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report Industrial Transformation

«Bei Bell verbinden wir Handwerk und Automatisierung miteinander»

06.05.2019

Eine Basler Metzgerei entwickelte sich in 150 Jahren zu einem internationalen Lebensmittelkonzern: Die Bell Food Group beschäftigt über 12'000 Mitarbeitende in 15 Ländern. Markus Ettlin, Leiter Industrie 4.0/Automation bei der Bell Food Group, gibt Auskunft über laufende Industrie 4.0-Projekte, die Grenzen der Automatisation und Innovationen im Food-Bereich.

BaselArea.swiss: Wann wird der Roboter die Wurst machen?

Markus Ettlin: In einer Wurst stecken extrem viel Handwerk, Erfahrung und Können. Aktuell wäre es kaum möglich, die notwendigen Schritte einer Maschine zu übergeben – das ist auch nicht unser Ziel. Für uns ist es ein Spagat, zwischen Tradition und Innovation zu navigieren. Wenn es um Wurst geht, sind Tradition und Handarbeit sehr wichtig. Eine Wurst made by robot wird es in absehbarer Zeit nicht geben.

Weil sie nicht nachgefragt wird?

Ich glaube, unsere Kunden wollen ein Handwerksprodukt und keine vollindustrialisierte Wurst. Eine Wurst ist ein Naturprodukt mit natürlichen Eigenschaften, denen man gerecht werden muss. Dazu gehört viel Erfahrung. Bei Wurst oder Schinken braucht es in der Herstellung grosse Erfahrungswerte und alle Sinne. Wir sind aber dabei, gewisse Teilprozesse zu automatisieren. Wir wollen Handwerk und Automatisierung miteinander verbinden.

In welchen Bereichen ist Automatisation möglich?

Wir müssen unterscheiden zwischen dem handwerklichen Bereich und der Produktion von Convenience-Produkten. Bei der Wurst- und Schinkenherstellung wird die Handarbeit einen hohen Stellenwert behalten. Im Convenience-Bereich, wo die Produkte gleichmässiger sein müssen, ist die Automatisierung viel weiter. Die Produktion von Hamburgerpatties und Chicken Nuggets ist beispielsweise hochautomatisiert, die werden von Maschinen geformt. Auch im Bereich Logistik, bei repetitiven Tätigkeiten und bei körperlich sehr anstrengenden Arbeiten setzen wir Automatisationstechnologien schon erfolgreich ein.

Wo sehen Sie das grösste Potenzial?

Bei Handlings und beim Abpacken ist der Automationsgrad höher als in anderen Bereichen, aber auch hier geht es nicht ohne Personal. Ein grosses Potenzial sehen wir bei den Daten und Informationen, die tagtäglich generiert werden. Aus diesen Daten wollen wir lernen und uns verbessern. Schauen wir uns beispielsweise den Kochprozess, bei dem Daten wie die Temperatur gemessen werden: Da haben wir Soll-Parameter, Ist-Parameter und am Ende haben wir ein Ergebnis. Zwar prüfen die Mitarbeitenden die Temperatur, aber sie haben keine Möglichkeit, den Überblick über sämtliche Parameter, verschiedene Werte und die komplexen Zusammenhänge zu behalten. Indem wir diese Daten analysieren, können wir die Qualität des Kochprozesses und des Produkts sicherstellen oder es sogar verbessern. Die Datenanalyse hilft uns auch, die Energieeffizienz zu steigern und die Anlagen optimal auszulasten.

Auf welche Transformationen in welchen Bereichen konzentriert sich Bell?

Zum einen soll das Produkt rückverfolgbar sein, zum anderen soll nachvollziehbar sein, warum man welchen Schritt im Verarbeitungsprozess gemacht hat und welche Auswirkungen diese Schritte aufs fertige Produkt haben. Zentrales Thema sind daher Standards und Standardisierungen. Wir wollen standardisierte Technologien einsetzen, automatisierte Prozesse transformieren und Transparenz schaffen.

Welche Branchen sind als Ideengeber für standardisierte Technologien besonders interessant?

Bei der Fleischverarbeitung ist der Fachbereich federführend. In meinem Bereich interessiert mich eher, welche Technologien man unkonventionell einsetzen kann. Beispielsweise gibt es Vorgehensweisen und Methodiken in der Pharmaindustrie, die auch in der Foodindustrie funktionieren würden. So kann die Pharmaindustrie mit grossen Datenmengen umgehen. Das ist für meinen Bereich sehr spannend. Die Automobilindustrie wiederum ist bei automatisierten Prozessen sehr weit. Häufig haben die Autohersteller grosse Lose, gleichzeitig muss aber innerhalb dieser grossen Masse das Lenkrad mal links und mal rechts eingebaut werden. Das sind Themen, die uns auch beschäftigen – wir haben auch Produkte, die es in unterschiedlichen Ausprägungen gibt: mal leichter, mal schwerer, mal mit kleiner, mal mit grosser Packung. Da lassen wir uns gern von anderen Branchen inspirieren.

Was wird umgesetzt?

Wir bauen ein grosses state-of-the-art Tiefkühllager, das einen sehr, sehr hohen Automationsgrad aufweisen wird. Die Logistik soll möglichst voll automatisch sein, die Mitarbeitenden sollen sich möglichst wenig im Tiefkühlbereich aufhalten und es gibt hoch automatisierte Supportprozesse. All die Anlagen und Prozesse werden Daten und Informationen generieren, die wir für Verbesserung, Instandhaltung und Effizienz analysieren wollen. In allen Bereichen ist die Datenerhebung für uns eine Chance, uns zu verbessern und die Qualität sicherzustellen.

Welche Herausforderungen kommen mit den anstehenden Transformationen auf Bell zu?

Bei uns ist Industrie 4.0 stark mit dem Produktionsumfeld verbunden. Für unsere Mitarbeitenden ist die Digitalisierung ein grosser Schritt. Wir wollen alle mitnehmen und ihnen zeigen, dass neue Technologien dazu da sind, sie in ihrer Arbeit zu unterstützen. Eine Herausforderung sehe ich auch darin, dass alles komplexer wird – alles hängt mit allem zusammen. Das ist nicht immer leicht zu verstehen. Wir sind deswegen auch gefordert, Wissen aufzubauen und die Leute allgemein für Industrie 4.0-Themen zu sensibilisieren. Wir müssen ausserdem ein Gespür dafür entwickeln, wo wir mit der Umsetzung anfangen und wie wir eine sinnvolle Roadmap aufstellen.

Bell beteiligt sich an unserem Industry 4.0 Challenge. Was konnten Sie bisher davon mitnehmen?

BaselArea.swiss kenne ich von verschiedenen Veranstaltungen, bei denen sich immer spannende Kontakte ergeben. Beim Industry 4.0 Challenge kann ich auf unkomplizierte Art sehen, welche Ideen auf dem Markt sind und wie andere die Welt sehen. Bei Grosskonzernen ist das häufig nicht so transparent, wie sie zu ihren tollen Lösungen gekommen sind. Start-ups können auf die Schnelle einen proof of concept zeigen, so dass ich mir vorstellen kann, was es gibt und was das für mich bedeuten würde. Das ist für mich extrem spannend. Unser Bereich hat auch mit den Firmen vom letzten Industry 4.0 Challenge Kontakt. Zwar sind wir eher auf der Suche nach standardisierten Tools. Aber Start-ups füllen häufig die Lücke zwischen einem grossen Standard und der realen Welt.

Welche Innovationen erwarten uns in der Foodbranche in der nächsten Zeit?

Fleisch, für das kein Tier sterben musste: Der Hamburger von Mosa Meat wird aus Zellen gezüchtet. Bell ist an der niederländischen Firma beteiligt, die derzeit daran arbeitet, ihre Erfindung zur Marktreife zu bringen.

report Invest in Basel region

Basler Areale sind für Investoren attraktiv

28.11.2019

report Life Sciences

Novartis steht vor Übernahme von The Medicines Company

25.11.2019

report Precision Medicine

«Blockchain im Gesundheitswesen nimmt in Basel Fahrt auf»

03.12.2018

Marco Cuomo und Daniel Fritz von Novartis haben vor zwei Jahren angefangen, sich mit Blockchain zu beschäftigen. Inzwischen haben sie sich hohe Ziele gesetzt: Zusammen mit anderen Pharmaunternehmen haben sie im Rahmen der europäischen Innovative Medicines Initiative das Programm «Blockchain-Enabled Healthcare» ins Leben gerufen, das 2019 starten soll. Das Programm, das die beiden am Blockchain Leadership Summit in Basel – der grössten Schweizer Konferenz zum Thema – vorgestellt haben, hat sich nichts weniger zum Ziel gesetzt, als verbindlich festzulegen, wie Blockchain künftig im Gesundheitswesen eingesetzt werden soll.

BaselArea.swiss: Sie beide arbeiten für den Pharmakonzern Novartis, der weltweit für seine Arzneimittel, aber nicht unbedingt für technologische Lösungen bekannt ist. Wie kamen Sie dazu, sich mit den Möglichkeiten von Blockchain auseinanderzusetzen?

Marco Cuomo: Das Thema Blockchain hat ganz allgemein unser Interesse geweckt, und wir wollten herausfinden, welche Art von Problemen mit dieser Technologie gelöst werden können. Zusammen mit einer Handvoll weiterer Interessenten haben wir uns daher zu einem ersten informellen Gespräch getroffen und danach eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich mit den wesentlichen Aspekten von Blockchain auseinandersetzen sollte. Das war vor zwei Jahren.

Was ist dabei herausgekommen?

Marco Cuomo: Als Erstes haben wir eine Reihe von Anwendungsfällen analysiert, um uns mit der Technologie vertraut zu machen. Dabei haben sich manche Querverbindungen zum Thema Lieferkette ergeben, da sich Blockchain zum Beispiel für die exakte Überwachung und Rückverfolgung von Warenwegen (Tracking & Tracing) anbietet. So nahmen wir Dan mit ins Boot, der bei Novartis als Supply Chain Domain Architect arbeitet, und stellten ihm die Aufgabe, eine solche Lieferkette vom Hersteller bis zur Apotheke gleich einmal mit Hilfe von Lego-Robotern nachzubauen …

Daniel Fritz: … wobei wir IoT-Sensoren für Temperatur und Feuchtigkeit sowie eine Prüfung auf Produktfälschung integriert haben. Dabei erfuhren wir einiges über das immense Potenzial der Blockchain-Technologie und ihre zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten.

Marco Cuomo: Mit unserem Lego-Modell konnten wir auf effektvolle Weise unsere Ideen kommunizieren, und zwar intern wie extern. Dabei ist uns schnell klar geworden, dass ähnliche Diskussionen auch in anderen Pharmaunternehmen stattfinden müssen. Deshalb haben wir diese schliesslich direkt zum Gespräch eingeladen.

Weshalb haben Sie nicht einfach eine eigene Lösung entwickelt?

Marco Cuomo: Natürlich könnte man schon so etwas wie eine eigene Kryptowährung ins Leben rufen – doch was dann? Um diese austauschen zu können, benötigt man andere, die dieselbe Währung benutzen. Nein, bei Blockchain handelt es sich nicht bloss um eine weitere neue Technologie, die man anwendet, um einen besonderen Nutzen daraus zu ziehen.
Der entscheidende Aspekt von Blockchain ist, dass bei dieser Technologie etwas von Wert zwischen mehreren Parteien ausgetauscht wird. Betrachten wir zum Beispiel die Lieferkette von Pharmaprodukten, an der Hersteller, Vertriebszentrum, Grosshandel, Apotheken, Ärzte und Spitäler beteiligt sind. In solch einem Kontext lässt sich Blockchain sinnvoll anwenden. 

Wie das?

Marco Cuomo: Mit Hilfe von Blockchain entfällt zum Beispiel die Notwendigkeit, das eigene Supply-Management-System in irgendeiner Weise anzupassen. Stattdessen lässt sich eine gemeinsame Basis für den Austausch zwischen mehreren Parteien legen. Auf Intermediäre jeglicher Art kann dabei gänzlich verzichtet werden, da Blockchain deren Funktion übernimmt. Wir bezeichnen das Ganze gerne als «Mannschaftssport», da sich alle Beteiligten an dieselben Regeln halten müssen.

Welcher Nutzen ergibt sich hieraus insbesondere für die Life Sciences Industrie?

Daniel Fritz: Wenn wir den Leuten das Thema Blockchain nahebringen wollen, sprechen wir nicht einfach nur über die Basics. Wir befassen uns auch mit Anspruchsvollerem, etwa der Frage, wie eine Anwendung auszusehen hat, die auf dem aktuellen Regulierungsrahmen aufbaut. Dabei wird den Leuten schnell klar, dass sich ganz neue Möglichkeiten der Wertschöpfung bieten, indem man gesetzliche Vorgaben noch übertrifft. Die meisten begreifen schnell, dass die Blockchain-Technologie eine Vielzahl von Vorteilen besitzt, die sie gegenüber bisher eingesetzten Technologien auszeichnet.

Marco Cuomo: Zum Nutzen, den Blockchain bietet, gehören Aspekte wie Kosteneffizienz, Schnelligkeit und erhöhte Sicherheit. So lassen sich elektronische Aufzeichnungen mit Blockchain völlig transparent machen. Sollte zum Beispiel eine Kühlkette irgendwo unterbrochen werden, wird dies für alle daran Beteiligten sofort ersichtlich. Heutzutage muss man dagegen erst die Ankunft eines Produkts am Zielort abwarten, um herausfinden, ob dieses eventuell schadhaft ist und retourniert werden muss. Setzt man Blockchain ein, verlässt ein solches Produkt den Hersteller gar nicht erst.

Daniel Fritz: Bei den Lieferketten in anderen Branchen verhält es sich ähnlich. Immer mehr Menschen setzen zum Beispiel auf Bioprodukte. Wie weiss man aber, ob dort, wo «Bio» draufsteht, auch wirklich «Bio» drin ist? Mit Blockchain lässt sich die Herkunft eines Produkts garantieren, so dass falsch deklarierte Waren ganz oder zumindest teilweise aus der Lieferkette entfernt werden können. Dies kommt der Branche ebenso zugute wie den Abnehmern, in unserem Fall also den Patienten.

Marco Cuomo: Wo wir von Patienten sprechen: Hier besteht das oberste Ziel, gewissermassen der «Heilige Gral», darin, den Patienten die vollständige Kontrolle über die eigenen Daten zu übertragen. Heute sind diese Daten noch auf verschiedene Stellen verteilt, werden etwa in Spitälern oder Arztpraxen aufbewahrt. Mit Blockchain lässt sich dies von Grund auf ändern, so dass am Ende die Patienten alleine entscheiden, wer ihre Daten einsehen darf und wer nicht.

Bietet eine Gesundheitsversorgung auf Basis von Blockchain noch weitere Vorteile?

Marco Cuomo: Unser CEO, Vas Narasimhan, verfolgt die Vision einer Medizin, die allein auf verlässlichen, empirisch erhobenen Daten basiert. Blockchain kann für eine lückenlose Überwachung und Rückverfolgung dieser Daten sorgen, so dass deren einwandfreie Herkunft jederzeit garantiert ist. Eine weitere Möglichkeit besteht in der Einrichtung von speziellen Datenmarktplätzen, auf denen man seine persönlichen Daten Pharmaunternehmen und Forschungseinrichtungen anbieten kann. Blockchain könnte auch hier die Abläufe vereinfachen. Denn der zeitraubende Aufbau einer Vertrauensbasis, die die Voraussetzung für den Austausch solch sensibler und wertvoller Daten bildet, ist beim Einsatz dieser Technologie nicht mehr nötig. Novartis selbst hegt die Hoffnung, mit Hilfe solcher Daten künftig neuartige Arzneimittel entwickeln zu können.
Auch das Thema Third-Party-Risikomanagement spielt in diesem Zusammenhang eine Rolle. Wie können wir bei Novartis sicherstellen, dass sich unsere Lieferanten jederzeit an unsere internen Arbeits- und Sicherheitsbestimmungen halten? Wieso sollten wir dieselbe Überprüfung zehn Mal im Jahr durchführen statt nur ein einziges Mal? Und wieso sollte diese Überprüfung nicht in der Zuständigkeit des Lieferanten selbst liegen – vorausgesetzt, es ist garantiert, dass es dabei zu keinerlei Manipulationen kommt?

Sie haben vor zwei Jahren als kleines Grüppchen begonnen. Wo stehen Sie jetzt?

Marco Cuomo: Wir haben realisiert, dass zuerst bestimmte Standards festgelegt werden müssen, ehe Blockchain im Gesundheitssektor auf breiter Basis eingesetzt werden kann. Deshalb haben wir jüngst bei der europäischen Innovative Medicine Initiative, an der sich Novartis mit über 100 Projekten bereits intensiv beteiligt, das Programm «Blockchain-Enabled Healthcare» eingereicht.
Dabei ist es uns gelungen, acht weitere Pharmaunternehmen für die Teilnahme zu gewinnen: J&J, Bayer, Sanofi, AstraZeneca, UCB, Pfizer, Novo Nordisk und AbbVie sind alle mit von der Partie. Finanziert wird das Programm – das bei drei Jahren Laufzeit 18 Mio. Euro kosten soll – zur einen Hälfte durch die beteiligten Branchenvertreter und zur anderen Hälfte durch die EU. Die Anmeldefrist für das Projekt, bei dem Spitäler, Forschungslabore, Patienten, KMU und Universitäten mit uns zusammenarbeiten sollen, ist im Oktober 2018 abgelaufen. Als Nächstes werden die genauen Abläufe festgelegt, so dass mit der Arbeit gegen Ende 2019 begonnen werden kann.

Worum geht es bei «Blockchain-Enabled Healthcare» im Einzelnen?

Marco Cuomo: Das Hauptziel besteht darin, verbindliche Standards zu definieren, auf deren Basis ein Konsortium eingerichtet werden soll, das auch nach Programmende weiterbesteht. Wie das W3C, das World Wide Web Consortium, das die technischen Standards im Internet festlegt, soll unser Gremium über die Anwendung von Blockchain im Gesundheitswesen wachen. Dabei ist das Internet ein gutes Beispiel: Auch hier musste jemand zuerst für einheitliche Standards sorgen, ehe das Ganze seine rasante Entwicklung nehmen konnte. Dasselbe soll, so unsere Hoffnung, auch im Gesundheitssektor erfolgen.
Man stelle sich vor: Novartis schafft seine eigene Blockchain-Anwendung – und müsste danach Tausende von Lieferanten erst überzeugen, diese ebenfalls zu benutzen. Wenn alle so ihr eigenes Süppchen kochten, wäre so etwas wie ein durchgehendes Tracking von Pharmaprodukten schlicht ein Ding der Unmöglichkeit. Und wieso sollten die Ärzte überhaupt unser System als das gültige akzeptieren? Zudem erhalten die Patienten ihre Medikamente ja meist aus mehreren Quellen, nicht nur von Novartis allein. Deshalb sind hier verbindliche Standards einfach unerlässlich.

Wie einfach war es, die übrigen Firmen zur Teilnahme zu bewegen?

Daniel Fritz: Einige von ihnen sagten bei unserer Anfrage auf der Stelle zu. Andere mussten wir von unserer Vision erst überzeugen. Aus diesem Grund haben wir zahlreiche Gespräche geführt, die allesamt sehr positiv verlaufen sind – denn es ist uns offenbar gelungen, eine Atmosphäre des gegenseitigen Vertrauens aufzubauen. Und um Vertrauen geht es bei Blockchain ja.

War es hilfreich, dass diese Reise in Basel ihren Anfang nahm?

Marco Cuomo: Basel ist der Ausgangspunkt des Projekts, bei Novartis laufen alle Fäden zusammen. Da war es natürlich schon günstig, dass sämtliche Pharmaunternehmen und Forschungseinrichtungen, mit denen wir das Projekt besprechen wollten, ganz in unserer Nähe sind. Ebenfalls von Vorteil war die Tatsache, dass sowohl unser CEO wie unser CDO digitale Initiativen grundsätzlich befürworten und von deren Potenzial überzeugt sind.

Daniel Fritz: Das Thema Blockchain im Gesundheitswesen nimmt in Basel, bei Novartis und auch global zunehmend Fahrt auf. Die Technologie wird sowohl Patienten wie Pharmaunternehmen zugutekommen. Doch bevor es soweit ist, müssen wir zusammen mit unseren öffentlichen Partnern noch jede Menge harte Arbeit leisten.


Zur Person

Marco Cuomo ist als Manager of Applied Technology Innovation und als Senior Digital Solutions Architect für Novartis tätig. Er stiess 2005 als Ingenieur für Wirtschaftsinformatik zum Unternehmen und verfügt über einen Bachelor of Science in Business Administration.

Daniel Fritz ist Supply Chain Domain Architect bei Novartis. Davor war er als technischer Offizier für die US-Armee und als Materials Manager tätig. Er absolvierte die United States Military Academy in West Point (New York) und hält einen Master of Business Administration von der Duke University (North Carolina).

report Invest in Basel region

Kanton Basel-Landschaft senkt Unternehmenssteuern

25.11.2019

report ICT

Genedata digitalisiert Prozesse für Boehringer Ingelheim

08.11.2019

report

«Ich war schon immer eine von wenigen Frauen in der Industrie»

27.09.2018

SOLO Swiss mit Sitz in Pruntrut im Kanton Jura baut seit 1924 Industrieöfen für die Wärmebehandlung von Metallen. Das Familienunternehmen, das weltweit agiert, entwickelt sich im Rahmen der Industrie 4.0. Es steht zunehmend vor der Herausforderung, qualifizierte Mitarbeitende für seine Aktivitäten zu finden, kämpft mit den Folgen des starken Frankens und leidet bisweilen unter der Last der administrativen Vorschriften. Gespräch mit Anne-Sophie Spérisen, Präsidentin und CEO.

BaselArea.swiss: Ich nehme an, dass die Industrie 4.0 ein Entwicklungsschwerpunkt für Sie ist?

Anne-Sophie Spérisen: Ja, natürlich. Industrie 4.0 bedeutet die Erfassung aller verfügbaren Daten zu einer Maschine und deren Umwandlung in Informationen oder «Impulse» für andere Vektoren, die beispielsweise dem ERP (Enterprise Resource Planning) übermittelt werden. Zudem werden Informationen zur vorbeugenden und korrektiven Instandhaltung einer Maschine verarbeitet. Wenn zum Beispiel eine Turbine allmählich reparaturanfällig wird, erhält der Betreiber Warnsignale. Es kann sich auch um Verwaltungsdaten handeln, die dem Steuercockpit übermittelt werden.

Ist das Potenzial für die Industrie 4.0 in Ihrem Unternehmen hoch?

Ja. Alle unsere Maschinen lassen sich vernetzen und alle Informationen über die einzelnen Anlagen können hochgeladen werden. Die Industrie 4.0 ist auch für die Instandhaltung sehr nützlich. Es wäre beispielsweise möglich, einen Kunden in Schanghai mit einer vernetzten Brille auszustatten, damit unsere Techniker in der Schweiz ihm erklären, wie er seine Maschine anhand unserer Anweisungen reparieren kann. Unser Ziel ist es, dass die Industrie 4.0 für unseren Kunden einen echten Vorteil darstellt – für die Fertigung, die Instandhaltung, die Überwachung, die Produktivität der Maschinen und das Steuercockpit.

Wir neigen dazu, alles Mögliche in die Industrie 4.0 hineinzuinterpretieren. Aber worum handelt es sich eigentlich konkret?

Um die Erfassung und die Verarbeitung von Daten auf eine völlig neue Art. In der Industrie 4.0 versuchen wir, neue Technologien und neue Prozesse eben über diese Industrie 4.0 zu vernetzen. Letztlich geht es praktisch darum, neue Produkte und Leistungen zu schaffen. Aus diesem Grund beschäftigen wir seit zwei Jahren einen Ingenieur, der sich nur diesem Projekt widmet, auch wenn er nicht der Einzige bei uns ist, der sich damit befasst. Er muss mehrere Bereiche perfekt beherrschen, Informatik, Datenverarbeitung und neue Technologien (Messfühler, Sensoren) sowie die damit verbundenen Möglichkeiten, denn auf diesem Gebiet gibt es ständig neue Entwicklungen.

Und wie steht es um die Instandhaltung?

Für uns handelt es sich um ein wesentliches Thema. In diesem Bereich bieten wir unseren Kunden individuelle Internetportale an. Sie können aus der Ferne auf ihre Maschinen zugreifen und die Fertigung online verfolgen. Die Maschinen können überall mit Sensoren ausgerüstet werden. Sie generieren relevante Informationen, die der Kunde dann in einer und kohärenten, klaren und für ihn verständlichen Form erhält, je nach Bedürfnis. Wir müssen alle Daten in der Form zur Verfügung stellen, die der Kunde wünscht. Beispielsweise sämtliche Aufzeichnungen bezüglich der Instandhaltung seines Ofens.

Finden Sie die Kompetenzen, die Sie für die Industrie 4.0 brauchen, im Jura?

Nein, das ist nicht so einfach. Es gibt kaum Einrichtungen, die solche Schulungen anbieten. Wir suchen vor allem IT-Fachleute, insbesondere solche, die auf die Industrie 4.0 spezialisiert sind, aber auch die Technik verstehen. Gebraucht werden sowohl IT-Spezialisten als auch Maschinenbau- und Elektroingenieure. Wir sind in einer Region angesiedelt, die sich auf die Mikrotechnik konzentriert. Dies entspricht nicht unserem Geschäftsfeld.

Die Zukunft von SOLO erfordert ...

... die perfekte Beherrschung des Verfahrens, d.h., alles, was sich im Ofen abspielt, und die Steuerung der Maschine. Der Kunde fordert perfekte Teile nach der Behandlung, ohne sie nachbearbeiten zu müssen, und die Garantie, dass sie die immer anspruchsvolleren Qualitätsnormen der Automobil- (CQi9) und der Luftfahrtindustrie (AMS 2750) erfüllen. Die Komplexität der zu behandelnden Teile, innovative Legierungen, neue Fertigungsverfahren für Metallteile (3-D-Druck) ... so sieht unsere Zukunft aus. Das thermochemische Verfahren unserer Maschinen muss perfekt gesteuert werden. Es handelt sich letztlich um die computergestützte und -gesteuerte Metallurgie.

Können Sie weiterhin in der Schweiz herstellen?

Das ist eine Herausforderung. Wir verkaufen nur 20% unserer Maschinen in der Schweiz und exportieren den Rest in die ganze Welt, weil sich unsere Maschinen an Nischenmärkte wenden. Dazu kommen noch der starke Franken und die Schwierigkeit, qualifizierte Ingenieure im Jura zu finden, insbesondere, wenn der Arbeitsmarkt solide ist. Für uns ist das ein echte Herausforderung. Eine weitere Schwierigkeit ist die Komplexität der Normen und Vorschriften, die verwaltungstechnisch zunehmend eine Last darstellen. Gleichzeitig ist es eine Chance für uns, weil uns die Regeln vor der Konkurrenz der Niedriglohnländer schützen, die mit den steigenden Anforderungen nicht mithalten können. Schliesslich ist es auch schwierig, preislich wettbewerbsfähig zu bleiben. Die neuen Technologien verleihen uns jedoch zum Glück die Fähigkeit, unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter zu steigern.

Sind Sie optimistisch?

Ja, ich bin von Natur aus optimistisch, obwohl es im Alltag nicht immer leicht ist. Es gibt so viele Parameter, die sich blitzschnell ändern können. Erfreulicherweise sind die Märkte derzeit stabil. In den meisten Ländern in Europa, in Russland und in Asien verzeichnen wir ein solides Wachstum. Zudem bauen wir qualitativ hochwertige Maschinen, die den Anforderungen unserer Nischenmärkte entsprechen. Schliesslich können wir auf ein motiviertes Team zählen und planen technische Weiterentwicklungen.

Was können Sie zum chinesischen Markt sagen?

Zu Beginn, also in den 1970ern und 1980ern, verkauften wir unsere Öfen an chinesische Einkaufszentralen. Wir arbeiteten auch mit Vertretern in China zusammen. In den 2000er-Jahren sind wir ein Joint Venture mit einem lokalen Unternehmen eingegangen. Und heute betreiben wir eine Fertigungsanlage in Kanton, die rund hundert Mitarbeitende beschäftigt. Das Unternehmen wird von einer Familie geführt, deren Mitglieder Freunde geworden sind. Es war notwendig und sogar unabdingbar, in China selbst herzustellen, vor allem, um an staatlichen Ausschreibungen teilnehmen zu dürfen.

Wie sehen Sie sich als Frau an der Spitze eines Unternehmens?

Das ist kein Problem für mich. Ich fühle mich sehr wohl. Einige Gesprächspartner sind verunsichert, weil eine Frau vielleicht direkter ist als ein Mann. Wir haben den Mut, Fragen zu stellen, wir sind hartnäckiger. Ich war die einzige Tochter und gehörte später immer zu den wenigen Frauen. In der Industrie gibt es kaum welche, was ich bedauerlich finde. In der Unternehmensführung besteht kein Unterschied zwischen einem Mann und einer Frau. Es kommt allein auf den Charakter und die Sensibilität an.

www.solo.swiss

Interview: Didier Walzer

report Invest in Basel region

How market leader Ricola innovates tradition in the Basel area

28.10.2019

report Invest in Basel region

Basel-Stadt liegt bei der Standortqualität vorne

03.10.2019

report Life Sciences

«Basel verfügt über alle Voraussetzungen, um ein erfolgreiches Unternehmen zu beherbergen»

11.06.2018

Die Ärztin und Pharmakologin Nicole Onetto ist seit 2017 Mitglied des Verwaltungsrats der Basilea Pharmaceutica AG. Im Interview, das im Geschäftsbericht von Basilea erschien, sprach sie über Herausforderungen in der Onkologie.

In der Langzeitbehandlung von Krebspatienten wurden grosse Fortschritte erzielt. Was waren für Sie als Onkologie-Expertin die wichtigsten Entwicklungen?

Nicole Onetto: Wir sind Zeuge spektakulärer Resultate im Hinblick auf das langfristige Überleben von Patienten in einer ganzen Reihe von Indikationen, für die es vor nicht einmal zehn Jahren überhaupt keine neuen Behandlungsoptionen gab. Und für viele andere Krebsarten, für die bisher nur konventionelle Behandlungsoptionen wie Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie zur Verfügung standen, profitieren wir heute von neuen Erkenntnissen über die molekularen Grundlagen von Krebs, dank derer wir in der Lage sind, die Behandlung individuell auf den jeweiligen Patienten abzustimmen. Dies hat die Entwicklung und Anwendung zielgerichteter Therapien erleichtert, die gegenüber traditionellen Behandlungsmethoden sowohl wirksamer als auch weniger toxisch sind. Und schliesslich ist es in den letzten Jahren gelungen, das Potenzial des Immunsystems zu nutzen, um neue Therapieansätze zu entwickeln, die unsere eigene Immunabwehr gegen das Krebswachstum mobilisieren.

Welche weiteren grossen Fortschritte in der Behandlung erwarten sie kurz- bis langfristig?

Die Entwicklung neuer Immuntherapien für die Behandlung von Krebspatienten wird immer wichtiger. Diese neuen Formen müssen ihren Platz im Patientenmanagement erst noch finden, auch im Hinblick auf Kombinationen mit eher traditionellen Behandlungsformen. Auch muss die Wirtschaftlichkeit dieser innovativen Therapien bewertet werden. Ein weiteres sehr wichtiges Thema ist die Frage, wie man die Toxizität der Behandlung verringern und eine Überbehandlung vermeiden kann.

Wie können Unternehmen in der klinischen Entwicklung erfolgreich sein?

Mit einem stärker personalisierten Ansatz für die Krebstherapie ergeben sich neue Möglichkeiten für die Entwicklung von Medikamenten mit hoher Wirksamkeit in klar definierten Patientenpopulationen. Weiterhin gilt jedoch, dass die Entwicklung neuer Medikamente Geduld, Ausdauer und wissenschaftliche Exaktheit erfordert. Bei der Behandlung von Krebspatienten sind trotz grosser Fortschritte noch viele Herausforderungen zu bewältigen. Unter anderem stellt die Arzneimittelresistenz eine grosse Hürde dar und steht unverändert im Fokus von Basilea. Für Patienten mit resistenten Erkrankungen gab es vor nicht allzu langer Zeit nur die Option, auf ein neues Medikament zu wechseln, oft eine neue Chemotherapie. Inzwischen haben wir mehr Einblicke in die Mechanismen der Resistenzentwicklung gewonnen. Darüber hinaus suchen Forscher auf der ganzen Welt nach den besten Wegen, um Behandlungsresistenzen zu vermeiden. Kooperationen zwischen Hochschulen und der Privatwirtschaft, beispielsweise mit Unternehmen wie Basilea, sind ein weiterer wichtiger Faktor für die Entwicklung neuer innovativer Medikamente zum Wohle der Patienten.

Womit liesse sich das unterstützen?

Die Verwendung von Biomarkern, um die Wahl der bestmöglichen Behandlungsoption zu erleichtern und die Patienten mit der höchsten Wahrscheinlichkeit eines Ansprechens auf die Behandlung auszuwählen, wird die Entwicklung neuer Krebsmedikamente weiterhin stark beeinflussen. Biomarker-Daten sind der Schlüssel für das Design von Entwicklungsplänen und für Go/No-Go-Entscheidungen. Diese Daten fliessen heute häufig in das Zulassungsverfahren und die nachfolgende Vermarktung neuer Medikamente ein. Dieser Ansatz zur Auswahl neuer Wirkstoffe, der auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert, ist einer der wichtigsten Fortschritte, die zurzeit den Forschungs- und Entwicklungsprozess sowie die Methodik klinischer Studien transformieren.

Sehen sie Vorteile für Basilea, die sich aus dem Standort in Basel, einem bekannten internationalen Zentrum der Life-Sciences-Industrie, ergeben?

Basel verfügt über alle Voraussetzungen, um ein erfolgreiches Unternehmen zu beherbergen: eine lebendige Forschungsgemeinschaft, einen international anerkannten Ruf als Pharmastandort, einen Pool von talentierten Mitarbeitern und eine starke und stabile Wirtschaft. Basel ist eines der führenden Life Sciences-Zentren; ich sehe Gemeinsamkeiten zwischen Basel und den wenigen anderen etablierten Biotechnologiezentren in Europa und Nordamerika. Die Stadt verfügt über eine exzellente Universität und ist Standort etablierter grosser Pharmafirmen sowie vieler Start-ups und innovativer Unternehmen. Dieses vorteilhafte Umfeld hat Basilea bereits geholfen, ein starkes Unternehmen aufzubauen und sollte auch die erfolgreiche weitere Entwicklung unterstützen. Ich freue mich daher sehr, von den Aktionären von Basilea in den Verwaltungsrat gewählt worden zu sein und freue mich darauf, eine aktive Rolle in der Basler Biotech-Gemeinschaft zu spielen.

report Invest in Basel region

Lonza baut Dienstleistungen mit neuer Fabrik aus

03.07.2019

report Life Sciences

Axovant vereinbart Produktionspartnerschaft

21.06.2019

report

Meet the BaseLaunch Startups

11.03.2018

Six of the BaseLaunch startups recently started Phase II. They received either grants up to 250,000 Swiss francs or gained free of charge access to BaseLaunch laboratory and office space at the Switzerland Innovation Park Basel Area. Hear what the startups, the BaseLaunch team and selection committee members experienced in the first year. Find out more about what makes BaseLaunch unique.

The BaseLaunch accelerator is now open for applications for the second cycle. Entrepreneurs with a healthcare based project or a game-changing innovation in diagnostics, medtech or related field at the pre-seed or seed funding stage are invited to submit their applications to the program.

Following the application deadline on 14 May, promising projects will be admitted to the accelerator program for a period of 15 months. In phase I, the startups will benefit from the support of industry experts, office- and laboratory space free of charge and access to healthcare partners. After three months, they will be invited to present their idea to the selection committee. They will determine which promising startups will proceed to Phase II that runs for one year.

BaseLaunch is backed by five industry leaders — Johnson & Johnson Innovation, Novartis Venture Fund, Pfizer, Roche and Roivant Sciences. Other public and private partners such as KPMG and Vossius & Partner also support the initiative.

report Innovation

Basel ist ein Hotspot für Innovation

05.06.2019

report Life Sciences

Polyphor entwickelt neue Antibiotika

03.06.2019

report

«Als Unternehmerin muss man Verantwortung für seine Entscheidungen übernehmen»

06.02.2018

Vor fünf Jahren gab Alisée de Tonnac ihre Stelle bei L’Oréal auf und reiste um die Welt, um den Startup-Wettbewerb Seedstars World zu organisieren. Fünf Jahre später ist Seedstars in über 85 Städten weltweit präsent, betreibt eigene Co-Working- und Schulungszentren und plant, bis Ende 2018 15 Seedspaces für Co-Working und Co-Living zu eröffnen. Letzten November trat Alisée de Tonnac beim Swiss Innovation Forum in Basel auf. Anschliessend traf sie sich mit BaselArea.swiss zum Gespräch.

Was war der Hauptgrund für Sie, Ihre Karriere bei einem internationalen Unternehmen aufzugeben und Unternehmerin zu werden?

Ich erinnere mich, wie ich über folgendes Zitat von Eleanor Roosevelt gestolpert bin: «Tue jeden Tag etwas, was dir Angst macht.» Ich dachte, Mensch, ich mache genau das Gegenteil. Ich war selbstzufrieden (ich frage mich, ob dies nicht gleichbedeutend mit «unglücklich» ist), ich war mit meinem beruflichen und privaten Alltag nicht zufrieden oder zumindest wusste ich nicht, wie ich das erreichen sollte. Ich ahnte damals nicht, dass Unternehmertum und der Aufbau von etwas Eigenem die nötige Veränderung bringen würden. Aber genau das ist jetzt ein Teil von mir und hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin.

Was bedeutet Unternehmertum für Sie?

Zunächst einmal bin ich der Meinung, dass es verschiedene Arten von Unternehmern gibt. Der eine baut alles aus dem Nichts auf und ruht nicht, bis die Idee Realität ist. Andere wie ich nehmen bestehende Ideen auf, die sie gut finden, und setzen sie in grösserem Massstab um. Potenziell kann Unternehmertum also für jeden passen, je nach Persönlichkeitseigenschaften. Und natürlich muss man mit Unsicherheit, Risiken und Selbstmanagement umgehen können. Mir gefällt, dass ich selbst entscheide, wie ich meinen Tag gestalte. Das ist spektakulär. Um ehrlich zu sein, ist einer der wesentlichsten Bestandteile meines beruflichen und persönlichen Erfolgs, dass ich mit einem unglaublichen Team zusammenarbeite. Meine Mitgründer machen den Unterschied aus. Ich weiss nicht, ob ich in der Lage gewesen wäre, ein Unternehmen auf eigene Faust zu gründen. Das Team ist entscheidend – schliesslich verbringt man jeden Tag mit diesen Leuten.

Was ist Ihrer Meinung nach wichtig in einem Team von Mitgründern?

Meine Mitgründer und ich ergänzen einander perfekt. Ich denke operativ, eine Strategin bin ich nicht. Ein Stratege plant die nächsten fünf Jahre, sieht alle Hindernisse und macht trotzdem weiter. Noch wichtiger ist jedoch, dass wir sichergestellt haben, dass unsere Werte übereinstimmen. Wir haben uns gefragt, ob wir in guten und in schlechten Zeiten zueinander stehen können. Gemeinsame Werte haben sich als unsere grösste Stärke herausgestellt und sind einer der Gründe, weshalb wir fünf Jahre später immer noch da sind. Wir wollen Gutes mit guten Menschen aufbauen. Wir glauben, dass wir Gutes tun und dabei profitabel sein können. Das Wichtigste ist dieses Wertefundament, das uns unter allen Belastungen zusammenhält – zumindest bis jetzt ...

Bevor Sie Seedstars mitbegründet haben, waren Sie für L’Oréal tätig. Wie wichtig war diese Erfahrung für Ihre jetzige Arbeit?

Ich lernte viel über die Geschäftswelt, Kultur, Teamwork und sozialen Druck. Ich weiss auch, was ich nicht tun will. Das ist genauso wichtig. Bei L’Oréal lernte ich auch, wie ich die Kultur unserer neuen Struktur aufbauen will. Die Kultur ist grundlegend bei der Führung und Vergrösserung des Unternehmens. Ich würde sagen, man lernt in Konzernen, was sie voneinander unterscheidet und was eine klar definierte und kommunizierte Kultur ausmacht.

Was hat Sie am meisten überrascht, als Sie Unternehmerin wurden?

Die selbstständige Gestaltung des eigenen Tages und der eigenen Handlungen. Man muss Verantwortung für seine Entscheidungen übernehmen. Man kann es nicht überspielen und man kann sich nicht hinter der Marke oder hinter cc-Mails verstecken. Als ich merkte, dass nur ich die ganze Maschine in Gang bringen konnte, war das beängstigend – und gleichzeitig sehr erfüllend.

Sie arbeiten mit Unternehmern in über 60 Ländern zusammen. Mit welchen Themen beschäftigen sich die?

Im Gesundheitswesen gibt es zahlreiche digitale Plattformen. Mit einer kann man beispielsweise gefälschte Medikamente erkennen. Das ist in Schwellenmärkten wie etwa Nigeria sehr wichtig. Es gibt auch Telemedizinplattformen, über die Patienten aus ländlichen Regionen Fachärzte erreichen. Oder Aufklärungsapps für schwangere Frauen, denn die Entbindung ist in dieser Region immer noch eine häufige Todesursache.

Seedstars hat eigene Schulungen für Unternehmer lanciert. Weshalb war das nötig?

Fähige Menschen gibt es überall, aber nicht jede talentierte Person hat denselben Zugang zu Bildung, Kontakten und Infrastruktur. Mit unseren Schulungen erreichen wir fähige Menschen, zu denen bislang noch kein Kontakt möglich war.

Was haben Sie durch Ihre Erfahrung in Lagos gelernt?

Wir sind in Märkten präsent, die einen grossen Teil der Welt ausmachen. Wenn man sich mit den verschiedenen Konsumgewohnheiten, radikalen Veränderungen und wachsenden Städten auseinandersetzt, kann man die Welt von morgen besser verstehen. Wir leben heute in einer globalen Wirtschaft. Die Welt endet nicht an Staatsgrenzen. Wer das ignoriert, schränkt sich beruflich wie persönlich ein. Nehmen wir Lagos als Beispiel: Dort leben 20 Millionen Menschen, auf den Strassen ist unglaublich viel los, alle sind jung und man spürt diese «Alles ist möglich»-Dynamik. Die Gegensätze sind krass, wenn man nach Genf zurückkehrt. Dort liegen zwischen mir und der nächsten Person ein paar Meter Platz. Nach zwei Wochen beschwere ich mich, wenn der Bus fünf Minuten Verspätung hat. Uns geht es sehr gut, und wir können uns glücklich schätzen – und genau das kann auch Innovationen erschweren. Ein hoher Lebensstandard kann ein Ziel sein, aber in vielerlei Hinsicht hält er den Fortschritt auf.

Ihr Unternehmen ist in Genf eingetragen. Wie wichtig ist der Schweizer Hauptsitz?

Zunächst sind wir sehr stolz auf das «Swiss made». Diese Herkunft hat bei der weltweiten Geschäftsskalierung geholfen. Die Werte, die mit der Flagge assoziiert werden – Qualität, Professionalität und Neutralität –, wollen wir auch vor Ort leben. Da alle Partner in der Schweiz aufgewachsen sind, stehen wir in enger Verbindung unseren privaten und öffentlichen Kontakten. Ausserdem ist die Schweiz eine bedeutende internationale Drehscheibe. Starke öffentliche Institutionen wie die UNO in Genf oder das WEF in Davos spielen in den Märkten, in denen wir mit Seedstars präsent sind, eine wichtige Rolle. Viele multinationale Unternehmen, die ihren Sitz hier haben, sind ebenfalls sehr an diesen Schwellenmärkten interessiert, nicht zuletzt wegen der Talentakquise. Ausserdem stellen sie potenzielle Lösungen bereit. Es ist entscheidend, in der Schweiz sowie in den Ländern, in denen wir unsere Wettbewerbe durchführen, präsent zu sein. Interessanterweise beginnen Innovationen langsam in die umgekehrte Richtung zu fliessen: Safaricom ist der grösste Mobilfunkprovider in Kenia und hat die Zahlungslösung M-Pesa auf den Markt gebracht. Das Unternehmen testet momentan seine Lösung in Rumänien und Albanien. Ich bin sicher, dass in Zukunft Produkte nicht mehr nur im Norden entwickelt und im Süden verkauft werden. Da werden die Trennlinien allmählich verschwimmen.

Über Alisée de Tonnac
Alisée de Tonnac studierte nach ihrem Abschluss an der HEC Lausanne an der Bocconi-Universität in Mailand internationales Management (Master). Die französische Staatsbürgerin lebte in Singapur, im Silicon Valley, in der Schweiz, in Italien sowie in Lagos (Nigeria). Sie war Produktmanagerin für Luxusmarken bei der L’Oréal-Gruppe und arbeitete für Voyage Privé, eines der interessantesten europäischen Start-ups. Nachdem sie 2013 ein Jahr um die Welt gereist war, um die erste Ausgabe des Start-up-Wettbewerbs von Seedstars World zu organisieren, führt Alisée de Tonnac nun das Unternehmen. Ihr Wissen über Technologie-Trends, Social Media und das Konsumentenverhalten in aufstrebenden Märkten ist höchst umfangreich. Alisée de Tonnac ist Verwaltungsratsmitglied der School of Management in Fribourg und Mitglied im Innovationsrat der Schweizerischen Agentur für Innovationsförderung. 2017 wurde sie vom US-Wirtschaftsmagazin «Forbes» auf die Liste der 30 wichtigsten sozialen Unternehmer unter 30 gesetzt. 2015 war sie Innovation Fellow des britischen Techmagazins «Wired».


Über Seedstars
Seedstars ist eine Schweizer Gruppe, die es sich zum Ziel gesetzt hat, das Leben von Menschen in Schwellenmärkten mittels Technologie und Unternehmertum positiv zu beeinflussen. Seedstars verbindet Stakeholder, baut mit Hilfe der öffentlichen Hand und privater Partner Unternehmen auf und investiert in wachstumsstarke Start-ups aus diesen Ökosystemen. Seedstars sucht vielversprechende Start-ups, baut Unternehmen auf und betreibt Beschleunigungsprogramme. Durch diese Arbeit hat das Team ein leistungsfähiges Netzwerk aufgebaut, in dem Unternehmern, Investoren, Inkubatoren, Konzerne und Regierungsvertreter aus mehr als 65 rasch wachsenden Volkswirtschaften weltweit vertreten sind. Seedstars ist seit 2013 aktiv, als in 20 Schwellenmärkten der erste Start-up-Wettbewerb veranstaltet wurde. 2018 läuft der Wettbewerb in mehr als 85 Städten. Gleichzeitig ruft die Seedstars Group weltweit 15 strategische Drehscheiben (Seedspaces, Co-Working-Aktivitäten, Beschleunigungsprogramme und Schulungszentren) ins Leben. Das Geschäftsmodell setzt auf wiederkehrende Partnerschaften mit lokalen und internationalen Akteuren, die am sogenannten Impact Investment in den Bereichen Technologie und Innovation beteiligt sein wollen. Ein Teil des Umsatzes wird mit einem hybriden Unternehmensaufbaumodell generiert, innerhalb dessen Seedstars in neuen Märkten Unternehmen gründet, deren bewährten Geschäftsmodelle an die Gegebenheiten vor Ort angepasst werden. Bisher hat Seedstars in 15 Start-ups investiert. Weitere 10 bis 15 Investitionen sind für das dritte Quartal 2018 vorgesehen.

report Life Sciences

Santhera nimmt bis zu 105 Millionen Franken ein

23.05.2019

report Life Sciences

Schweizer Biotech-Branche wächst

08.05.2019

report BaselArea.swiss

In Stärke investieren – Schweizer Leadership in den Life Sciences

15.05.2017

Wie können die Schweiz und die Region Basel ihre internationale Leadership-Rolle in den Life Sciences behaupten? Im Rahmen des «Biotech und Digitization Day» besuchte Bundesrat Johann Schneider-Ammann die Region Basel, um mit einer hochrangigen Delegation aus Politik, Wirtschaft und Forschung sowie von Start-ups über aktuelle Trends und Herausforderungen zu diskutieren.

Die Bedeutung der Life Sciences für die Schweizer Wirtschaft ist enorm. Der Anteil dieser Branche an den gesamten Schweizer Exporten lag im letzten Jahr bei 45%. Ebenso sind die meisten Neuansiedlungen im Healthcare-Bereich tätig. Die Schweiz gilt denn auch als weltweit führender Life-Sciences-Standort mit der Region Basel als ihrem Motor. Vor diesem Hintergrund besuchte heute Bundesrat Johann Schneider-Ammann, Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung, im Rahmen des «Biotech und Digitization Day» auf Einladung von BaselArea.swiss und digitalswitzerland die Region Basel, um mit einer hochrangigen Delegation aus Politik, Wirtschaft und Forschung über aktuelle Trends und Herausforderungen in den Life Sciences zu diskutieren.

Der Anlass fand bei der Actelion Pharmaceuticals und im Switzerland Innovation Park Basel Area in Allschwil/BL statt. Bundesrat Johann Schneider-Ammann hob die grosse Bedeutung der Region und der Life-Science-Branche hervor: «Die beiden Basel verfügen über eine hohe Dichte an innovativen und erfolgreichen Unternehmen, Forschungsinstituten und Hochschulen. Das erfüllt mich mit Stolz und Zuversicht. Pharma und Chemie gelten zu Recht als Innovationsmotoren.» Um zukünftig ebenso erfolgreich zu sein, dürfe sich die Schweiz aber nicht ausruhen; Wirtschaft und Politik, Wissenschaft und Gesellschaft müssten den digitalen Wandel als Chance nutzen, appellierte er.

Organisiert wurde die Veranstaltung von BaselArea.swiss, der Innovationsförderung und Standortpromotion der Nordwestschweizer Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Jura, sowie digitalswitzerland, der gemeinsamen Initiative von Wirtschaft, öffentlicher Hand und Wissenschaft, welche die Schweiz zum international führenden digitalen Innovationsstandort gestalten will.

Bundesrat Schneider-Ammann stattet zurzeit führenden Regionen der Schweiz einen Besuch ab, um sich ein Bild über die Auswirkungen der Digitalisierung auf verschiedene Wirtschaftsbranchen zu machen und über erfolgsversprechende Zukunftsrezepte zu sprechen.

Förderung von Biotech-Start-ups

Die Life Sciences gelten als Zukunftsbranche mit grossem Wachstumspotenzial. Doch der Standortwettbewerb wird aggressiver: Andere Regionen in der Welt investieren massiv in die Standortförderung und locken grosse Firmen an. Eine zentrale Frage der heutigen Veranstaltung war denn auch: Wie können die Schweiz und die Region Basel ihre Leadership-Rolle im internationalen Wettbewerb behaupten?
So verfügt die Schweiz gemessen an der grossen volkswirtschaftlichen Bedeutung der Life Sciences und verglichen mit anderen führenden Standorten der Welt über vergleichsweise wenige Start-up-Firmen in diesem Industriesektor. Mit der Lancierung von BaseLaunch, dem neuen Accelerator für Healthcare-Start-ups, hat BaselArea.swiss in Zusammenarbeit mit dem Kickstart Accelerator von digitalswitzerland einen ersten Schritt getan. Dennoch fehlt es neben dem Startkapital in der Frühphase der Unternehmensentwicklung insbesondere auch am Zugang zu grossem Kapital, das ein etabliertes Start-up-Unternehmen für die Expansion benötigt. Domenico Scala, Präsident von BaselArea.swiss und Member of the Steering Committee digitalswitzerland, meint: «Wir müssen in unsere Stärke investieren. Deshalb brauchen wir Initiativen wie der Zukunftsfonds Schweiz, der es institutionellen Anlegern ermöglichen soll, in innovative Jungunternehmen zu investieren.»

Die Bedeutung einer innovativen Start-up-Szene für den Life-Sciences-Standort Schweiz war dann auch Thema im Roundtable-Gespräch, das Bundesrat Johann Schneider-Ammann unter anderem mit Severin Schwan, CEO der Roche Group, Jean-Paul Clozel, CEO von Actelion Pharmaceuticals, und Andrea Schenker-Wicki, Rektorin der Universität Basel, führte.

Digitalisierung als Innovationstreiber

Das zweite Thema des Biotech und Digitization Day galt der Digitalisierung in den Life Sciences. Diese stellt laut Thomas Weber, Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft, einen wichtigen Innovationstreiber für die gesamte Branche dar und ist für die Stärkung des Forschungsstandortes Schweiz entscheidend.

Bundesrat Johann Schneider-Ammann fokussierte in seiner Ansprache auf drei Aspekte: Erstens die Schaffung einer neuen, mutigen Pionier-Kultur, in der Unternehmertum gefördert und belohnt wird, wer etwas wagt. Zweitens mehr Schub für Start-ups durch die Verwirklichung der Initiative für einen privat finanzierten Start-up-Fonds. Und drittens die Ausgestaltung der Rolle des Staates als Ermöglicher, der Freiräume schafft, statt Verbote und Hürden zu erlassen.

In der öffentlichen Diskussionsrunde, an der Vertreter aus Forschung und Wirtschaft sowie Unternehmer teilnahmen, wurde deutlich, dass die Digitalisierung die Life Sciences verändern wird. Man war sich einig, dass die Schweiz über die besten Voraussetzungen verfügt, um eine führende Rolle in diesem Veränderungsprozess zu spielen. Die Grundlage dafür bilden leistungsstarke und global tätige Pharmafirmen, weltweit anerkannte Hochschulen sowie ein innovationsfreudiges Ökosystem mit digital getriebenen Start-ups aus den Bereichen Healthcare und Life Sciences.
Dafür will sich auch digitalswitzerland einsetzen. Healthcare und Life Sciences sind laut Nicolas Bürer, CEO von digitalswitzerland, Schlüsselindustrien, um die Schweiz zum führenden digitalen Innovationsstandort zu machen.

Einen weiteren Beitrag dazu leistet der von BaselArea.swiss in enger Kooperation mit dem Kanton Basel-Stadt lancierten Innovationshub für Precision Medicine, DayOne, der regelmässig eine wachsende Community von derzeit über 500 Experten und Innovatoren zusammenbringt, um Ideen auszutauschen und Projekte voranzutreiben.

report Invest in Basel region

Basler Wirtschaft ist stark unterwegs

03.05.2019

report Invest in Basel region

Welcome to the Basel region: Cerdia

30.04.2019

report Invest in Basel region

Roivant Sciences gründet Hauptsitz in Basel

19.12.2016

Basel - Das Biopharmazie-Unternehmen Roivant Sciences wird zukünftig weltweit von Basel als neuem Hauptsitz aus operieren. Gleichzeitig ziehen auch Partnerunternehmen nach Basel. Roivant und seine Partnerunternehmen wurden von BaselArea.swiss unterstützt.

BaselArea.swiss hat Roivant und seine Partnerunternehmen bei der Standortevaluierung und Ansiedlung unterstützt. Die Standortpromotionsorganisation der Nordwestschweiz begrüsst die neuen Unternehmen in der Region. Sie freut sich, dass solche spannenden und schnell wachsenden Firmen Basel für ihren Hauptsitz gewählt haben. „Die Zielsetzung von Roivant besteht darin, bei der Entwicklung neuer Medikamente für Patienten Zeit und Kosten zu reduzieren“, wird Vivek Ramaswamy, Gründer der Firmengruppe Roivant, in der Ankündigung zur Etablierung des neuen Hauptsitzes zitiert. „Wir sind der Überzeugung, dass dieser Standort im Zentrum der Talente und Pharmainnovationen Europas zu diesem Ziel beiträgt.“ Roivant Sciences hat sich auf den Abschluss der Spätphase der Entwicklung von Medikamenten spezialisiert. Dazu arbeitet Roviant unter anderem mit Eisai, GlaxoSmithKline und Takeda Pharmaceuticals zusammen. Zu den Interessensbereichen von Roivant zählen Neurologie, Onkologie, Endokrinologie, Dermatologie und Hepatologie.

Gleichzeitig mit Roivant planen auch Partnerunternehmen, ihren Hauptsitz nach Basel zu verlegen. In der Mitteilung wird darunter die Axovant Sciences Ltd. genannt. Das Biopharmazie-Unternehmen ist auf die klinische Phase bei der Entwicklung von Medikamenten gegen Demenzkrankheiten spezialisiert. Das Unternehmen beabsichtige, in Basel „eine vollständig integrierte Organisation aufzubauen, welche weltweit wirtschaftliche und medizinische Strategien, Herstellung und Lieferkette, geistiges Eigentum und weitere Firmenfunktionen verwaltet“, wird Mark Altmeyer, Präsident und Chief Commercial Officer von Axovant Sciences, in der Mitteilung zitiert. „Unsere Präsenz in Basel bedeutet den Zugang zu einem erstklassigen Talentpool, der für unseren weiteren Erfolg entscheidend sein wird.“ hs

report Invest in Basel region

Lonza plant im Stücki Park neue Arbeitsplätze

29.03.2019

report Life Sciences

Basilea und Roche kämpfen gemeinsam gegen Krebs

29.01.2019

report Invest in Basel region

BaselArea.swiss welcomes Biopharmaceutical Company Ultragenyx

06.07.2016

BaselArea.swiss Economic Promotion is pleased to announce that Ultragenyx, a biopharmaceutical company focused on the development of novel products for rare and ultra-rare diseases based in the San Francisco Bay Area, California, is opening their European headquarters in the city of Basel, Switzerland. Stefano Portolano, M.D., has been appointed Senior Vice President and head of Ultragenyx Europe. In this role, Dr. Portolano will be responsible for building and leading the Ultragenyx commercialization efforts across Europe and developing the company's European organization.

«Ultragenyx selected Basel as our European headquarters because of the area’s thriving life sciences community, accessibility to the rest of Europe, business-friendly environment and strong international talent pool,» said Dr. Portolano. «On behalf of Ultragenyx, I would like to thank the team at BaselArea.swiss for their partnership throughout this process, as they have been invaluable as we look to establish our European presence and help bring promising therapies to patients throughout the region. We are focusing on key hires to establish necessary capabilities so that we are ready to launch if we receive approval, and we are confident we will be able to find and attract key talents in Basel».

Dr. Portolano brings over 20 years of experience in the biopharmaceutical industry, in medical, commercial and general management roles in both Europe and the United States. He has worked both on pre-launch and launches of products for rare diseases, both at Genzyme and Celgene. Before joining Ultragenyx, he spent ten years at Celgene Corporation in increasing leadership roles, most recently as Vice President of Strategy & Commercial Operations, EMEA. Prior to Celgene, he worked at Genzyme for eight years. Dr. Portolano received his M.D. degree from Federico II University in Napoli, Italy. He completed his postdoctoral fellowship and served as Adjunct Assistant Professor of Medicine at the University of California at San Francisco.

About Ultragenyx
Ultragenyx is a clinical-stage biopharmaceutical company committed to bringing to market novel products for the treatment of rare and ultra-rare diseases, with a focus on serious, debilitating genetic diseases. Founded in 2010, the company has rapidly built a diverse portfolio of product candidates with the potential to address diseases for which the unmet medical need is high, the biology for treatment is clear, and for which there are no approved therapies.

The company is led by a management team experienced in the development and commercialization of rare disease therapeutics. Ultragenyx’s strategy is predicated upon time and cost-efficient drug development, with the goal of delivering safe and effective therapies to patients with the utmost urgency.

The company's website for more information on Ultragenyx

About BaselArea.swiss
BaselArea.swiss is responsible for the international promotion of the economic region of Basel, Switzerland. In a joint effort, the economic promotion agencies of the Swiss cantons of Basel-Stadt, Basel-Landschaft, and the Jura support expansion and relocation projects of foreign companies, and offer consulting services to entrepreneurs and startups. The identification and procurement of suitable real estate and properties for international and national companies is an important service of BaselArea. BaselArea’s consulting services for interested parties are provided free of charge.

report Invest in Basel region

Innovationstochter der Basler Kantonalbank geht an den Start

10.01.2019

report

Infographic: The Basel Biotech & Pharma Ecosystem

07.01.2019

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