Reports

 
report BaselArea.swiss

GRID erhöht Innovationskraft der Region Basel

26.09.2019

Auf dem BaseLink Areal in Allschwil BL haben die Arbeiten am Innovations- und Gewerbekomplex GRID begonnen. Mitte 2022 wird der Switzerland Innovation Park Basel Area dort als Ankermieter seine Arbeit aufnehmen.

Durch GRID (Grand Réseau d’Innovation et de Développement) und den benachbarten Neubau des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts soll das Ökosystem der Region Basel in den Bereichen Life Sciences, Biotech, Public Health und Medtech weiter ausgebaut werden, heisst es in einer Medienmitteilung des Switzerland Innovation Park Basel Area, dessen Betreiberin BaselArea.swiss und der Senn Resources AG. Diese realisiert das von den Basler Architekten Herzog & de Meuron entworfene GRID-Gebäude.

In diesem Gebäude, dem GRID Campus of Collaboration, entstehen auf 50.000 Quadratmetern über fünf Geschosse Flächen für „Büros und Labors für Lehre, Forschung, Entwicklung und die Herstellung zukunftsträchtiger Produkte“. Dafür werden 150 Millionen Franken investiert. Auf Mitte 2020 wird der Switzerland Innovation Park Basel Area seinen bisherigen Standort in Allschwil aufgeben und im GRID eine Fläche von 6000 Quadratmetern mieten. Es wird erwartet, dass bis zu diesem Zeitpunkt auch die weiteren Flächen vermietet sind. Insgesamt soll GRID Arbeitsplätze für 2200 Menschen ermöglichen.

Der GRID wird dann das Bachgrabengebiet zusätzlich bereichern. Schon jetzt sind dort Firmen wie Actelion und Idorsia sowie Institutionen aus den Bereichen Life Sciences, Biotech, Public Health und Medtech ansässig. Hinzu kommt der Neubau des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts. Der GRID wird nun ebenfalls dazu beitragen, „dass die Region Basel als erstklassiges europäisches Ökosystem für Innovationen weiter an Bedeutung gewinnt“.

Der Standort in Allschwil ist der grösste der drei geplanten Standorte des Switzerland Innovation Park Basel Area. Dieser verfügt über einen zweiten Standort in Basel, ein dritter in Delémont soll hinzukommen. Der Switzerland Innovation Park Basel Area ist einer der fünf Netzwerkstandorte des Switzerland Innovation Park. Er wird von beiden Basel, dem Jura, der Handelskammer beider Basel und der Universität Basel getragen.

report Invest in Basel region

Basel besticht mit ausgezeichneter Gastronomie

08.10.2019

report Invest in Basel region

Basel-Stadt liegt bei der Standortqualität vorne

03.10.2019

report Life Sciences

„Beim Aufbau eines Unternehmens mit grösstem Potenzial gehen wir keine Kompromisse ein“

26.08.2019

Versant Ventures blickt auf eine grosse Tradition im Aufbau von erfolgreichen Unternehmen zurück. Beispiele dafür sind Therachon, Black Diamond oder CRISPR Therapeutics. Wir haben mit dem Basler Partner von Versant Ventures Alex Mayweg über das grossartige Beispiel der Forschungsplattform Ridgeline Therapeutics von Versant Ventures gesprochen, das Wissenschaft in ein erfolgreiches Arzneimittelentwicklungsprogramm umwandelt und auch der Entdeckung künftiger Wirkstoffe dient.

Alex, was macht Versant Ventures eigentlich?

Alex Mayweg: Versant Ventures ist ein Risikofonds für Biotechnologie, der sich mit frühen Investitionen im Biotechnologiebereich und der Gründung von Unternehmen einen Namen gemacht hat. Kürzlich haben wir unser 20-jähriges Jubiläum gefeiert. Unsere Strategie besteht darin, die weltweit innovativsten Ansätze zu finanzieren, die zu einer Revolution im Gesundheitswesen führen könnten. Für den Aufbau eines Unternehmens bieten wir drei Wege an: Der erste besteht darin, zusammen mit anderen Partnern in bestehende Unternehmen zu investieren. In 50 Prozent der Fälle gründen und finanzieren wir anfänglich die Unternehmen jedoch selbst. Darüber hinaus bieten wir Forschungsplattformen wie Ridgeline Therapeutics an. Hier führen wir die Wissenschaften zusammen, vernetzen sie, wägen die Risiken ab und setzen sie dann in Programme für Wirkstoffentdeckung und Unternehmen um. Zu diesem Zweck haben wir einige der besten Fachleute im Sektor Wirkstoffentdeckung um uns geschart. Sie helfen uns, die Unternehmen aufzubauen und die Wissenschaft voranzubringen. Es kommt auch vor, dass sie dann während der Wachstumsphase in die neu gegründeten Unternehmen wechseln.

Versant Ventures hat seinen Hauptsitz in San Francisco und betreibt Büros in den USA, in Kanada – und in Basel. Warum Basel?

Versant blickt auf eine lange Erfolgsgeschichte in Europa zurück. Wir haben eine Reihe von erfolgreichen Unternehmen wie CRISPR Therapeutics oder Therachon gegründet, das kürzlich von Pfizer aufgekauft wurde. Dank dem Büro, das seit langem in Basel angesiedelt ist, und unserer Forschungsplattform, die wir vor drei Jahren lanciert haben, können wir uns nun den umfassenden Sachverstand in der Wirkstoffentdeckung in dieser Region unmittelbar zu Nutzen machen. Tausende von Wirkstoffentdeckungsfachleuten leben hier. Das ist in Europa einzigartig und ich denke, dass die Region dieser Tatsache ihre weltweite Wettbewerbsfähigkeit verdankt. Wir haben bereits etwa 100 Millionen Dollar an Unternehmen in der Region Basel vergeben, die wir über unsere Forschungsplattform Ridgeline gegründet haben. Wir fühlen uns der Region sehr verpflichtet, auch wenn einige Unternehmen in den USA Fuss gefasst haben. Viele unserer Unternehmen haben zwei Standbeine.

Wie funktioniert Ridgeline?

Die Forschungsplattform besteht aus einem Team hervorragender Leute, die Unternehmen gründen, die Ridgeline beim Aufbau als Hilfestellung und Unterstützung nutzen. Es ist ein wunderbares Modell. Wie schaffen Unternehmen mit grossen Visionen, die später unabhängig werden und anfänglich die Unterstützung von Fachleuten geniessen, die wissen was sie tun müssen, um eine schlagkräftige Datengrundlage zu schaffen und dann die richtige Strategie erarbeiten. Mit diesem Modell können wir Talente anziehen, die Startups sonst in einem frühen Stadium kaum gewinnen könnten. Wir können auf einen umfassenden Pool aus Biologen, Zellbiologen, Krebsbiologen, Immunologen und Chemikern zurückgreifen, die sich sowohl durch tiefe als auch breite Erfahrung in ihren Gebieten auszeichnen.

Welche Bereiche decken Sie mit Ihrer Plattform ab?

Hinsichtlich Auswahl sind wir Agnostiker. Wir haben Unternehmen, die sich auf kleine Moleküle und Proteine fokussieren. Antikörper wären eine höchst wünschenswerte Wahl. Bisher haben wir aber noch keine Möglichkeit gefunden, die uns überzeugt hat. Möglichkeiten sehen wir ebenfalls in der Zelltherapie und anderen Anfragen aus dieser Region. Für die Schweiz wäre es sehr interessant, wenn sie in diesem Bereich ein Standbein aufbauen könnte. Ich sehe hier nämlich wachsende Betriebsamkeit und herausragende Wissenschaft.

Wo finden Sie anregende Wissenschaft – oder findet die Wissenschaft Sie?

Es ist eine Mischung aus beidem. Wir erkennen Themen, von denen wir ahnen, dass sie wichtig werden und suchen aktiv Akademiker, die Programme zu diesem Themen durchführen. Wir müssen in die Zukunft schauen und die bestqualifizierten Akademiker in diesen Bereichen finden. Oft finden wir sie in Europa oder in der Schweiz, nicht weit weg von unserer Haustüre.

Akademiker hängen oft an ihrer Wissenschaft. Versant ist dafür bekannt, bei der Unternehmensgründung seine eigenen Leute einzubringen. Wie geht ihr mit diesem möglichen Konflikt um?

Ich bin immer erstaunt, in welche Richtung sich die Leute entwickeln, was sie lernen und wie weit sie es bringen können. Das wollen wir tatkräftig unterstützen. Allerdings ist die Wirkstoffentdeckung schwierig und für den Erfolg sind Erfahrung und Misserfolge in Form gescheiterter Programme Voraussetzung. Wenn man seine Erfahrung nicht nutzt und auf die falsche Strategie setzt, läuft man Gefahr, die Technologie für das Falsche einzusetzen. Die Kombination von engagierten Gründungsakademikern, Unternehmern und Teams aus klugen und erfahrenen Fachleuten in der Wirkstoffentdeckung war sehr erfolgreich. Das bedeutet natürlich auch, dass Versant bei der Gründung von Unternehmen eine wichtige Rolle spielt.
Bei der Gründung von Unternehmen mit höchstem Potential in einem bestimmten Bereich kennen wir keine Kompromisse. „Think big“ ist unser Motto und ich meine, dass dieser Ansatz notwendig ist, um ein solches Unternehmen aufzubauen. Aus den Erfahrungen von Versant mit über 150 Unternehmen kann diese Firma aus viel Wissen über gangbare Wege schöpfen.

Bevor Sie zu Versant Ventures gewechselt haben, waren Sie in der Wirkstoffentdeckung bei Roche tätig. Wo liegt der Unterschied zur Wirkstoffentdeckung für einen Risikofonds?

Roche ist ein grossartiger Ort für die Wirkstoffentdeckung – dort habe ich am meisten darüber gelernt. Risikobehaftete Biotechnologie ist eine ganz andere Erfahrung. Jährlich sehen wir Hunderte innovative Technologien und es ist unglaublich spannend, daraus die überzeugendsten Entdeckungen auszuwählen und sie zu einem Unternehmen für die Wirkstoffentdeckung aufzubauen. Mit kleinen, aber sehr fokussierten Teams investieren wir früh in die jüngsten Innovationen und Entdeckungen. Heute steht unglaublich viel Kapital zur Verfügung und man kann mit erfahrenen Teams und über vertragliche Forschungsorganisationen ausserhalb der grossen Pharmaindustrie vollwertige Wirkstoffentdeckungsprogramme lanciere und betreiben. Vor zehn Jahren war das so noch nicht möglich.

Wie viel Kapital investiert Versant bevor Unterstützung von aussen notwendig ist?

Für unsere Unternehmen und je nach deren Art legen wir zweistellige Millionenbeträge zurück. Das hängt natürlich davon ab, wie wir dieses Kapital einsetzen und zuteilen. Hat ein Unternehmen oder eine Technologie einen Kapitalbedarf, für den wir nicht allein aufkommen können, ziehen wir gegebenenfalls bereits früher andere Investoren bei. Ich kann sagen, dass wir Unternehmen wesentlich besser ausstatten können, als es in dieser Region sonst üblich ist.

Ihr Fonds scheint immer grösser zu werden. Wie kommt das?

Um führende Unternehmen gründen zu können, braucht es einen prallen Geldbeutel. Bei einer so umfassenden Technologie mit vielfachen Anwendungen macht es keinen Sinn, diese Geschäftsmöglichkeiten mit dem Tropfenzähler zu alimentieren. Die Wirkstoffentdeckung ist schwierig und kostspielig. Wir kennen Unternehmen, die überzeugt sind, mit einem Startkapital von drei Millionen im klinischen Versuch ein Molekül zu finden. Wir wissen, dass sie dafür viel mehr benötigen. Gleichwohl sammeln wir nicht Grossfonds und das biotechnologische Modell mit Unterstützung aus dem Risikofonds trägt dazu bei, dass wir Kapital zur Schöpfung von Mehrwert effizient einsetzen.

Was tun Sie als Erstes, wenn Sie beschlossen haben, zu investieren?

Wir entlasten das Unternehmen von den Risiken und loten Strategien aus. Dies bedeutet unter anderem, dass die wissenschaftliche Erkenntnis in einem zusätzlichen Umfeld reproduzierbar sein muss. Wir sind frühzeitig involviert, was uns erlaubt, das Forschungsrisiko sehr gut einzuschätzen. Diese grosse Nähe bietet den Vorteil, das wissenschaftliche Vorhaben zu verstehen und dessen wichtiger Verfechter zu werden. Wissenschaftler verfallen leicht ihrer Wissenschaft. Wenn Versant aber von ihrer Wissenschaft überzeugt ist und sie ebenfalls für gut befindet, dann ist das für die Beschaffung von zusätzlichem Kapitel und die Suche nach Investoren für die nächste Runde ein enormer Vorteil.

Ist Scheitern eine Option?

Ausfälle sind beinahe die Bestimmung der Pharma-Industrie. In der Gross-Pharma beginnt man mit 50 Programmen, die dann zu 30 und später zehn mit klinischen Versuchen schrumpfen. Programme werden immer ausgedünnt. In den Unternehmen in unserem Portfolio sind Ausfälle interessanterweise sehr niedrig. Wissenschaft ist jedoch Wissenschaft, und nicht alle Programme funktionieren. Immer wird die Wirkstoffentdeckung als Gerade von A nach B geplant. Der Weg dorthin ist jedoch immer ein verschlungener Pfad. Möglicherweise tut man schliesslich nicht das, was man ursprünglich zu tun beabsichtigte. Das Risikomodell versucht jedoch immer, den geschaffenen Wert zu steigern, zu erhalten und wirksam einzusetzen. Es kommt nur selten vor, dass Dinge einfach sang- und klanglos verschwinden.

Was erwarten Sie von der Zukunft der Biotechnologie?

Schauen Sie sich die Geschichte der Innovationen in der Wirkstoffentdeckung in der chemischen Industrie in der Region Basel an. Da gibt es Innovationskurven, die sich über Jahrzehnte hinziehen. In der Vergangenheit haben sie die Lebenserwartung und die Überlebenschancen bei Krebs verlängert, die Todesrate bei Herzkrankheiten gesenkt und die Fälle von Infektionskrankheiten sind stark zurückgegangen. Wir erleben eine aussergewöhnliche Zeit in der Biotechnologie. Vor Jahren waren es kleine Moleküle und dann kamen Antikörper dazu. Jetzt haben wir die ganze Bandbreite an Möglichkeiten, einschliesslich kleine Moleküle, biologische Präparate, Zelltherapien, Genmanipulation, Gentherapie und viele andere, die grosses Innovationspotential eröffnen. Wir wählen nicht nur die besten Möglichkeiten in den vorhandenen Innovationskurven aus, sondern denken auch neue Kurven an. Wie einer meiner Partner bei Versant kürzlich sagte: „Die coolste Technologie ist die, die noch nicht erfunden ist.“ Aber wir versprechen eines: Wenn sie erfunden ist, werden wir sie beschaffen und darum herum ein glänzendes Unternehmen aufbauen.

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie Versant Ventures und seine Forschungsplattform Ridgeline Therapeutics funktionieren, laden wir Sie gerne zur Präsentation von Alex Mayweg am 18. September 2019 in Basel ein: Investor Spotlight: Ridgeline Therapeutics – A Versant Ventures Discovery Engine

report Invest in Basel region

Indigo Agriculture eröffnet Europasitz in Basel

17.09.2019

report Invest in Basel region

Universität Basel gehört zu den weltbesten Hochschulen

12.09.2019

report BaselArea.swiss

33 neu angesiedelte Firmen schaffen hunderte Arbeitsplätze

28.03.2019

BaselArea.swiss hat 2018 beachtliche Erfolge feiern können. 33 Firmen konnten davon überzeugt werden, in die Wirtschaftsregion Basel zu expandieren. Das sind sieben mehr als im Vorjahr. 16 Firmen sind aus Europa zugezogen, neun davon aus Deutschland. Zudem hat BaselArea.swiss sechs Schweizer Unternehmen bei der Suche nach einem geeigneten Standort in der Region Basel unterstützt. Unter den neu angesiedelten Firmen sind 19 in den Life Sciences und in der Chemiebranche tätig.

Die neu im Wirtschaftsraum Basel ansässigen Firmen haben bereits 139 Arbeitsplätze geschaffen, 296 weitere haben die Unternehmen für die kommenden Jahre in Aussicht gestellt. Das grosse Interesse an der Region Basel als Firmenstandort zeigte sich ausserdem an den über 400 Beratungen im In- und Ausland sowie den 67 Besuchen von Investoren und Unternehmensdelegationen, die BaselArea.swiss 2018 organisiert hat.

Überaus erfreulich entwickelte sich neben der Standortpromotion auch die Innovationsförderung. 72 Start-ups wurden von BaselArea.swiss bei der Gründung unterstützt, womit sich die Zahl der Unternehmensgründungen gegenüber dem Vorjahr um neun erhöhte. Es handelte sich dabei primär um Firmen in den Branchen Life Sciences und ICT.

Eine deutliche Zunahme zeigte sich bei der Nachfrage nach Beratung und Mentoring. 556 Mal haben Unternehmen diese Dienstleistung von BaselArea.swiss in Anspruch genommen, was im Vergleich zum Vorjahr mehr als einer Verdreifachung entspricht. Grosser Beliebtheit erfreuten sich auch die Veranstaltungen von BaselArea.swiss, an denen rund 6’000 Teilnehmenden eine Plattform geboten wurde, um sich zu vernetzen und neue Ideen zu generieren.

Lesen Sie die ganze Medienmitteilung. Den Jahresbericht können Sie hier als PDF herunterladen.

report Life Sciences

Frisches Geld für Basler Biopharmaunternehmen

09.09.2019

report Entrepreneurship

Basler Start-up will die Landwirtschaft verändern

06.09.2019

report

«Es muss nicht alles bleiben, wie es immer war»

08.01.2019

Désirée Mettraux ist seit 2016 CEO von Creadi. Das Spin-off der Pax hat die Online-Versicherungsplattform Simpego entwickelt. Die Versicherungsexpertin ist überzeugt, dass die Branche gewinnt, wenn sie sich gegenüber Partnern öffnet. Ihr Ziel: Versichern soll Spass machen.

BaselArea.swiss: Frau Mettraux, was bedeuten Versicherungen für Sie?

Désirée Mettraux: Für viele Leute ist das Thema langweilig und kompliziert. Ich verbinde Versicherungen mit Freiheit. Ich will, dass Versicherungen Spass machen.

Das Spin-off der Pax wurde 2016 ausgegründet. Was hat sich seither getan?

Von unseren ursprünglichen Vorstellungen haben wir viele über den Haufen geworfen. Der Insurtechmarkt ist stark in Bewegung, in ganz Europa wird viel Geld investiert. Da sehen wir auch, welche Modelle im B2C Markt nicht funktionieren. Wir sind kritisch mit uns und hinterfragen uns regelmässig. Aus einer Testphase, in der wir vieles ausprobiert haben, entstand Simpego, unsere Online-Plattform für Versicherungen.

Creadi wird von Pax finanziert, richtig?

Genau. Wendige Ausgründungen sind für die grossen Mutterschiffe die ideale Lernumgebung. Gleichzeitig ziehen sie Talente an. Wir haben mit Simpego die erste Native App auf den Schweizer Markt gebracht, bei der man on-the-go Versicherungen abschliessen kann. Das kann nicht jede Versicherung schnell auf die Beine stellen. Aber wir können zusammen mit einem grossen Versicherer testen, wie sein Produkt auf der Plattform funktioniert. Vom Erkenntnisgewinn profitieren alle.

Wie viel muss die Schweizer Versicherungsbranche im Bereich Insurtech noch lernen?

Die Schweiz hinkt im europäischen Vergleich stark hinterher. Die Online-Abschlussquote für Versicherungen liegt in der Schweiz bei zwölf Prozent. In Deutschland liegt die Quote bei über 30 Prozent. Dieser Rückstand ist nicht so einfach aufzuholen.

Inwiefern?

Wenn die Gesellschaft noch nicht so weit ist, reicht es nicht, dass eine Versicherung ihre Produkte digital zur Verfügung stellt. Unsere Gesellschaft funktioniert noch sehr klassisch mit Versicherungsberatern.

Creadi greift dieses Modell an. Das kann nicht allen gefallen.

Es gab Vorreiter, die auf den Markt drängten und dafür keine Sympathien geerntet haben. Aber das tut dem Markt nicht schlecht. Wenn etwas Neues kommt, müssen sich alle bewegen. Das nützt am Ende den Konsumentinnen und Konsumenten.

Offenbar vertrauen viele Leute einem Versicherungsmakler, der am Küchentisch die Policen erklärt. Wie schafft man mit einer App Vertrauen?

Vertrauen und Markenwahrnehmung sind unsere grossen Herausforderungen. Natürlich lässt sich der persönliche Kontakt, den manche Kunden über Jahrzehnte mit ihren Versicherungsvertreterinnen haben, nicht einfach durchbrechen. Darum bieten wir unseren Kunden die Möglichkeit zum Live-Chat oder beraten sie telefonisch.

Kann das die Lösung sein?

Das eigentliche Thema liegt aus meiner Sicht woanders: Zum einen sind die meisten Versicherungsprodukte, die nicht in die komplexen Vorsorgebereiche gehen, Standard. Niemand erfindet die Welt der Privathaftpflichtversicherung neu. Zum anderen verkauft ein Vertreter der Mobiliar nur die eigenen Produkte, die aber nicht unbedingt zum Kundenbedürfnis passen. Wir wollen diesen Knoten lösen und einen anderen Service bieten. Der Kunde soll wählen können, bei welchem Anbieter er die Versicherung online abschliesst oder ob er eine Beratung in Anspruch nimmt. Bei uns kann man innerhalb von einer Minute eine Versicherung abschliessen, völlig ohne Papierkram.

Wie ist die Resonanz von anderen Versicherern?

Es gibt Gesellschaften, die nichts mit Insurtechs zu tun haben wollen, weil sie nicht ihren eigenen Vertriebskanal angreifen wollen. Mittlerweile gibts aber immer mehr Versicherer, die empfänglich für Digitalisierungsthemen sind und die neue Sachen ausprobieren wollen. Wir sind prinzipiell offen für alle Partner. Ich bin sehr dafür, dass sich die ganze Branche gegenüber ihren Mitstreitern öffnet und als Teil eines gemeinsamen Ökosystems zusammen etwas auf die Beine stellt.

Das klingt gut...

... aber die Realität sieht etwas anders aus. Darum versuchen wir, verschiedene Anbieter auf unserem Marktplatz zu vereinen. Es muss nicht alles bleiben, wie es immer war.

Welche Rolle spielt die Digitalisierung für die Branche?

Wer manuelle Prozesse elektronisch abwickelt, hat noch nicht digitalisiert. Digitalisierung ist für mich eine Haltung und eine Frage von Kunden-Zentrierung. Viele Unternehmen orientieren sich von innen nach aussen und nicht von aussen nach innen. Da muss noch viel passieren. Wir alle – Versicherer inklusive – brauchen eine Strategie für eine digitale Welt. Wer hätte vor zwölf Jahren gedacht, dass wir Schuhe und Kleider fast nur noch online kaufen? Vielleicht werden wir irgendwann auch mit Versicherungen so weit sein.

Gibt es bei den Versicherungsprodukten auch Modernisierungsbedarf?

Ja, allerdings. Die jüngere Kundengeneration wird immer hybrider. Sie kaufen M-Budget Cottage Cheese und gleichzeitig Finefood Olivenöl. Beim Versichern beobachten wir das auch: Es sollte zwar allen klar sein, dass ein 25-Jähriger in seiner Hausratsdeckung kein Tiefkühlgut für 5000 Franken versichern muss. Trotzdem ist dieser Posten bei vielen Hausratsversicherungen standardmässig dabei. Wer aber beispielsweise in einem günstig eingerichteten WG-Zimmer wohnt, braucht vielleicht eher eine Versicherung für das 4000 Franken teure Velo oder für Handy und Laptop. Viele Versicherungen entsprechen gerade in urbanen Regionen nicht mehr dem Lifestyle.

Ein anderes Problem ist das Image.

Versicherungen haben den Ruf, dass sie einem etwas verkaufen wollen. Bei Creadi arbeiten wir gegen dieses Image an und schaffen Transparenz. Wenn wir für eine Person nicht das passende Angebot haben, sagen wir unseren Kunden das und weisen sie auf Produkte hin, die besser zu ihnen passen. Wir bieten auch keine langfristigen Verträge an, es ist alles kurzfristig ausgerichtet.

Creadi hat im vergangenen Jahr den DIAmond Award gewonnen. Herzlichen Glückwunsch nachträglich!

Danke. Wir haben den Fahrzeugausweisscanner Simpego Snap programmiert. Der liest ein Foto vom Fahrzeugausweis mit image processing aus, anschliessend macht das Programm die passende Offerte für den Fahrzeugtyp. Dahinter steckt ein cleverer Algorithmus, der dir sagt, für welches Fahrzeug in welcher Kategorie mit dem Jahrgang welche Deckung vorgeschlagen wird. Du kannst in einer Minute eine Fahrzeugversicherung abschliessen. Das ist auf mobile Geräte ausgerichtet, denn der Fahrzeugausweis liegt in der Regel im Handschuhfach. Solche Produkte finde ich grossartig. Sie machen das Leben einfacher.

Was bedeuten solche Auszeichnungen für Sie?

Für uns war wichtig, dass wir unseren Showcase vor über 1000 Leuten aus der Branche validiert haben. In unserem Ökosystem konnten wir uns beweisen und bestätigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Das ist sehr wertvoll und erleichtert den Zugang zu anderen Partnern. Mit unserer Entwicklung zeigen wir, dass wir viel mehr sind als ein Versicherungsbroker.

Aktuell arbeiten bei Creadi 15 Personen. Wie war die Personalsuche?

Das Basler Pflaster ist für ein Technologie Start-up schwierig. Trotzdem haben wir uns bewusst für Basel entschieden. Einige unserer Mitarbeiter sind extra für uns hergezogen. Basel ist definitiv ein attraktiver Standort, der auch kulturell und infrastrukturell viel bietet. Die Stadt hat etwas Internationales. Trotzdem ist sie überschaubar und unsere Mitarbeitenden finden bezahlbare Wohnungen.

report BaselArea.swiss

BaseLaunch trägt zu Innovationsstandort Schweiz bei

27.08.2019

report Invest in Basel region

Basel sollte sich auf Touristenansturm vorbereiten

22.08.2019

report Life Sciences

„Unser Business ist das schönste der Welt“

04.09.2018

Giacomo di Nepi fungiert nach einer Reihe von Führungspositionen in grossen Konzernen derzeit als CEO von Polyphor, einem Biotech-Unternehmen, das er im Mai 2018 zum Börsengang geführt hat. Wir haben mit Giacomo di Nepi über den Dienst am Patienten, das richtige Timing für einen Börsengang und die in einem Biotech-Unternehmen benötigten Personalressourcen gesprochen.

BaselArea.swiss: Was checken Sie zuerst – Ihre E-Mails oder die Aktienkurse?

Giacomo di Nepi: E-Mails und Meetings nehmen im Alltag noch immer den ersten Platz ein. Natürlich verfolge ich die Entwicklung am Aktienmarkt, aber der ist so volatil, dass ich es aufgegeben habe, den Markt kurzfristig interpretieren zu wollen. Natürlich befasse ich mich aber mit seiner Entwicklung und engagiere mich ganz klar dafür, dass die Aktie Wertzuwächse verzeichnet und sich für die Aktionäre auszahlt, ihr Vertrauen und ihr Geld in unsere Ideen, Technologien und unser Team gesteckt haben.

Sie haben in grossen Konzernen gearbeitet, McKinsey, Novartis ... Wie kamen Sie dazu, zu einem Startup wie Polyphor zu wechseln?

Sicher, ich komme von multinationalen Grosskonzernen, aber ich habe auch anderswo gearbeitet, zuletzt bei InterMune, einer kalifornischen Biotech-Firma. Den Betrieb in Europa habe ich aus dem Nichts aufgebaut und das von zuhause. Bei schönem Wetter verlegten wir die Meetings vom Esszimmer in den Garten. Daraus entwickelte sich ein Betrieb mit 200 Mitarbeitenden, der Patienten, die an idiopathischer pulmonaler Fibrose leiden, mit dem notwendigen Arzneimittel versorgt. Bei einem Startup haben Sie die Möglichkeit, alle Dimensionen eines Unternehmens aus einer viel breiteren Perspektive zu betrachten. Deshalb war Polyphor für mich so interessant, aber es gab noch weitere Gründe.

Zum Beispiel ...?

... die grandiose Forschung, die mit Sicherheit grundlegend ist. Polyphor hat die erste neue Klasse von Antibiotika gegen gram-negative Bakterien seit 50 Jahren entdeckt. Das ist eine bahnbrechende Innovation. Antibiotikaresistenz entwickelt sich zu einem Riesenproblem. Es gibt Patienten, die eine Infektion bekommen, mit 20 unterschiedlichen Präparaten behandelt werden und trotzdem sterben. Das darf einfach nicht sein. Bei Lungenentzündungen durch Pseudomonas aeruginosa liegt die Sterberate heutzutage bei 30 bis 40 Prozent. Oder wenn eine Frau an metastasierendem Brustkrebs leidet und schon ihre dritte Chemotherapie durchläuft, dann hat sie nur sehr wenige Therapieoptionen und eine niederschmetternde Prognose. Wir wollen Leben retten und den Patienten mehr Zeit verschaffen. Das macht unser Geschäft für mich zum schönsten Geschäft der Welt. Diese Patienten zu sehen, ist unglaublich berührend.

Also begegnen Sie den Patienten auch?

Natürlich. Vor kurzem nahm ich eine Patientin mit zu Polyphor: eine tolle Frau mit Pseudomonas-Befall, die an den früheren Studien teilgenommen hatte. Sie ist sehr mutig und bereit, um ihr Leben zu kämpfen. Das bewegt und inspiriert uns alle sehr. Sie hat uns von ihren Erfahrungen berichtet, denn ich finde, dass jeder ein Gefühl dafür bekommen sollte, was wir zu erreichen versuchen. Das schliesst auch Mitarbeitende ein, die nicht direkt an der Entwicklung mitwirken und beispielsweise in Abteilungen wie der Buchhaltung arbeiten, wo sie in der Regel nur die Rechnungen für die Studie zu Gesicht bekommen.

Polyphor hat in den letzten Jahren einen Wandel von einem rein forschungsorientierten zu einem forschungs- und entwicklungsorientierten Biopharmaunternehmen durchgemacht. Wie hat die Organisation den Wandel verdaut?

Wenn man von einer Phase in die nächste vorrückt, legt man die Messlatte höher, denn in der Entwicklung dauern Projekte mehrere Jahre, sind sehr komplex und verursachen hohe Kosten. Da gewinnt man eine ganz neue Perspektive. Ich persönlich mag Veränderungen. Für administrative Dinge interessiere ich mich nicht so sehr. Und diese besondere Veränderung war notwendig. Doch noch laufen die Forschungsarbeiten mit dem Schwerpunkt Antibiotika und Immunonkologika auf Hochtouren. Hier wollen wir weiterforschen, um herausragende Verbindungen zu entdecken und aufzubauen.

Basel hat sich in letzter Zeit offenbar zu einem Hotspot für Antibiotika entwickelt.

Viele grosse Unternehmen haben die Antibiotikaforschung vernachlässigt. Doch wie schon das Pascalsche Gesetz sagt: Solche Lücken werden irgendwann geschlossen. Kleinere, unternehmergeführte Unternehmen übernehmen nun weltweit die Führung – und Basel ist hier einer der wichtigsten Standorte. Wir haben ganz eindeutig eine sehr starke Forscherbasis in Basel. Für eine Karriere in der F&E ist Basel meiner Ansicht nach der beste Ort. Und es würde mich nicht überraschen, wenn auch grosse Unternehmen zurückkehren...

Polyphor ist im Mai 2018 an die Börse gegangen, hat 165 Millionen Schweizer Franken eingesammelt und ist an der SIX Swiss Exchange kotiert. Warum war der Börsengang für Polyphor die richtige Lösung?

Wenn man Glück hat, findet man ein Biotech-Unternehmen mit einem Produkt, das nur einen Schritt von der Markteinführung entfernt ist. Wir haben gleich zwei Produkte, die in der Pipeline so weit vorne stehen: Unser Antibiotikum Murepavadin befindet sich nunmehr in Phase III. Daneben haben wir mit der FDA ein Programm ausgehandelt, das uns erlaubt, unser Immunonkologikum Balixafortide mit nur einer einzigen Zulassungsstudie auf den Markt zu bringen. Das versetzt uns in eine einzigartige Lage. Doch diese Studien erfordern eine Menge Kapital. Dank des Börsengangs verfügen wir über die Ressourcen, unsere Produkte zu entwickeln und im Erfolgsfall den Patienten zur Verfügung zu stellen, die sie brauchen. Der Börsengang war ein notwendiges Mittel, betrachtet man das Stadium, in dem sich das Unternehmen befindet.

Welche Bedingungen mussten für den Börsengang erfüllt werden?

Ein IPO ist ein interessantes Unterfangen, in etwa wie eine vollständige körperliche Untersuchung. Die Anleger kennen das Unternehmen nicht und doch wünschen wir uns, dass sie unsere Ideen, unsere Vision und unser Team unterstützen. Also müssen sie uns vertrauen. Um dieses Vertrauen zu gewinnen, müssen wir absolut transparent sein und detailliert erläutern, worum es bei dem Unternehmen geht und welche Chancen und Risiken bestehen. Letztlich waren die Resultate grandios, da unser Börsengang der grösste eines Biotech-Unternehmens in der Schweiz in den vergangenen zehn Jahren war. Und wir zählten zu den Top 3 der letzten drei Jahre in Europa.

Wieviel Einfluss hatte das Timing?

Das Timing ist wichtig, aber nicht entscheidend. Das erste Quartal 2018 war ein sehr gutes für Börsengänge, das zweite war dafür weniger brillant. Im zweiten Quartal wurden ein Dutzend Börsengänge vollzogen. Es kann passieren, dass man einen ausgereiften Börsengang in der Tasche hat, ihn aber nicht realisiert, weil das Timing nicht stimmt. Niemals aber liegt ein unausgereifter Börsengang in der Schreibtischschublade, den man nur realisiert, weil das Timing stimmt.

Wie waren die Reaktionen auf den Börsengang von Polyphor?

Intern sind wir total happy, dass wir darauf hin arbeiten können, den Patienten unsere Arzneimittel zur Verfügung zu stellen. Zugleich sind wir uns sehr dessen bewusst, dass wir eine hohe Verantwortung tragen und sind daher sehr engagiert. Nach aussen hin ist unser Börsengang eine Demonstration der Schweizer – und speziell der Baseler – Fertigkeiten im Pharmabereich. Der Börsengang war ein Moment der Sichtbarkeit, in dem wir die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf uns gezogen haben. Insofern zeigt ein Börsengang, wie investitionsträchtig dieses Geschäft ist. Ich hoffe, es ist ein gutes Zeichen für die gesamte Branche, dass wir in der Lage sind, neue Unternehmen zu gründen, sie zum Erfolg zu führen und den Patienten neue Behandlungsansätze zu bieten.

Warum haben Sie sich für die Schweizer Börse entschieden?

Wir verfügten bereits über einen grossen Stamm an Anteilseignern in der Schweiz, sodass die Entscheidung für den Schweizer Aktienmarkt naheliegend war. Wir waren bekannt. Die Schweiz ist ein grossartiger Markt, ich bin mit der Wahl sehr zufrieden. Ehrlich gesagt frage ich mich sogar, warum die Wahl nicht häufiger darauf fällt. Das Geld ist da, es gibt Investoren, die sich mit Pharmazeutika auskennen und bereit sind, das Risiko auf sich zu nehmen.

Welche Pläne haben Sie für Polyphor in den nächsten paar Jahren?

Unsere Vision ist klar: Wir möchten führend auf dem Gebiet der Antibiotika werden und dazu beitragen, die von multiresistenten Keimen ausgehenden Risiken zu bekämpfen und zu reduzieren. Zugleich möchten wir eine neue Klasse von Immunonkologika voranbringen. Wir entwickeln Third-Line-Therapien für metastasierenden Brustkrebs. Die davon betroffenen Frauen haben nur sehr wenige Behandlungsoptionen. Wir glauben jedoch, dass dieses Arzneimittel das Potenzial hat, noch über diese Patientenpopulation hinaus zu greifen, beispielsweise in früheren Phasen der Brustkrebstherapie und für andere Kombinationen und Indikationen. Damit wären wir sehr viel wettbewerbsfähiger.

Wie gelangen Sie dorthin?

Wir müssen sicherstellen, dass wir über die Organisation und Unternehmenskultur verfügen, die uns ermöglichen, unsere Studien effektiv durchzuführen. Wir möchten sicherstellen, dass die Räder der Unternehmensmaschinerie richtig ineinander greifen und wir über alle benötigten Kompetenzen verfügen.

Was tun Sie, um das zu erreichen?

Die Personalpolitik ist für mich einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für ein Unternehmen – wenn nicht der wichtigste. Daher stecke ich auch einiges an Mühe und Engagement in diese Aufgabe. Ich führe mit Bewerbern durchaus auch zwei oder drei Gespräche. Ich lasse sie auch von ihren zukünftigen Kollegen interviewen. In meiner Zeit bei Novartis habe ich hervorragende Erfahrungen mit jungen Nachwuchstalenten gemacht. Warum? Weil sie über die nötige Veranlagung und Kompetenzen verfügen. Wenig Erfahrung ist vernachlässigbar, denn innerhalb der Organisation gibt es davon genug. In der Biotech-Branche ist das ganz anders. Hier ist es absolut notwendig, Mitarbeitende mit entsprechender Erfahrung einzustellen, da innerhalb des Unternehmens kein anderer darüber verfügt.

Und wie sieht es erst mit dem Kulturwandel aus, wenn man von einem Pharmariesen zu einem kleinen Biotech-Unternehmen wechselt?

Erfahrung allein ist nicht die ganze Wahrheit. Ich habe viele Menschen getroffen, die Erfahrung haben, aber nicht in der Lage sind, eine Fotokopie zu machen, und drei Leute benötigen, die ihnen zuarbeiten, um Ergebnisse zu erzielen. Diese Art von Mitarbeitenden sind auch nicht gut. Ich suche also eher eine Art „schizophrenes Profil“: In der Biotech-Branche brauchen wir Menschen, die über Erfahrung, Kompetenzen und Visionen verfügen, aber zugleich in der Lage sind, die Ärmel hochzukrempeln, praktische Entscheidungen zu treffen und selbstständig zu arbeiten.

report ICT

Adobe setzt auf Basel

12.08.2019

report Invest in Basel region

EuroAirport ist bei Effizienz führend

19.07.2019

report Invest in Basel region

Basler Pharmafirmen investieren am stärksten in Forschung

15.07.2018

Die 24 Interpharma-Mitglieder haben 2017 weltweit insgesamt 96 Milliarden Franken für Forschung und Entwicklung ausgegeben. In die Schweiz flossen davon 7 Milliarden Franken. Damit übersteigen ihre Schweizer Forschungsinvestition den Umsatz, den sie in der Schweiz erzielen, um mehr als das Doppelte. Dies belegt laut dem Verband die grosse Bedeutung des Forschungsstandorts Schweiz und den Innovationsgedanken innerhalb der Firmen.

Insbesondere Firmen in der Schweiz wie Roche und Novartis haben viel für Forschung und Entwicklung am Standort Schweiz ausgegeben. Aber auch Firmen ohne Schweizer Hauptsitz wie Johnson & Johnson tätigten den Angaben zufolge grosse Investitionen. Zusätzlich zu den Investitionen in die Forschung haben die Unternehmen rund eine halbe Milliarde Franken für Anlagen wie technische Geräte, Maschinen, Gebäude- und Betriebsausstattung ausgegeben.

Interpharma betont in einer Medienmitteilung zur Studie auch die wichtige Rolle der Pharmabranche für die Schweizer Exportwirtschaft. Ausserdem hebt der Verband hervor, dass zwischen 2012 und 2016 aus der Schweiz über 86 Patente pro Million Erwerbstätige in der pharmazeutischen Forschung angemeldet wurden. Das sind doppelt so viele wie in Dänemark und fast fünfmal so viele wie in Deutschland.

In der Studie sind auch die Umsätze der untersuchten Firmen aufgeführt worden. Hinter Pfizer (47,4 Milliarden Dollar) folgt bereits Novartis (46,6 Milliarden Dollar). Roche (39,9 Milliarden Dollar) belegt hinter Johnson & Johnson und Sanofi den fünften Rang.

report Life Sciences

Basel beheimatet zwei der wertvollsten Konzerne

12.07.2019

report Invest in Basel region

Jura wirbt mit Industriebrachen

11.07.2019

report Invest in Basel region

Basel hat das grösste wirtschaftliche Potenzial

13.07.2018

Die Stadt Basel hat im europäischen Vergleich das grösste wirtschaftliche Potenzial. Das geht aus einer neuen Studie von BAK Economics hervor. Das verdankt sie ihrer ausserordentlichen Wettbewerbsfähigkeit. Auch Genf und Zürich sind unter den ersten fünf.

BAK Economics hat in einer Studie das wirtschaftliche Potenzial der 65 wichtigsten Städte und 181 Regionen Europas untersucht. Ihr Ergebnis: Die Schweizer Städte und Regionen stehen ganz oben im Economic Potential Index. Unter den Städten schwingt Basel mit 116 Punkten ganz oben aus. Dazu hat vor allem die Spitzenstellung bei der Wettbewerbsfähigkeit mit 124 Punkten beigetragen. Bei der Attraktivität nimmt die Stadt am Rheinknie mit 109 Punkten den dritten Platz ein, bei der tatsächlichen wirtschaftlichen Leistung mit 114 Punkten immer noch Platz drei. Auf Platz zwei unter den Städten mit dem höchsten wirtschaftlichen Potenzial folgt Genf mit 115 Punkten, auf Platz drei London mit 113 und auf Platz vier Zürich mit 112 Punkten. Die Stadt an der Limmat ist zugleich auch die attraktivste aller 65 untersuchten Städte.

Im Vergleich der Regionen wird Basel als Teil der Nordwestschweiz gerechnet. Diese schneidet mit 111 Punkten auf Platz vier ab. In der Wettbewerbsfähigkeit kommt sie mit 117 Punkten noch auf Platz zwei, hinter der Hauptstadtregion Stockholm mit 122 Punkten.

Zürich kommt als beste Region mit 112 Punkten auf Platz drei hinter der Region Stockholm auf Platz eins und der Grossregion London auf Platz zwei. Überhaupt haben die Schweizer Regionen im europäischen Vergleich das höchste wirtschaftliche Potenzial: Die Genferseeregion kommt auf Platz sechs, die Zentralschweiz auf Platz sieben und das Tessin auf Platz acht. Damit besetzen die Schweizer Regionen die Hälfte der ersten zehn Plätze.

report Medtech

Basler Chirurgen feiern Weltpremiere

04.07.2019

report Invest in Basel region

Lonza baut Dienstleistungen mit neuer Fabrik aus

03.07.2019

report Life Sciences

Basel ist Heimat der interessantesten Biotechs

17.06.2018

Die Branchenplattform labiotech.eu hat Basel in ihre Liste der europäischen Biotech-Hubs mit den interessantesten Unternehmen aufgenommen. Hervorgehoben werden dabei Firmen wie Actelion und Polyphor.

labiotech.eu stellt die Zentren mit den „interessantesten Biotech-Firmen“ vor. Basel habe sich zu einem „Hotspot für Pharma und Biotech“ entwickelt, so die Plattform. In einer Beschreibung zu Basel wird dabei unter anderem Actelion hervorgehoben, „eines der grössten Unternehmen in der europäischen Biotech-Geschichte“. Das Biopharmaunternehmen wurde im vergangenen Jahr für knapp 30 Milliarden Dollar vom US-Konzern Johnson & Johnson übernommen.

Erwähnt werden weiter auch das aus Actelion ausgegliederte Forschungsunternehmen Idorsia.

Um Basel seien auch interessante Unternehmen ansässig, welche sich mit Innovationen rund um Antibiotika beschäftigen. Hervorgehoben werden unter anderem Basilea, Allecra, Santhera Pharmaceuticals und Polyphor. Letzteres Unternehmen ist erst in der vergangenen Woche an der Schweizer Börse SIX gestartet.

„Die Nachbarschaft der Pharmariesen Novartis und Roche, Vorzeige-Unternehmen wie Actelion und Idorsia sowie die zunehmende Anzahl an kleinen und mittleren Biotech-Firmen macht die Region zu einem Brutkasten für Erfolgsgeschichten“, wird Thomas Meier, CEO von Santhera Pharmaceuticals, im Bericht zitiert. Er lobt insbesondere die Möglichkeiten zur Vernetzung zwischen jungen und etablierten Firmen.

report Invest in Basel region

Basel wird zum Innovationszentrum für Notenbanken

02.07.2019

report Invest in Basel region

Die Schweiz ist schockresistent

01.07.2019

report Life Sciences

«Basel verfügt über alle Voraussetzungen, um ein erfolgreiches Unternehmen zu beherbergen»

11.06.2018

Die Ärztin und Pharmakologin Nicole Onetto ist seit 2017 Mitglied des Verwaltungsrats der Basilea Pharmaceutica AG. Im Interview, das im Geschäftsbericht von Basilea erschien, sprach sie über Herausforderungen in der Onkologie.

In der Langzeitbehandlung von Krebspatienten wurden grosse Fortschritte erzielt. Was waren für Sie als Onkologie-Expertin die wichtigsten Entwicklungen?

Nicole Onetto: Wir sind Zeuge spektakulärer Resultate im Hinblick auf das langfristige Überleben von Patienten in einer ganzen Reihe von Indikationen, für die es vor nicht einmal zehn Jahren überhaupt keine neuen Behandlungsoptionen gab. Und für viele andere Krebsarten, für die bisher nur konventionelle Behandlungsoptionen wie Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie zur Verfügung standen, profitieren wir heute von neuen Erkenntnissen über die molekularen Grundlagen von Krebs, dank derer wir in der Lage sind, die Behandlung individuell auf den jeweiligen Patienten abzustimmen. Dies hat die Entwicklung und Anwendung zielgerichteter Therapien erleichtert, die gegenüber traditionellen Behandlungsmethoden sowohl wirksamer als auch weniger toxisch sind. Und schliesslich ist es in den letzten Jahren gelungen, das Potenzial des Immunsystems zu nutzen, um neue Therapieansätze zu entwickeln, die unsere eigene Immunabwehr gegen das Krebswachstum mobilisieren.

Welche weiteren grossen Fortschritte in der Behandlung erwarten sie kurz- bis langfristig?

Die Entwicklung neuer Immuntherapien für die Behandlung von Krebspatienten wird immer wichtiger. Diese neuen Formen müssen ihren Platz im Patientenmanagement erst noch finden, auch im Hinblick auf Kombinationen mit eher traditionellen Behandlungsformen. Auch muss die Wirtschaftlichkeit dieser innovativen Therapien bewertet werden. Ein weiteres sehr wichtiges Thema ist die Frage, wie man die Toxizität der Behandlung verringern und eine Überbehandlung vermeiden kann.

Wie können Unternehmen in der klinischen Entwicklung erfolgreich sein?

Mit einem stärker personalisierten Ansatz für die Krebstherapie ergeben sich neue Möglichkeiten für die Entwicklung von Medikamenten mit hoher Wirksamkeit in klar definierten Patientenpopulationen. Weiterhin gilt jedoch, dass die Entwicklung neuer Medikamente Geduld, Ausdauer und wissenschaftliche Exaktheit erfordert. Bei der Behandlung von Krebspatienten sind trotz grosser Fortschritte noch viele Herausforderungen zu bewältigen. Unter anderem stellt die Arzneimittelresistenz eine grosse Hürde dar und steht unverändert im Fokus von Basilea. Für Patienten mit resistenten Erkrankungen gab es vor nicht allzu langer Zeit nur die Option, auf ein neues Medikament zu wechseln, oft eine neue Chemotherapie. Inzwischen haben wir mehr Einblicke in die Mechanismen der Resistenzentwicklung gewonnen. Darüber hinaus suchen Forscher auf der ganzen Welt nach den besten Wegen, um Behandlungsresistenzen zu vermeiden. Kooperationen zwischen Hochschulen und der Privatwirtschaft, beispielsweise mit Unternehmen wie Basilea, sind ein weiterer wichtiger Faktor für die Entwicklung neuer innovativer Medikamente zum Wohle der Patienten.

Womit liesse sich das unterstützen?

Die Verwendung von Biomarkern, um die Wahl der bestmöglichen Behandlungsoption zu erleichtern und die Patienten mit der höchsten Wahrscheinlichkeit eines Ansprechens auf die Behandlung auszuwählen, wird die Entwicklung neuer Krebsmedikamente weiterhin stark beeinflussen. Biomarker-Daten sind der Schlüssel für das Design von Entwicklungsplänen und für Go/No-Go-Entscheidungen. Diese Daten fliessen heute häufig in das Zulassungsverfahren und die nachfolgende Vermarktung neuer Medikamente ein. Dieser Ansatz zur Auswahl neuer Wirkstoffe, der auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert, ist einer der wichtigsten Fortschritte, die zurzeit den Forschungs- und Entwicklungsprozess sowie die Methodik klinischer Studien transformieren.

Sehen sie Vorteile für Basilea, die sich aus dem Standort in Basel, einem bekannten internationalen Zentrum der Life-Sciences-Industrie, ergeben?

Basel verfügt über alle Voraussetzungen, um ein erfolgreiches Unternehmen zu beherbergen: eine lebendige Forschungsgemeinschaft, einen international anerkannten Ruf als Pharmastandort, einen Pool von talentierten Mitarbeitern und eine starke und stabile Wirtschaft. Basel ist eines der führenden Life Sciences-Zentren; ich sehe Gemeinsamkeiten zwischen Basel und den wenigen anderen etablierten Biotechnologiezentren in Europa und Nordamerika. Die Stadt verfügt über eine exzellente Universität und ist Standort etablierter grosser Pharmafirmen sowie vieler Start-ups und innovativer Unternehmen. Dieses vorteilhafte Umfeld hat Basilea bereits geholfen, ein starkes Unternehmen aufzubauen und sollte auch die erfolgreiche weitere Entwicklung unterstützen. Ich freue mich daher sehr, von den Aktionären von Basilea in den Verwaltungsrat gewählt worden zu sein und freue mich darauf, eine aktive Rolle in der Basler Biotech-Gemeinschaft zu spielen.

report BaselArea.swiss

Baselbieter Parlament genehmigt 11 Millionen für Innovationspark

27.06.2019

report Invest in Basel region

Die Nordwestschweiz gehört zu den innovativsten Regionen Europas

25.06.2019

report Invest in Basel region

«Wir werden nicht vor Risiken zurückscheuen»

05.06.2018

2016 eröffnete Roivant Sciences ihr globales Headquarter in Basel. Der Gründer und CEO von Roivant, Vivek Ramaswamy, sprach mit uns über sein schnell wachsendes Unternehmen, seine Prioritäten und über die Rolle, die Roivant im Basler Life Sciences-Ökosystem spielen will.

BaselArea.swiss: Sie haben ein Unternehmen gegründet und aufgebaut. Welche Elemente waren dabei ausschlaggebend?

Vivek Ramaswamy: In der Biotech-Branche braucht man drei wesentliche Elemente, um ein grossartiges Unternehmen aufzubauen: wirksame Arzneimittel, gute Mitarbeitende und ausreichend Kapital. Natürlich ist es schwierig, vor den klinischen Versuchen zu wissen, welche Medikamente bestehen werden. Deswegen strebe ich seit der Gründung von Roivant ein breit gefächertes Portfolio an. Mein Ziel war ein Unternehmen, dessen Erfolg sich an der Anzahl und der Qualität der Produkte, die wir auf den Markt bringen, messen lässt. Es soll nicht allein vom Erfolg oder Misserfolg eines bestimmten Arzneimittels abhängen. Ich bin davon überzeugt, dass die Qualität unserer Mitarbeitenden und unsere kulturellen Grundsätze, die sich insbesondere auf die Wertschöpfung und die Innovation in allen Bereichen unserer Geschäftstätigkeit fokussieren, den langfristigen Erfolg des Unternehmens ausmachen. Wir sind in einer teuren und riskanten Branche unterwegs. Man muss hohe Investitionen tätigen, bevor man Ergebnisse erzielt. Deshalb bin ich unseren Investoren für ihre Unterstützung sehr dankbar. Letztlich ist jedoch das Geld, das wir aufgebracht haben, keine Leistung als solche, sondern nur ein wesentlicher Faktor. 

Roivant ist enorm schnell gewachsen. Wie halten Sie den Unternehmergeist in der Firma aufrecht?

Für unser Modell ist der Unternehmergeist unabdingbar. Unsere Firma fusst auf dem Grundsatz, dass kleiner meistens besser ist. Aus diesem Grund wird Roivant nicht zentral gesteuert. Stattdessen skalieren wir das Geschäft über die Gründung von Tochtergesellschaften, die wir vollständig oder mehrheitlich halten und «Vants» nennen. Heute beschäftigen wir in unserer Unternehmensfamilie mehr als 600 Personen. Man kann zu Recht sagen, dass es zu meinen wichtigsten Prioritäten gehört, den Unternehmergeists aufrechtzuerhalten.

Inwieweit dürfen die Vants ihren eigenen Unternehmergeist entwickeln?

Betrachten Sie Roivant als Elternteil, der allen Vants einen Teil seiner DNA vererbt. Wir suchen auch die Führungskräfte sorgfältig aus, die wiederum ihre eigene DNA beisteuern. Obwohl jedes Vant Roivant stark ähnelt, besitzt es doch seinen eigenen einzigartigen Genotyp. Es gibt gemeinsame kulturelle Prinzipien, aber auch wichtige Unterscheidungsmerkmale. Wir betrachten Verschiedenartigkeit als Wettbewerbsvorteil.

Wie gehen Sie mit Misserfolgen um?

Wir haben Glück, dass wir bereits relativ früh in unserer Geschichte sowohl Erfolge als auch Misserfolge verzeichnet haben. Wir könnten keine gute Arbeit leisten, wenn wir nur erfolgreich wären, denn das würde darauf hindeuten, dass wir nicht genügend Risiken eingehen, um Patienten zu helfen. Misserfolgen begegnen wir auf drei Arten. Erstens anerkennen wir sie als nötige Folge unserer allgemeinen Strategie. Zweitens bauen wir ein vielfältiges Portfolio auf, statt den Erfolg unseres Unternehmens auf ein einziges Arzneimittel zu setzen. Schliesslich bekennen wir uns offen zu unseren Misserfolgen und nutzen sie, um aus ihnen zu lernen. Als unser Medikament für Alzheimer, Intepirdine, die Phase III nicht bestand, beschönigten wir das Ergebnis nicht. Wir reagierten aber auch nicht über. Vor Risiken in ähnlichen Bereichen, in denen ein hoher ungedeckter Bedarf besteht, werden wir auch künftig nicht zurückscheuen. Wir treffen gut durchdachte Entscheide in allen Therapiebereichen und akzeptieren dabei die Möglichkeit eines Misserfolgs.

Sie haben Basel als Standort für den internationalen Sitz Ihres Unternehmens gewählt. Welche Aspekte haben Sie überzeugt?

Zuerst einmal die Talente. Wir glauben an Vielfalt, deshalb rekrutieren wir sowohl innerhalb als auch ausserhalb der Pharmabranche. Basel ist in diesem Sinn sinnbildhaft, weil die Region viele Menschen aus verschiedenen Ländern und Kulturen vereint. Sie sprechen verschiedene Sprachen und bringen unterschiedliche Erfahrungen und Ausbildungen mit. Diese Mischung sorgt für ein warmherziges, gastfreundliches und innovatives Umfeld, das der Kultur entspricht, die wir bei Roivant anstreben. Ferner zeichnet sich der Standort Basel durch das Erbe der erfolgreichen pharmazeutischen Produkte aus, die hier entwickelt wurden. Deshalb wollten wir unser Unternehmen schon möglichst früh in der Region etablieren. Neben den grossen multinationalen Konzernen, für die Basel bekannt ist, gibt es viele junge, aktive Unternehmen, die sich auf diese Tradition stützen. Wir wollen ein Teil davon sein.

Wie hat sich Roivant in Basel eingelebt? Wurden Ihre Erwartungen erfüllt?

Ja, allerdings mit einer Einschränkung: Basel scheint nicht an Klimaanlagen zu glauben! Spass beiseite, unsere Erwartungen wurden in vielen Belangen sogar übertroffen. Ich finde die Community sehr entgegenkommend. Wir haben uns sofort wohl gefühlt. Wir konnten talentierte Mitarbeitende gewinnen und einen positiven Dialog mit mehreren Unternehmen in der Umgebung aufbauen. Wir suchen weiterhin nach neuen Chancen in der Region und freuen uns darüber, wie das Ökosystem uns aufgenommen hat und unser Wachstum ermöglicht. Die Partnerschaften, die wir geschlossen haben, sind für uns wesentlich. Dazu gehören natürlich auch BaselArea.swiss und der BaseLaunch Accelerator.

Wir freuen uns, dass Sie dabei sind. Wie tragen Sie zum Accelerator Programm bei?

Mit unserem Geschäftsmodell sind wir bestrebt, die Gründung neuer Unternehmen zu beschleunigen, deshalb war es nur logisch, dass wir auch BaseLaunch unterstützen. Wir können unsere Erfahrung nutzen, um anderen Unternehmen zu helfen, ihre eigenen Start-ups zu lancieren und auszubauen. Wir unterstützen BaseLaunch bei der Projektauswahl. Zudem stehen wir mit Beratern und Mentoren zur Verfügung. Wir finden es grossartig, die lokalen Start-ups auf diese Weise zu unterstützen und unsere Beziehungen zu anderen Unternehmen in Basel auszubauen. Wir freuen uns, dass wir dazugehören.

Wie sehen die Aussichten für den Firmenhauptsitz in Basel aus?

Kurz gesagt, wir werden weiterwachsen. Alle Vants werden Basel als Business Hub benutzen, um ihre Partnerschaften in Europa zu entwickeln und zu pflegen. Wir haben als Unternehmen begonnen, das sich auf Wirkstoffe konzentriert, die aufgegeben wurden. Wir wollen aber auch die Entwicklung in den Pipelines anderer Unternehmen beschleunigen. Basel ist ideal gelegen, um diesen Plan mit europäischen Unternehmen umzusetzen.

report Life Sciences

Tropeninstitut beginnt mit Neubau

24.06.2019

report Life Sciences

Axovant vereinbart Produktionspartnerschaft

21.06.2019

report

Meet the BaseLaunch Startups

11.03.2018

Six of the BaseLaunch startups recently started Phase II. They received either grants up to 250,000 Swiss francs or gained free of charge access to BaseLaunch laboratory and office space at the Switzerland Innovation Park Basel Area. Hear what the startups, the BaseLaunch team and selection committee members experienced in the first year. Find out more about what makes BaseLaunch unique.

The BaseLaunch accelerator is now open for applications for the second cycle. Entrepreneurs with a healthcare based project or a game-changing innovation in diagnostics, medtech or related field at the pre-seed or seed funding stage are invited to submit their applications to the program.

Following the application deadline on 14 May, promising projects will be admitted to the accelerator program for a period of 15 months. In phase I, the startups will benefit from the support of industry experts, office- and laboratory space free of charge and access to healthcare partners. After three months, they will be invited to present their idea to the selection committee. They will determine which promising startups will proceed to Phase II that runs for one year.

BaseLaunch is backed by five industry leaders — Johnson & Johnson Innovation, Novartis Venture Fund, Pfizer, Roche and Roivant Sciences. Other public and private partners such as KPMG and Vossius & Partner also support the initiative.

report Invest in Basel region

Zuwanderer loben Lebensqualität

19.06.2019

report Industrial Transformation

Uptown Basel nimmt Gestalt an

11.06.2019

report Invest in Basel region

SpiroChem eröffnet Räumlichkeiten für Forschung/Entwicklung und Services in Basel

29.09.2017

Basel - Das Feinchemieunternehmen SpiroChem ist in topmoderne Räumlichkeiten auf dem Basler Rosental-Areal umgezogen. SpiroChem will seine Tätigkeiten nun deutlich ausweiten und hat auch seinen Verwaltungsrat verstärkt.

Bei SpiroChem handelt es sich um eine Ausgliederung aus der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH). Dort war das Unternehmen bislang auch ansässig, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Demnach wurde der operative Betrieb am neuen Standort bereits aufgenommen. „Wir sind sehr erfreut, unseren Umzug nach Basel in topmoderne Räumlichkeiten anzukündigen. Wir sind nun gut aufgestellt, um mit grossen und kleinen Organisationen zu interagieren und zusammen zu arbeiten. Zudem können wir Herausforderungen unserer Kunden schnell und flexibel lösen, so dass sich diese noch stärker auf die effiziente Entwicklung der Medikamente von morgen fokussieren können“, wird CEO Thomas Fessard in der Mitteilung zitiert.

SpiroChem bietet neuartige Moleküle an, die zur Erforschung und Entwicklung neuer Medikamente genutzt werden. In diesem Bereich hat sich das Unternehmen nach eigenen Angaben eine weltweite Führungsposition erarbeitet. So kann es innovative Lösungen für die Pharmabranche anbieten. „SpiroChem beabsichtigt, ein Schlüsselunternehmen in Basels dynamischer und innovationsgetriebener Life Sciences-Industrie zu werden. Zudem haben wir die Ambition, das Kundenportfolio zu erweitern und talentierte Mitarbeitende für unser wachsendes, modernes Unternehmen zu gewinnen“, erläutert Fessard.

Für den anstehenden Wachstumskurs hat SpiroChem auch seinen Verwaltungsrat verstärkt. Anthony Baxter kann auf umfassende Erfahrungen in der Pharmabranche zurückblicken. „Seine Branchenerfahrung und sein Netzwerk innerhalb der Life Sciences-Industrie wird bei der Vergrösserung unseres Portfolios an kleinen, mittleren und grossen Pharma-, Agribusiness- und Life Sciences­Kunden weltweit von grossem Vorteil sein“, so Fessard. 

report Invest in Basel region

Roivant Sciences: On a mission to combine the best of pharma and technology

11.06.2019

report Invest in Basel region

Grünes Licht für Steuervorlage

20.05.2019

report BaselArea.swiss

«Ich möchte innovative Forschung in neue Medikamente umsetzen»

04.07.2017

Jährlich erkranken etwa 250´000 Patienten an einer Krebsart, für die es zurzeit keine spezifische Therapie gibt, Krebs, der aufgrund einer fehlgesteuerten Kommunikation zwischen Zellen entsteht. Diese Fehlfunktion entsteht im sogenannten NOTCH-Signalweg. Wirksame Therapiemöglichkeiten fehlen – doch das soll sich ändern. Die Cellestia Biotech AG entwickelt ein neuartiges Medikament gegen diese Krebsart. Der neuartige Wirkstoff greift selektiv nur die fehlgesteuerte Zellkommunikation an. Damit könnten Leukämie, Lymphome und feste Tumore wie zum Beispiel Brustkrebs behandelt werden.

Im Jahr 2014 gründeten Professor Freddy Radtke und Dr. Rajwinder Lehal, der bereits mit seiner Dissertation an diesem Thema gearbeitet hatte, die Firma Cellestia Biotech AG. 2015 kam ein erfahrenes Team von Pharma- und Onkologie-Entwicklungsspezialisten um Michael Bauer hinzu, die sich als Mitgründer bei Cellestia engagierten. Bauer hatte zuvor zusammen mit seinem Team mehrere Jahre lang verschiedene Projekte geprüft, um den Aufbau eines solchen Start-up-Unternehmens mitzugestalten. Wir sprachen mit ihm über Risiken und Nebenwirkungen der Firmengründung.

Interview: Stephan Emmerth

Herr Bauer, wie lange mussten Sie suchen, bevor Sie ein Projekt gefunden haben, bei dem Sie einsteigen wollten?

Michael Bauer: Über viele Jahre hin habe ich zusammen mit Kollegen und neben dem regulären Job – mal mehr und mal weniger intensiv – eine Reihe von Projekten geprüft, evaluiert und wieder verworfen. Zum Teil waren das tolle Projekte, manche waren unglaublich innovativ. Aber immer wieder gab es leider Dinge, die uns bewogen haben, diese Projekte am Ende doch nicht weiter zu verfolgen.

Die Suche hat Sie wohl nicht nur viel Zeit gekostet, sondern auch Geld, immerhin musste ja jedes Mal eine Due Diligence durchgeführt werden?

Diesen Aufwand mussten wir natürlich leisten. Im Prinzip haben wir wie ein kleiner Venture Fund Projekte identifiziert, geprüft und evaluiert. Aufgrund der Zusammensetzung des Teams konnten wir viele Aufgaben selbst erfüllen, teilweise zogen wir Experten hinzu. In vielen Fällen haben uns Spezialisten aus unserem Netzwerk unterstützt, da gab es ein erhebliches Mass an Goodwill. Zum Teil kamen wir für die Kosten auf.

Und warum hatte es vor Cellestia nicht geklappt?

Viele Faktoren müssen stimmen: Als Grundlage natürlich hervorragende, innovative Forschungsergebnisse, die über Patente geschützt sind. Wichtig sind auch geregelte Eigentumsverhältnisse an den Erfindungen und vernünftige Lizenzbedingungen. Zu guter Letzt muss es eine Übereinkunft über die Erwartungen der am Projekt beteiligten Personen geben. Wir haben so ziemlich alles erlebt. In vielen Fällen stellte sich im Verlauf der Prüfung heraus, dass beispielsweise die Forschungsdaten doch nicht so überzeugend waren wie zunächst dargestellt. Oder die Erwartungen hinsichtlich der Lizenzkonditionen lagen zu weit auseinander. Bei einem Projekt wollte man uns Patente verkaufen, die längst verfallen waren. Oft kommt es vor, dass die Wissenschaftler unrealistische Vorstellungen bezüglich des Werts ihres Projekts haben. Ein pensionierter Professor, der schon mehrere Jahre vergeblich versucht hatte, seine Firma zu finanzieren, erwartete von uns, dass wir es für fünf Prozent der Anteile nochmals versuchen. Das ist natürlich keine Basis für eine Partnerschaft.

Forschung und Unternehmertum unter einen Hut zu bringen ist also die grosse Herausforderung?

Es gilt hier, ein Verständnis für die Relationen und den Beitrag der verschiedenen Parteien zu entwickeln, die sich mit sehr unterschiedlichem persönlichem Risiko an einem solchen Projekt engagieren. Hinter Cellestia stehen auf der einen Seite etwa 20 Jahre Grundlagenforschung, elf Jahre davon an der EPFL. Seit etwa neun Jahren leistet Rajwinder Lehal – zunächst im Rahmen seiner Dissertation, dann als Post-Doc und seit 2014 als Chief Scientific Officer – konkrete Arbeit an diesem Projekt. Diese Historie respektieren wir vom Managementteam und sind froh über den Zugang zu dem daraus resultierenden Wissen. Gleichzeitig muss die Erfinderseite den Gesamtaufwand sehen: An der EPFL wurden über die Jahre etwa fünf Millionen an öffentlichen Geldern investiert. Aber bis ein Produkt auf den Markt kommt, braucht es unter Umständen hunderte Millionen. Und der Weg vom ersten erfolgreichen Experiment im Tiermodell bis zu einem für Menschen zugelassenen Medikament ist weit. Insgesamt ist der Aufwand in der Forschung im Vergleich zu den Entwicklungs- und Marketingkosten unter Umständen marginal und beträgt nur noch wenige Prozent. Und die Entwicklungskosten werden von Investoren aufgebracht, für die sich ein Investment lohnen muss. All diese Faktoren müssen in einer Partnerschaft bedacht und respektiert werden. Mit unserem Team hat das geklappt.

Sie verfügen über langjährige Industrieerfahrung. Was hat Sie am Unternehmertum gereizt?

Für mich liegt der Reiz in der Herausforderung, bahnbrechende Erfindungen in Produkte umzusetzen. Ich sehe mich als Produktentwickler und wollte schon als Student eine Firma gründen. Rückblickend muss ich sagen, dass ich zum Glück erst einmal fast 20 Jahre Berufserfahrung gesammelt habe. Dies ist wichtig, um die Komplexität der Herausforderungen in der Produktentwicklung in Life Sciences und Pharma gut verstehen und einschätzen zu können. Dieser Erfahrungsschatz hilft auch zu wissen, wo das eigene Wissen endet und wann welche Experten hinzugezogen werden müssen, um ein Projekt oder eine Firma erfolgreich voranbringen zu können.

Wie verlief die Inkubation vom ersten Kontakt bis zu Ihrem Einstieg als Mitgründer bei Cellestia?

Der heutige Chief Scientific Officer Rajwinder Lehal und ich waren über einige Jahre hinweg regelmässig miteinander in Kontakt. Zu dieser Zeit war das Projekt aber noch nicht weit genug fortgeschritten für eine Firmengründung. 2014 wurde dann Cellestia gegründet, zunächst von Professor Radtke, Rajwinder Lehal und Maximilien Murone. Im Sommer 2015 trafen wir uns einige Male mit dem Lausanner Forscher- und Gründerteam bei i-net, der Vorgängerorganisation von BaselArea.swiss. Dann ging es recht zügig. In wenigen Treffen konnten wir das Projekt evaluieren und ein gutes persönliches Verhältnis entwickeln, was für mich und meine Partner für einen Einstieg bei Cellestia sehr wichtig war. Wir waren uns schnell einig, es lief quasi per Handschlag. Danach kamen die notwendigen Verträge, und im November waren wir bereits im Handelsregister eingetragen. Unser Anwalt und Mitgründer Ralf Rosenow regelte die Formalitäten. Wir haben uns entschlossen, das Headquarter von Lausanne nach Basel zu verlegen und die Forschungsaktivitäten in Lausanne zu belassen, sozusagen eine transkantonale Partnerschaft.

Warum ist das Headquarter in Basel?

Für uns war das wichtigste Argument für Basel der Zugang zu Talenten und Ressourcen für die Produktentwicklung. Dies ergibt sich aus der Nachbarschaft zu führenden Pharmakonzernen wie Novartis, Roche, Actelion und vielen weiteren Firmen. Dieser Zugang zu erfahrenen Entwicklungsspezialisten ist in Lausanne schwieriger. Hinzu kommt, dass über unseren Mitgründer Roger Meier und weitere Kollegen bereits ein aktives Investoren-Netzwerk in Basel besteht, das Affinität zur Branche und zum Standort Basel mitbringt. Diesen Zugang hatten wir zu Beginn in Zürich oder Genf noch nicht. Mir persönlich gefällt auch die Arbeits- und Lebensqualität in Basel. Die Stadt ist übersichtlich und trotzdem international, mit einem vielfältigen Kulturangebot. Zudem hat der Flughafen Basel hervorragende Verbindungen – man befindet sich in der Mitte Europas und ist in nur ein bis zwei Flugstunden praktisch überall in Europa, in London, Berlin oder Barcelona. Für Lausanne spricht das herausragende akademische Umfeld mit EPFL und dem Swiss Institute für Experimental Cancer Research. Auch hier gibt es ein hervorragendes Umfeld für Start-up-Unternehmen, allerdings aus unserer Sicht eher in ingenieurwissenschaftlichen und technischen Disziplinen oder Medizintechnik. Jedes Jahr werden viele Firmen an der EPLF gegründet, das Innovationspotential ist enorm. Allerdings ist Cellestia die erste Firmengründung aus der EPFL, die ein Medikament in die klinische Entwicklung bringt. Wir sind froh, über den nun etablierten Ansatz mit zwei Standorten die positiven Elemente beider Regionen vereinen zu können.

Welche Voraussetzungen waren denn entscheidend, dass es schliesslich zur Zusammenarbeit und Firmengründung kam?

Es hat eigentlich von Anfang an alles gepasst. Zunächst einmal muss die persönliche Atmosphäre zwischen den beteiligten Persönlichkeiten stimmen. Dies war auch die Grundlage, um eine für alle Mitgründer faire Übereinkunft im Verständnis der Bewertung und Zuteilung der jeweiligen Anteile an der Firma zum Zeitpunkt der Gründung zu finden. Auf der anderen Seite war es natürlich zentral, dass die inhaltliche Prüfung des Projekts – sowohl was die wissenschaftlichen Grundlagen als auch was die Qualität der Daten betrifft – und die Prüfung des Patents sowie die Lizenzbedingungen der EPFL positiv waren. Wichtig war uns auch, dass das Risikoprofil überschaubar ist, also eine gute Balance zwischen Innovation und Bezug zu bereits geleisteter Forschung hält.

Wie wird sich Cellestia operativ weiterentwickeln?

Cellestia hat ja schon eine lange Vorgeschichte, beginnend mit den Forschungsaktivitäten an der EPFL. Mit der Managementerweiterung 2015 kamen neben mir weitere Mitgründer hinzu: Dirk Weber als Chief Medical Officer sowie die bereits erwähnten Mitgründer Ralf Rosenow und Roger Meier. Inzwischen beschäftigt Cellestia insgesamt sechs Mitarbeiter. Hinzu kommen zahlreiche Dienstleistungs- und Beratungsmandate, die je nach Bedarf unsere internen Ressourcen ergänzen. Insgesamt schätze ich, dass inzwischen weit über 100 Personen an Cellestia mitwirken, wenn man die externen Dienstleistungen mitberücksichtigt. Wir rechnen damit, dass wir mit dem Fortschritt unseres ersten Projekts in Richtung klinische Entwicklung weiter wachsen werden und das Team weiter ausbauen. Ausserdem möchten wir möglichst bald weitere Produkte in unserer Pipeline entwickeln. Dies wird sicherlich weitere finanzielle Mittel beanspruchen. Ebenfalls wird sich der Verwaltungsrat weiterentwickeln, der mit jeder Finanzierungsrunde erweitert und angepasst wird, um die neuen Investoren angemessen zu repräsentieren. Die Forschungsarbeiten laufen zunehmend über externe Dienstleister, sowie zum Teil weiterhin im Labor von Professor Freddy Radtke an der EPFL. Derzeit setzen wir mit der EPLF neue Rahmenverträge über die weitere Nutzung ihrer Infrastruktur auf. Die Flexibilität dort ist für uns sehr hilfreich.

Was sind die nächsten Meilensteine?

Ein entscheidender Meilenstein ist die Behandlung der ersten Krebspatienten. Wir hoffen, dass wir im Oktober die ersten Patienten behandeln können.

Wie sind die klinischen Studien aufgebaut?

Der Ablauf der klinischen Prüfung von neuen Wirkstoffen ist streng reglementiert. In der Phase-I-Studie wird zunächst die Verträglichkeit des Wirkstoffs geprüft. Hier werden wir Patienten behandeln, bei denen es eine hohe Wahrscheinlichkeit gibt, dass sie an einer Krebsart leiden, bei denen NOTCH eine Rolle spielt. In der darauffolgenden Phase-II-Studie wird die Wirksamkeit unseres Medikaments in verschiedenen Krebsarten erforscht. Hier werden wir Patienten auswählen, bei denen die Aktivierung des NOTCH-Signalwegs mit einem von Cellestia etablierten Diagnoseverfahren nachgewiesen wird. Damit ist ein therapeutischer Nutzen für diese Patienten sehr wahrscheinlich.

Gab es bisher Überraschungen?

Nein, nicht wirklich, weil wir mit allem rechnen. Oder doch, ja, erfreuliche Überraschungen gab es: Wir waren aufgrund vieler Vorarbeiten schon sehr sicher, was den Wirkmechanismus angeht. Jetzt ist es aber nach langen Versuchen endlich gelungen, den exakten Bindungsmechanismus des Wirkstoffs nachzuweisen, was alle vorherigen Untersuchungen voll bestätigte. Dies ist auch die Grundlage dafür, das Programm deutlich auszudehnen. Wir können nun eine Plattform aufbauen, auf deren Grundlage wir neue Wirkstoffe für neue Indikationen generieren können. Ausserdem war es nicht ganz trivial, den Wirkstoff in grossem Massstab in hoher Qualität herzustellen. Dafür waren innovative Schritte nötig, die letztlich zu einem Patent führen.

Haben Sie schon die nächsten fünf Jahre vor Augen?

Wir sind sehr optimistisch, was unsere Erfolgsaussichten für Cellestia angeht und planen etwa zwei Jahre im Detail voraus. Natürlich haben wir auch einen Plan für die gesamte Entwicklung über fünf Jahre hinaus. Allerdings ändern sich solche Pläne erfahrungsgemäss immer wieder mit den erzielten Resultaten. Das ist auch der Reiz und die Herausforderung in der Medikamentenentwicklung – es lässt sich nicht alles im Detail vorausplanen und man muss flexibel auf neue Ergebnisse reagieren. Dies gilt selbstverständlich auch für eventuelle Rückschläge. Es ist wichtig, hinreichend Reserven zu haben, um diese zu verarbeiten und zu lösen. Dank der erfolgreichen Finanzierungsrunden, die wir im Januar 2017 abschliessen konnten, sind wir in der Lage, schon jetzt mit der Phase I zu beginnen und parallel die weitere Finanzierung in Angriff zu nehmen.

Wer hat bislang in Cellestia investiert?

Die ersten Investoren nach der Einlage des Gründungskapitals waren vor allem viele unserer Berater, also mit der Branche vertraute Experten sowie Privatpersonen, die sich als Investoren im Life-Sciences und Pharma-Sektor engagieren. Etwa ein Drittel der Aktionäre sind Experten aus dem Pharma und Life-Sciences Umfeld. Im Laufe der SEED A-, B- und C-Runde kamen dann auch einige grössere Investments seitens Family Offices hinzu. Der erste institutionelle Investor, die PPF Group, beteiligte sich nach einer ausführlichen Due Diligence, durchgeführt durch Experten der Firma Sotio. Insgesamt konnten wir bislang acht Millionen Franken mobilisieren, um die Produktentwicklung von Cellestia voranzutreiben. In Vorbereitung auf die nächste Finanzierungsrunde sind wir mit privaten Investoren, Venture Funds sowie Pharma-Unternehmen im Gespräch. Wir sind zuversichtlich, gute Partner für die nächste Phase von Cellestia gewinnen zu können. Die richtige Mischung aus Partnerschaft und Finanzierung ist wichtig. Wir brauchen starke Partner an Bord, um unser Medikament Patienten schnell zugänglich zu machen.


Zur Person
Michael Bauer (geboren 1966) ist seit November 2015 CEO bei Cellestia. Er studierte an der Universität Hamburg Chemie und absolvierte von 1994 bis 1997 sein Doktorat in Biotechnologie an der Technischen Universität Hamburg-Harburg. Nach dem Berufseinstieg in der Metabolismus-Forschung bei der Firma Zeneca in England wechselte er 2001 nach Basel zu Syngenta. Dort arbeitete er als Global Regulatory Affairs Manager, im Projekt- und Portfolio-Management. Von 2007 bis 2009 war er als Projektleiter bei Arpida, einer Biotech-Firma im Bereich Antibiotikaentwicklung, tätig. 2009-12 leitete er als Global Program Manager bei Novartis globale Entwicklungsprojekte im Bereich Onkologie und brachte eine Reihe von Produkten in die klinische Entwicklung. 2012-15 war er bei Polyphor Leiter der Klinischen Entwicklung. 

report Invest in Basel region

Salina Raurica kommt voran

16.05.2019

report Innovation

Universität Basel zählt zu innovativsten Hochschulen

14.05.2019

report Invest in Basel region

Roivant sorgt in Basel für Aufsehen

13.06.2017

Mehr als 150 Gäste wollten wissen, wie Vivek Ramaswamy die Zukunft des Gesundheitswesens sieht. Der Gründer von Roivant und fünf anderen Biotech-Unternehmen gab eine pointierte Grundsatzrede und nahm anschliessend an einem lebhaften Podiumsgespräch mit anderen Vertretern von Pharma- und Biotech-Unternehmen teil. Roivant und BaselArea.swiss hatten am 8. Juni gemeinsam Interessierte aus den Life Sciences in die Halle 7 im Basler Gundeldingerfeld geladen. Roivant liess sich kürzlich mit Unterstützung von BaselArea.swiss in Basel nieder.

Das Publikum folgte mit Interesse dem Vortrag des «Wunderkinds», wie das Magazin «Forbes» ihn betitelte. Ramaswamy hat eine Mission. «Wir konzentrieren uns auf vielversprechende Forschung und auf leidenschaftliche Forscher. So verringern wir systematisch Zeit, Kosten und Risiken, bis neue Medikamente auf den Markt kommen», sagte er. Roivant entwickelt Medikamente weiter, die von anderen Pharmafirmen aufgegeben wurden und die irgendwo in der Pipeline steckengeblieben sind. Seine Mittel, um doch noch einen alternativen Weg zum Ziel zu finden: Spitzentalente der Medikamentenentwicklung und aus anderen Wirtschaftszweigen konzentrieren sich in schlanken und dynamischen Strukturen auf die Assets.

Ramaswamy hat nicht nur die Muttergesellschaft Roivant, sondern auch fünf weitere Unternehmen gegründet, die spezifische Medikamente in verschiedenen Therapiegebieten entwickeln: Axovant beschäftigt sich mit Demenz, Dermavant mit der Dermatologie. Myovant konzentriert sich auf die Gesundheit von Frauen, Urovant auf die Urologie, und Enzyvant entwickelt Therapien für Patienten mit seltenen Krankheiten. Diese Unternehmen können auf die gemeinsamen Kapazitäten und Datenbanken zurückgreifen, die Roivant aufgebaut hat. Gleichzeitig entwickeln sie eigene Kapazitäten für ihre spezifischen Themenfelder und Märkte. Ramaswamy ist überzeugt, dass Daten zentral sind, um Medikamente rasch auf den Markt zu bringen.

Ohne Bürokratie in Basel angekommen

Ramaswamy wand in seiner Rede auch ein Kränzchen für Basel. «Hier kommen verschiedene Nationalitäten zusammen, auf der Strasse werden drei verschiedene Sprachen gesprochen.» Basel-Stadt und Basel-Landschaft seien zwar nicht gross, kämpften aber klar in einer Gewichtsklasse über ihrer eigenen. Er verwies auch auf die florierende Biotech-Szene und auf die tief verankerte humanistische Tradition. Ramaswamy dankte zudem den Basler Behörden für die niedrigen Einstiegshürden. «Es gab keine Bürokratie. Es war ein Vergnügen, sich hier anzusiedeln.»

Auf dem Podium diskutierten Vas Narashiman, Global Head of Drug Development und Chief Medical Officer bei Novartis, Jonathan Knowles, Chairman of the board of directors bei Immunocore Ltd, David Hung als CEO von Axovant und Vivek Ramaswamy über die Zukunft des Gesundheitswesens. Die Diskussion wurde von Alethia de Léon von BaselArea.swiss moderiert und vertiefte Themen wie das Sammeln und Teilen von Daten. Dabei wurden auch heikle Fragen zu den Herausforderungen und Chancen angesprochen, denen die Pharma derzeit gegenübersteht. So könnten Big Data und Biomarker der Branche helfen, Fragen rund um die Produktivität von Forschung und Entwicklung zu klären.

report Life Sciences

Pfizer übernimmt Basler Therachon

09.05.2019

report Life Sciences

Schweizer Biotech-Branche wächst

08.05.2019

report Invest in Basel region

Basel-Landschaft kann neue Unternehmen begrüssen

21.04.2017

Der Kanton Basel-Landschaft konnte in den vergangenen Wochen eine Reihe von Unternehmensansiedlungen verbuchen. Daran hatte BaselArea.swiss einen grossen Anteil.

Die neu in Basel-Landschaft vertretenen Firmen stammen aus einer Reihe von verschiedenen Branchen. So sind sie im Vertrieb medizintechnischer Produkte oder auch der Herstellung diagnostischer Tests tätig. Auch ein Musikgeschäft, eine Kreativagentur und ein Anbieter von Präsentationsobjekten sind neu im Kanton vertreten. BaselArea.swiss hat diese Unternehmen betreut und bei der Ansiedlung unterstützt.

Die Medi-CENT Innovation AG vertreibt von Liestal aus medizintechnische Produkte. Das Unternehmen hat einen Fokus auf die Reparatur von Sonden und kann seinen Kunden zur Überbrückung Mietsonden anbieten. Systeme für die Schmerztherapie und Knochendichtemessung sind weitere Schwerpunkt der Medi-Cent Innovation AG. Die Predemtec AG entwickelt diagnostische Tests, mit denen Risikofaktoren bei demenziellen Erkrankungen bestimmt werden können. Sie ist nun am Standort Binningen vertreten.

Musik Hug hat in Allschwil eine neue Musikwelt eröffnet und bietet dort nun seine breite Palette an Musikinstrumenten an. Zusätzlich befinden sich an dem Standort eine Piano- und eine Blasinstrumentewerkstatt. Die Kreativagentur MJM.CC AG ist auf Produktionen für Preisverleihungen wie den Schweizer Filmpreis und Best of Swiss Web spezialisiert und neu im Dreispitzareal ansässig. Die Achilles Präsentationsobjekte GmbH führt in Allschwil die Geschäfte der KMC Karl Meyer AG fort. Durch diesen Übergang können die bisherigen Kunden nicht nur weiterhin die Beratungs- und Dienstleistungsangebote in Anspruch nehmen, die sie von der KMC Karl Meyer AG gewohnt waren. Sie erhalten zudem Zugang zu einem der grössten Angebote an Ordner- und Präsentationssystemen in Europa.

report Invest in Basel region

EuroAirport – connecting Switzerland to the world

06.05.2019

report Life Sciences

Schweiz glänzt mit Biotech-Start-ups

06.05.2019

report Invest in Basel region

Schweiz bleibt für Firmen attraktiv

05.04.2017

Bern - Im vergangenen Jahr haben sich in der Schweiz ebenso viele ausländische Firmen niedergelassen wie im Jahr zuvor. Die Standortpromotion warb dabei vor allem um innovative Unternehmen mit hoher Wertschöpfung.

Einer Mitteilung der Volkswirtschaftsdirektorenkonferenz (VDK) zufolge haben sich im vergangenen Jahr 265 neue ausländische Firmen in der Schweiz niedergelassen. Dadurch wurden insgesamt 1005 neue Arbeitsplätze geschaffen. Im Jahr zuvor waren 264 Ansiedlungen und 1082 zusätzliche Arbeitsplätze verzeichnet worden

„Mit Blick auf das schwierige wirtschaftliche Umfeld“ spricht die VDK in der Mitteilung von einem „soliden Ergebnis“. Trotz starkem Franken und Unsicherheiten bei den steuerlichen und politischen Rahmenbedingungen könne sich „der Standort Schweiz im internationalen Umfeld offensichtlich behaupten“.

Der gleichzeitig veröffentlichten Übersicht zufolge bildeten die Life Sciences mit 60 Unternehmen den Spitzenreiter bei den Neuansiedlungen, gefolgt von 52 Unternehmen aus der ICT-Branche. Jeweils 23 Neuansiedlungen kamen aus den Bereichen Handel und Rohstoffe sowie Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie. Insgesamt 18 der neuen Firmen sind in der Finanzbranche tätig, zwölf arbeiten im Bereich Cleantech und Greentech.

In diesem und den nächsten Jahren will die von der Steuerungsgruppe Landesmarketing (SG LM) geführte Standortpromotion des Bundes und der Gemeinden Switzerland Global Enterprise vermehrt um Firmen in Schlüsselindustrien werben. In den wichtigen Märkten Deutschland, Frankreich, Italien, Russland, USA, Japan, Indien, China, Grossbritannien und Brasilien kann sich die Schweiz dabei auf die Zusammenarbeit mit den Swiss Business Hubs (SBH) an den Schweizer Botschaften stützen. hs

report Invest in Basel region

Basler Wirtschaft ist stark unterwegs

03.05.2019

report Invest in Basel region

Welcome to the Basel region: Cerdia

30.04.2019

report Invest in Basel region

Schweizer zählen zu den glücklichsten Menschen

20.03.2017

Die Schweiz gehört laut dem neuesten Weltglücksbericht zu den vier glücklichsten Ländern weltweit. Bei der Studie werden unter anderem das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf und das Vertrauen in die Regierung und Unternehmen berücksichtigt.

Die Schweiz hat es beim diesjährigen Weltglücksbericht auf den Platz vier geschafft. Sie zählt damit zusammen mit Norwegen (Platz eins), Dänemark (Platz zwei) und Island (Platz drei) zu den Ländern mit den glücklichsten Menschen weltweit. Die Autoren des Berichts weisen jedoch darauf hin, dass der Unterschied zwischen den vier Ländern an der Spitze sehr gering ist. Somit ändert sich die Reihenfolge bei den Spitzenplätzen jedes Jahr ein bisschen. Im Jahr 2015 lag die Schweiz etwa auf Platz eins.

Zu den besten 20 Ländern gehören unter anderem auch Finnland (Platz fünf), Kanada (Platz sieben), Israel (Platz elf), Costa Rica (Platz zwölf), die USA (Platz 14) und Deutschland (Platz 16). Am untersten Ende der Skala befindet sich die Zentralafrikanische Republik.

Für den Bericht haben internationale Forscher insgesamt 155 Länder untersucht. Bei der Auswertung werden sowohl Länderdaten als auch die Ergebnisse von Befragungen zur Selbstwahrnehmung der Einwohner berücksichtigt. Verglichen werden beispielsweise Faktoren wie das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, die durchschnittliche Lebenserwartung sowie das Vertrauen in die Regierung und Unternehmen bezüglich Korruption. Es wird jedoch auch in Betracht gezogen, wie frei sich Menschen bei grundlegenden Entscheidungen bezüglich ihres eigenen Lebens fühlen oder wie grosszügig sie bei Spenden sind.

 

report BaselArea.swiss

How Accenture hacked a hospital

11.04.2019

report Invest in Basel region

Mirum Pharmaceuticals makes an entrance to Basel

09.04.2019

report Invest in Basel region

Basel besticht mit Lebensqualität

14.03.2017

Basel gehört zu den zehn Städten, die weltweit die höchste Lebensqualität aufweisen. Dies zeigt die neue Städterangliste vom Beratungsunternehmen Mercer, bei der Basel 2017 zum ersten Mal bewertet wurde.

Der Einstieg von Basel beim weltweiten Index für Lebensqualität von Mercer war ein Erfolg. Ausländische Arbeitnehmer haben der Stadt hervorragende Noten gegeben. So teilt sich Basel gemeinsam mit Sydney den Platz zehn auf der Rangliste. Den ersten Platz belegt in diesem Jahr erneut die Stadt Wien, gefolgt von Zürich. Platz drei erhält das neuseeländische Auckland und Platz vier München. Mit Genf (Platz acht) und Bern (Platz 14) schaffen es auch zwei weitere Schweizer Städte unter die besten 20.

Insgesamt wurden im Rahmen der Studie 231 Grossstädte miteinander verglichen. Zur Beurteilung der Lebensqualität in den einzelnen Städten wurden 39 Kriterien in Betracht gezogen. Zu diesen zählen unter anderem politische, soziale, wirtschaftliche und umweltorientierte Aspekte. Beachtet werden jedoch auch Faktoren wie Gesundheit oder Bildungsangebote.

Eine wichtige Bedeutung wird weiter der Infrastruktur zugemessen. Dazu zählen beispielsweise die Wasserversorgung, Kommunikations- und Postdienstleistungen, der öffentliche Nahverkehr und die Verfügbarkeit von internationalen Flügen. Diesem Kriterium wurde ein eigenes Ranking gewidmet. Hier belegt Basel zusammen mit Bern den Platz 23. Zürich belegt gemeinsam mit Vancouver den Platz neun. Angeführt wird die Rangliste von Singapur.

Die jährliche Städterangliste von Mercer soll unter anderem multinationalen Unternehmen beim Vergleich von unterschiedlichen Standorten helfen.

report BaselArea.swiss

BaselArea.swiss in der SRF Tagesschau

03.04.2019

report Invest in Basel region

Lonza plant im Stücki Park neue Arbeitsplätze

29.03.2019

report Invest in Basel region

Roivant Sciences gründet Hauptsitz in Basel

19.12.2016

Basel - Das Biopharmazie-Unternehmen Roivant Sciences wird zukünftig weltweit von Basel als neuem Hauptsitz aus operieren. Gleichzeitig ziehen auch Partnerunternehmen nach Basel. Roivant und seine Partnerunternehmen wurden von BaselArea.swiss unterstützt.

BaselArea.swiss hat Roivant und seine Partnerunternehmen bei der Standortevaluierung und Ansiedlung unterstützt. Die Standortpromotionsorganisation der Nordwestschweiz begrüsst die neuen Unternehmen in der Region. Sie freut sich, dass solche spannenden und schnell wachsenden Firmen Basel für ihren Hauptsitz gewählt haben. „Die Zielsetzung von Roivant besteht darin, bei der Entwicklung neuer Medikamente für Patienten Zeit und Kosten zu reduzieren“, wird Vivek Ramaswamy, Gründer der Firmengruppe Roivant, in der Ankündigung zur Etablierung des neuen Hauptsitzes zitiert. „Wir sind der Überzeugung, dass dieser Standort im Zentrum der Talente und Pharmainnovationen Europas zu diesem Ziel beiträgt.“ Roivant Sciences hat sich auf den Abschluss der Spätphase der Entwicklung von Medikamenten spezialisiert. Dazu arbeitet Roviant unter anderem mit Eisai, GlaxoSmithKline und Takeda Pharmaceuticals zusammen. Zu den Interessensbereichen von Roivant zählen Neurologie, Onkologie, Endokrinologie, Dermatologie und Hepatologie.

Gleichzeitig mit Roivant planen auch Partnerunternehmen, ihren Hauptsitz nach Basel zu verlegen. In der Mitteilung wird darunter die Axovant Sciences Ltd. genannt. Das Biopharmazie-Unternehmen ist auf die klinische Phase bei der Entwicklung von Medikamenten gegen Demenzkrankheiten spezialisiert. Das Unternehmen beabsichtige, in Basel „eine vollständig integrierte Organisation aufzubauen, welche weltweit wirtschaftliche und medizinische Strategien, Herstellung und Lieferkette, geistiges Eigentum und weitere Firmenfunktionen verwaltet“, wird Mark Altmeyer, Präsident und Chief Commercial Officer von Axovant Sciences, in der Mitteilung zitiert. „Unsere Präsenz in Basel bedeutet den Zugang zu einem erstklassigen Talentpool, der für unseren weiteren Erfolg entscheidend sein wird.“ hs

report Life Sciences

Polyneuron nimmt 22,5 Millionen Franken ein

28.03.2019

report Invest in Basel region

Forbes kürt BLKB zur besten Bank der Schweiz

25.03.2019

report ICT

Dr. med. App – Digitale Transformation in den Life Sciences

30.11.2016

Die Zukunft gehört den datengetriebenen Therapieformen. Der Standort Basel nimmt die Herausforderung an und investiert in die sogenannte Precision Medicine.
Ein Text von Fabian Streiff* und Thomas Brenzikofer, erstmals erschienen am Freitag, 14. Oktober 2016 in der NZZ Verlagsbeilage „Swiss Innovation Forum“

Nun also auch die Life Sciences: Google, Apple und andere Technologie-Giganten haben den Gesundheitsmarkt entdeckt und bringen neben ihrer IT-Expertise viele Milliarden an Risikokapital mit. Völlig neue, datengetriebene und personalisierte Therapieformen – in einem Wort: Precision Medicine oder kurz PM – versprechen den Gesundheitssektor auf den Kopf zu stellen. Und wo es Veränderung gibt, da gibt es viel zu gewinnen. Zumindest aus Sicht der Investoren.

Anders sieht dies aus Sicht von Big Pharma aus. Für sie steht einiges auf dem Spiel. Gemäss Frank Kumli von Ernst & Young sind die Eintrittshürden bisher relativ hoch: «Wir bewegen uns in einem stark regulierten Markt, da dauert es länger bis Innovationen aufgenommen und durchgesetzt werden können.» Aber auch Kumli ist überzeugt, dass die Richtung vorgegeben ist und die Digitalisierung voranschreitet. Doch sieht er mehr Chancen als Gefahren: Die Schweiz und insbesondere Basel sei hervorragend positioniert, hier eine führende Rolle zu übernehmen. Mit der Universität Basel, dem D-BSSE der ETH, der FHNW, dem FMI und dem Universitätsspital Basel verfüge der Standort über starke Forschungsakteure. Zudem wird die gesamte Wertschöpfungskette in der Region abgedeckt, von der Grundlagenforschung, angewandten Forschung und Entwicklung, Produktion, Marketing und Vertrieb bis hin zu den Regulatory Affairs sowie entsprechenden IT-Kompetenzen. Zu den wichtigsten Treibern der digitalen Transformation hin zur Precision Medicine gehören digitale Tools, die ein Echt- zeit-Monitoring von Patienten – sogenannte Feedback Loops – ermöglichen. Die Kombination solcher Daten mit Informationen aus klinischen Tests und Genanalysen sind der Schlüssel zu neuen biomedizinischen Erkenntnissen und damit zu Innovationen.

Landesweit einheitliche Datenorganisation
Ähnlich wie im 16. Jahrhundert die Erfindung des Mikroskops das Feld zur modernen Medizin eröffnete, werden Daten und Algorithmen die Basis liefern, den künftigen Patienten sehr viel präzisere und kostengünstigere medizinische Lösungen und Therapien anbieten zu können. Derzeit besteht die Krux jedoch noch darin, dass die Daten an verschiedenen Orten in unterschiedlichen Formaten und meist in geschlossenen Systemen vorhanden sind. An diesem Punkt setzt das Projekt unter Leitung von Professor Torsten Schwede am Swiss Inrecistitute of Bioinformatics (SIB) an.

Im Rahmen der nationalen Initiative «Swiss Personalized Health Network» soll von der Leitungszentrale im Stücki Science Park Basel aus eine landesweit einheitliche Datenorganisation zwischen Universitätsspitälern und Hochschulen aufgebaut werden. Der Kanton Basel-Stadt hat eine Anschubfinanzierung für das Projekt bereits beschlossen. Durch die Standardisierung von Datenstrukturen, Semantik und Formaten zum Datenaustausch dürfte die klinische Forschung in der Schweiz – sowohl an Hochschulen sowie in der Industrie – deutlich an Qualität und Attraktivität gewinnen. An Interesse auf der Basis solcher klinischer Daten zu forschen und neue Geschäftsideen zu entwickeln, mangelt es nicht. Dieses zeigte sich anlässlich von Day One, einer von der Innovationsförderung und Standortpromotion BaselArea.swiss mitgetragenen und von der Precision Medicine Group Basel Area organisierten Workshop-Veranstaltung anlässlich der Basler Life Science Week.

Über 100 Experten fanden sich ein, um über zukünftige Geschäftsmodelle zu brüten. Insgesamt 14 Projekt- und Geschäftsideen wurden dabei näher in Betracht gezogen. Diese reichten von der Automatisierung der bildgestützten Diagnose über die Entwicklung von Sensoren in Wearables bis hin zu Smartphone-Apps zur besseren Involvierung von Patienten in den Therapieprozess.

Auch Big Pharma ist dabei
«Die Diversität der Projektideen war erstaunlich und zeigt, dass die Schweiz ein guter Nährboden sein kann für den nächsten Innovations- schritt in der Biomedizin», sagt Michael Rebhan von der Novartis und Founding-Mitglied der Precision Medicine Group Basel Area über- zeugt. Darauf will die Precision-Medicine-Initiative jetzt aufbauen: «Trotz der Innovations- kraft, die wir in den einzelnen Disziplinen sehen, kommt Precision Medicine insgesamt nur lang- sam voran. Die Fortschritte sind in ihrer Gesamtheit noch unzureichend, weshalb wir enger zusammenarbeiten und unsere Anstrengungen integrieren müssen. Es braucht deshalb eine Plattform, wo Experten aus verschiedenen Disziplinen zusammenkommen», ist Peter Groenen von Actelion, ebenfalls Mitglied der Precision Medicine Group Basel, überzeugt.

Das Interesse der Industrievertreter an einem Open Innovation Hub mit einem Precision Medicine Lab als zentralem Bestandteil ist denn auch gross. Hier sollen die Projekte der Stake- holder in einem offenen und kollaborativen Umfeld vorangetrieben werden können. Darüber hinaus soll der Hub Talente und Projektideen von ausserhalb der Region Basel anziehen. Das neuartige Innovationsökosystem rund um Precision Medicine steht noch am Anfang. In einer Pilotphase sollen anhand erster konkreter Anwendungsfälle die Funktionen und Dimensionen des PM Hubs präzisiert werden, um danach die richtigen Partner für den Aufbau des gesamten Hubs zu identifizieren.

Die digitale Transformation voran mitgestalten
Die vielversprechendsten Projekte finden schliesslich Zugang zu einem Accelerator-Programm, wo sie weiter beschleunigt werden und in den bestehenden Innovationsinfrastrukturen wie Basel Inkubator, Technologiepark Basel oder Switzerland Innovation Park Basel Area zu einem Unternehmen reifen können.

Fazit: Die Region Basel schafft die Voraussetzungen, die digitale Transformation in den Life Sciences an vorderster Front mitzugestalten und damit diesen wichtigen Industriezweig für die Schweiz weiter auszubauen sowie für die Ansiedlung neuer Unternehmen attraktiv zu halten.

 

* Dr. Fabian Streiff leitet die Standortförderung des Kantons Basel-Stadt.

report Invest in Basel region

SpiroChem geht Partnerschaft mit britischer Domainex ein

20.03.2019

report Life Sciences

Axovant bietet Stammaktien an

14.03.2019

report Invest in Basel region

BaselArea.swiss welcomes Biopharmaceutical Company Ultragenyx

06.07.2016

BaselArea.swiss Economic Promotion is pleased to announce that Ultragenyx, a biopharmaceutical company focused on the development of novel products for rare and ultra-rare diseases based in the San Francisco Bay Area, California, is opening their European headquarters in the city of Basel, Switzerland. Stefano Portolano, M.D., has been appointed Senior Vice President and head of Ultragenyx Europe. In this role, Dr. Portolano will be responsible for building and leading the Ultragenyx commercialization efforts across Europe and developing the company's European organization.

«Ultragenyx selected Basel as our European headquarters because of the area’s thriving life sciences community, accessibility to the rest of Europe, business-friendly environment and strong international talent pool,» said Dr. Portolano. «On behalf of Ultragenyx, I would like to thank the team at BaselArea.swiss for their partnership throughout this process, as they have been invaluable as we look to establish our European presence and help bring promising therapies to patients throughout the region. We are focusing on key hires to establish necessary capabilities so that we are ready to launch if we receive approval, and we are confident we will be able to find and attract key talents in Basel».

Dr. Portolano brings over 20 years of experience in the biopharmaceutical industry, in medical, commercial and general management roles in both Europe and the United States. He has worked both on pre-launch and launches of products for rare diseases, both at Genzyme and Celgene. Before joining Ultragenyx, he spent ten years at Celgene Corporation in increasing leadership roles, most recently as Vice President of Strategy & Commercial Operations, EMEA. Prior to Celgene, he worked at Genzyme for eight years. Dr. Portolano received his M.D. degree from Federico II University in Napoli, Italy. He completed his postdoctoral fellowship and served as Adjunct Assistant Professor of Medicine at the University of California at San Francisco.

About Ultragenyx
Ultragenyx is a clinical-stage biopharmaceutical company committed to bringing to market novel products for the treatment of rare and ultra-rare diseases, with a focus on serious, debilitating genetic diseases. Founded in 2010, the company has rapidly built a diverse portfolio of product candidates with the potential to address diseases for which the unmet medical need is high, the biology for treatment is clear, and for which there are no approved therapies.

The company is led by a management team experienced in the development and commercialization of rare disease therapeutics. Ultragenyx’s strategy is predicated upon time and cost-efficient drug development, with the goal of delivering safe and effective therapies to patients with the utmost urgency.

The company's website for more information on Ultragenyx

About BaselArea.swiss
BaselArea.swiss is responsible for the international promotion of the economic region of Basel, Switzerland. In a joint effort, the economic promotion agencies of the Swiss cantons of Basel-Stadt, Basel-Landschaft, and the Jura support expansion and relocation projects of foreign companies, and offer consulting services to entrepreneurs and startups. The identification and procurement of suitable real estate and properties for international and national companies is an important service of BaselArea. BaselArea’s consulting services for interested parties are provided free of charge.

report Invest in Basel region

Erste Blockchain Professur der Schweiz an der Universität Basel

21.02.2019

report Life Sciences

Axovant-Ausgliederung erwirbt Rechte an Epilepsiepräparat

19.02.2019

Cookies

BaselArea.swiss verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewähren. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu.

Ok