungen zwischen Kunden und Herstellern ermöglichen, ohne dafür die Datensicherheit zu opfern. Wir sind zuversichtlich, mit unserem Produkt und unserer Vision weiter zu wachsen.

Dominik Trost: Derzeit ist beinahe alles möglich Wir bauen unser Vertriebsnetz aus und werfen auch einen Blick ins Ausland. Wir bewerben unsere Produkte bereits in Deutschland und sehen uns jetzt in anderen Ländern um. Ausländische Wettbewerber werden sicher den europäischen Markt erschliessen, deshalb müssen wir schnell und entschieden handeln. Wir haben ein kompetentes Team aufgebaut und vertrauen der Qualität unserer Produkte, deshalb freuen wir uns darauf, was die Zukunft bringt.

Roy Chikballapur: MachIQ positioniert sich als neutraler, markenunabhängiger Akteur. Unsere Software vernetzt Maschinenbauer mit ihren Endkunden in der Industrie und ermöglicht es, die Leistung deren Anlagen besser zu verwalten. Die Software von MachIQ schafft die Dynamik einer «Daten-Genossenschaft» für Industrie 4.0. Gemeinsame Daten nützen allen im System. Sie werden sicher verwaltet, damit sie nicht die Beziehungen der Unternehmer zu ihren Anbietern und Kunden beeinträchtigen oder die Wettbewerbsdynamik zwischen Konkurrenten verzerren.
Unser Ziel ist es, das «Geschäftsbetriebssystem» einer über Industrie 4.0 vernetzten Welt zu werden. Obwohl viele Firmenchefs noch nicht daran gedacht haben, verstehen sie uns sofort, wenn wir ihnen unsere Vision erklären. Unser Kundenstamm wächst schnell. Deshalb versuchen wir jetzt, unser Team personell zu verstärken und rasch die richtigen Talente einzustellen.

Text: Annett Altvater

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