Innovation Report

 
report Invest in Basel region

Roivant sorgt in Basel für Aufsehen

13.06.2017

Mehr als 150 Gäste wollten wissen, wie Vivek Ramaswamy die Zukunft des Gesundheitswesens sieht. Der Gründer von Roivant und fünf anderen Biotech-Unternehmen gab eine pointierte Grundsatzrede und nahm anschliessend an einem lebhaften Podiumsgespräch mit anderen Vertretern von Pharma- und Biotech-Unternehmen teil. Roivant und BaselArea.swiss hatten am 8. Juni gemeinsam Interessierte aus den Life Sciences in die Halle 7 im Basler Gundeldingerfeld geladen. Roivant liess sich kürzlich mit Unterstützung von BaselArea.swiss in Basel nieder.

Das Publikum folgte mit Interesse dem Vortrag des «Wunderkinds», wie das Magazin «Forbes» ihn betitelte. Ramaswamy hat eine Mission. «Wir konzentrieren uns auf vielversprechende Forschung und auf leidenschaftliche Forscher. So verringern wir systematisch Zeit, Kosten und Risiken, bis neue Medikamente auf den Markt kommen», sagte er. Roivant entwickelt Medikamente weiter, die von anderen Pharmafirmen aufgegeben wurden und die irgendwo in der Pipeline steckengeblieben sind. Seine Mittel, um doch noch einen alternativen Weg zum Ziel zu finden: Spitzentalente der Medikamentenentwicklung und aus anderen Wirtschaftszweigen konzentrieren sich in schlanken und dynamischen Strukturen auf die Assets.

Ramaswamy hat nicht nur die Muttergesellschaft Roivant, sondern auch fünf weitere Unternehmen gegründet, die spezifische Medikamente in verschiedenen Therapiegebieten entwickeln: Axovant beschäftigt sich mit Demenz, Dermavant mit der Dermatologie. Myovant konzentriert sich auf die Gesundheit von Frauen, Urovant auf die Urologie, und Enzyvant entwickelt Therapien für Patienten mit seltenen Krankheiten. Diese Unternehmen können auf die gemeinsamen Kapazitäten und Datenbanken zurückgreifen, die Roivant aufgebaut hat. Gleichzeitig entwickeln sie eigene Kapazitäten für ihre spezifischen Themenfelder und Märkte. Ramaswamy ist überzeugt, dass Daten zentral sind, um Medikamente rasch auf den Markt zu bringen.

Ohne Bürokratie in Basel angekommen

Ramaswamy wand in seiner Rede auch ein Kränzchen für Basel. «Hier kommen verschiedene Nationalitäten zusammen, auf der Strasse werden drei verschiedene Sprachen gesprochen.» Basel-Stadt und Basel-Landschaft seien zwar nicht gross, kämpften aber klar in einer Gewichtsklasse über ihrer eigenen. Er verwies auch auf die florierende Biotech-Szene und auf die tief verankerte humanistische Tradition. Ramaswamy dankte zudem den Basler Behörden für die niedrigen Einstiegshürden. «Es gab keine Bürokratie. Es war ein Vergnügen, sich hier anzusiedeln.»

Auf dem Podium diskutierten Vas Narashiman, Global Head of Drug Development und Chief Medical Officer bei Novartis, Jonathan Knowles, Chairman of the board of directors bei Immunocore Ltd, David Hung als CEO von Axovant und Vivek Ramaswamy über die Zukunft des Gesundheitswesens. Die Diskussion wurde von Alethia de Léon von BaselArea.swiss moderiert und vertiefte Themen wie das Sammeln und Teilen von Daten. Dabei wurden auch heikle Fragen zu den Herausforderungen und Chancen angesprochen, denen die Pharma derzeit gegenübersteht. So könnten Big Data und Biomarker der Branche helfen, Fragen rund um die Produktivität von Forschung und Entwicklung zu klären.

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Schweiz bleibt für Firmen attraktiv

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Bern - Im vergangenen Jahr haben sich in der Schweiz ebenso viele ausländische Firmen niedergelassen wie im Jahr zuvor. Die Standortpromotion warb dabei vor allem um innovative Unternehmen mit hoher Wertschöpfung.

Einer Mitteilung der Volkswirtschaftsdirektorenkonferenz (VDK) zufolge haben sich im vergangenen Jahr 265 neue ausländische Firmen in der Schweiz niedergelassen. Dadurch wurden insgesamt 1005 neue Arbeitsplätze geschaffen. Im Jahr zuvor waren 264 Ansiedlungen und 1082 zusätzliche Arbeitsplätze verzeichnet worden

„Mit Blick auf das schwierige wirtschaftliche Umfeld“ spricht die VDK in der Mitteilung von einem „soliden Ergebnis“. Trotz starkem Franken und Unsicherheiten bei den steuerlichen und politischen Rahmenbedingungen könne sich „der Standort Schweiz im internationalen Umfeld offensichtlich behaupten“.

Der gleichzeitig veröffentlichten Übersicht zufolge bildeten die Life Sciences mit 60 Unternehmen den Spitzenreiter bei den Neuansiedlungen, gefolgt von 52 Unternehmen aus der ICT-Branche. Jeweils 23 Neuansiedlungen kamen aus den Bereichen Handel und Rohstoffe sowie Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie. Insgesamt 18 der neuen Firmen sind in der Finanzbranche tätig, zwölf arbeiten im Bereich Cleantech und Greentech.

In diesem und den nächsten Jahren will die von der Steuerungsgruppe Landesmarketing (SG LM) geführte Standortpromotion des Bundes und der Gemeinden Switzerland Global Enterprise vermehrt um Firmen in Schlüsselindustrien werben. In den wichtigen Märkten Deutschland, Frankreich, Italien, Russland, USA, Japan, Indien, China, Grossbritannien und Brasilien kann sich die Schweiz dabei auf die Zusammenarbeit mit den Swiss Business Hubs (SBH) an den Schweizer Botschaften stützen. hs

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