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Innovation Events

event Innovation

Innovation Lounge «Le Tout Connecté»

Datum: 06.03.2018

Ort: Cinémont, Rue Emile-Boéchat 85, 2800 Delémont

BaselArea.swiss, Creapole SA et Raiffeisen Suisse ont le plaisir de vous inviter à l’événement « Innovation Lounge » qui aura lieu le 6 mars 2018 à Delémont.
 
Cette manifestation vous amènera, grâce à des impulsions visionnaires, à découvrir de nouvelles voies dans l’innovation et plus particulièrement dans la PME de production connectée et les données de production sécurisées. Cette rencontre s’adresse aux entrepreneurs, patrons de PME et décideurs qui sont intéressés par l’innovation et la thématique « Le Tout Connecté ».
 
Venez nombreux chercher et échanger de nouvelles idées lors de cette
deuxième édition.

 
Programme

17:30  Accueil des invités
18:00 Ouverture par
M. Domenico Scala
Président, BaselArea.swiss
18:10 Introduction par
M. Patrik Gisel
Président de la Direction, Raiffeisen Suisse
18:20 Impulsion sur la PME de production connectée
M. Raphaël Müller
Senior Consultant Industrial Solutions, Brütsch/Rüegger Outils SA
18:40 Impulsion sur les données de production sécurisées
M. René Fell et M. Frans Imbert-Vier
Président, VIGISWISS / Directeur, UBCOM SA
19:00 Table ronde et débat avec les intervenants
19:45 Apéritif dînatoire et réseautage

Modération par M. Gaetan Vannay, COO Securaxis, Conférencier.

 
La connectivité des objets et des machines est devenu, au cours de ces dernières années, un phénomène croissant dans le monde de l’industrie. Les chaînes de production et de valeur se connectent, les entreprises toutes entières traitent des milliers de données. L’industrie 4.0 plonge les entrepreneurs dans des questionnements liés aux opportunités que cela représente, au gain de temps et d’efficacité que cela permet, au retour sur investissement mais également à un risque en terme de sécurité des données. Le secteur des PME de production dans les domaines de la microtechnique, de la machines-outils et les sous-traitants sont concernés par ces questions, tout autant que les PME des autres domaines d’activités. Les intervenants nous apporteront une vision concrète et pratique sur ces sujets et les préoccupations qui y sont liées.
 
L’inscription est gratuite mais obligatoire jusqu’au 05 mars 2018. Les places sont attribuées selon leur ordre d’arrivée.

 

event BaselArea.swiss

S.C.O.R.E© Sales Seminar for Entrepreneurs

Datum: 03.09.2019

Ort: Switzerland Innovation Park Basel Area AG, Gewerbestrasse 24, 4123 Allschwil

event Life Sciences

Life Sciences workshops - Valuation from a start-up perspective

Datum: 07.02.2019

Ort: Switzerland Innovation Park Basel Area AG, Gewerbestrasse 24, 4123 Allschwil

Innovation Report

report BaselArea.swiss

Roivant wird mit 7 Milliarden Dollar bewertet

14.11.2018

Basel - Das Basler Pharmaunternehmen Roivant Sciences hat bei einer Finanzierungsrunde 200 Millionen Dollar eingenommen. Damit wird der Konzern nun auf einen Wert von 7 Milliarden Dollar geschätzt.

An der aktuellen Finanzierungsrunde haben sich einerseits alle bestehenden institutionellen Investoren beteiligt, wie es in einer Medienmitteilung von Roivant Sciences heisst. Das Basler Pharmaunternehmen konnte zudem mehrere neue Investoren begrüssen. Dazu gehören auch NovaQuest Capital Management und RTW Investments. Die neuen Investoren hatten an dieser Finanzierungsrunde, bei der Roivant 200 Millionen Dollar eingenommen hat, eine führende Rolle inne. Die Finanzierungsrunde läuft noch weiter und wird erst Anfang Dezember geschlossen. Mit den bisherigen Einnahmen wird Roivant Sciences nun mit circa 7 Milliarden Dollar bewertet, wie es in der Mitteilung heisst.

Seit der bislang letzten Finanzierungsrunde von Roivant im vergangenen Jahr konnte die Zahl der Produktkandidaten von 14 auf 34 erhöht werden. Die Anzahl der Einzelfirmen im Konzern stieg von sechs auf 14. Die Zahl der Beschäftigten bei Roivant und allen Tochterfirmen nahm von weniger als 350 auf mehr als 750 zu. Und die Tochterfirma Enzyvant konnte einen Zulassungsantrag für eine regenerative Therapie bei der amerikanischen Zulassungsbehörde Food and Drug Administration (FDA) einreichen.

Für das kommende Jahr erwartet das Basler Unternehmen wichtige Daten aus sechs klinischen Phase-3-Studien. Zudem sollen 2019 von Roivant Health neue Firmen gegründet werden. Diese Tochtergesellschaft wurde im Juni gegründet, um Firmen zu entwickeln, welche innovative Therapien in aufstrebenden Ländern einführen und sich auf die Entwicklung und Vermarktung von neuen Medikamenten mit Hilfe von Technologien konzentrieren. Zudem werden wachsende Umsätze von der im Herbst 2017 gegründeten Datavant erwartet, einem Tochterunternehmen, welches künstliche Intelligenz für die Datenanalyse nutzt, um klinische Tests und damit die Medikamentenentwicklung zu beschleunigen.

Roivant Sciences und seine Tochterfirmen wurden bei der Ansiedlung in Basel von BaselArea.swiss unterstützt. jh

report Life Sciences

GETEC übernimmt Infrapark Baselland

20.11.2018

report Innovation

Universitätsspital bekämpft multiresistente Bakterien

16.11.2018

report Production Technologies

Drei Unternehmer, drei Visionen für die Industrie 4.0

05.11.2018

BaselArea.swiss lud Start-ups und Industrie 4.0-Projekte zur Teilnahme am ersten Industry 4.0 Challenge ein. Eine Jury aus der Branche wählte drei Finalisten aus: Philippe Kapfer von NextDay.Vision, Roy Chikballapur von MachIQ und Dominik Trost von holo|one. In diesem Gespräch erfahren Sie mehr über ihre Beiträge und Ziele. Sie können die Unternehmer am 20. und 21. November 2018 auf der Messe «Industries du Futur» in Mulhouse treffen.

BaselArea.swiss: Welches Problem will Ihr Unternehmen lösen?

Dominik Trost, holo|one: Im Allgemeinen setzen unsere Lösungen «Augmented Reality», d.h. erweiterte Wirklichkeit, ein und bringen das Wissen schnell dahin, wo es gebraucht wird. Das heisst, wir bieten intuitive Wartungsunterstützung an. Dazu zählen holografische Checklisten oder Tools für Rapporte, Remote Assistance in AR für Unternehmen, die elektronische Informationen an Standorte auf der ganzen Welt senden müssen, sowie herkömmliche Videoanrufe. Zudem verwenden wir Hologramme und Animationen als Storytelling-Tools und entwickeln eine App für Design-Zwecke und Präsentationen. Vor allem sind wir bestrebt, alles einfach zu halten: Unsere Apps konzentrieren sich auf einige leistungsfähige Features und können alle über unser browserbasiertes Portal verwaltet werden. Man soll unsere Apps mühelos nutzen können.

Roy Chikballapur, MachIQ: Wir helfen Maschinenbauern und Herstellern, die Performance der Anlagen und Geräte zu steigern. Zu diesem Zweck entwickelte MachIQ eine Software für Maschinenbauer, welche die Kundenbetreuung vereinfacht, die Maschinen überwacht und so die ungeplanten Ausfälle bei den Kunden reduziert. Herstellern bietet MachIQ eine Software an, die den vorausschauenden Support unterstützt sowie nützliche Funktionen für Werksleiter, Kontrolleure und das Wartungsteam kombiniert. Kurz gefasst: Wir erwecken Maschinen zum Leben.

Philippe Kapfer, NextDay.Vision: Next Day Vision vereinfacht die Kommunikation zwischen Herstellern von Maschinen und deren Kunden und macht sie sicherer. Normalerweise sind Verbindungen zwischen zwei Kontakten unsicher und anfällig, denn eine oder sogar beide Seiten müssen die Verbindung öffnen. So werden sie angreifbar. Ausserdem müssen Sie den Workflow in der Regel unterbrechen, um einen Partner zu validieren. Unsere API ist so designt, dass sie Unternehmen dabei hilft, eine integrierte Software zu erstellen. So kann eine Firma ihre Maschine beispielsweise aus der Ferne updaten und den Validierungsworkflow auf Kundenseite direkt integrieren. Dabei muss der Kunde sich auf seinem Smartphone anmelden, indem er von Hand unterschreibt, bevor der Hersteller die Maschine aus der Distanz updaten kann. Das führt zu einem nachvollziehbaren und regelkonformen Prozess.

Wann und warum haben Sie Ihr Unternehmen gegründet?

Philippe Kapfer: NextDay Vision gibt es seit Mitte 2017. Davor habe ich im Rahmen meiner Masterarbeit ein Buch über die Sicherheit von Computersystemen geschrieben. Darin zeige ich, wie sich Windows hacken lässt – Computersysteme von Unternehmen sind leicht von innen angreifbar. Aus Angst vor solchen Angriffen nutzen viele Firmen beispielsweise die Cloud nicht und versuchen, ihre Systeme geschlossen zu halten. In Gesprächen mit Maschinenherstellern und deren Kunden habe ich festgestellt, dass hierfür Lösungen fehlen. Im Zuge der Digitalisierung stellt sich natürlich die Frage, wie wir Verbindungen sicher machen können. Mein Unternehmen liefert Antworten auf diese Frage.

Roy Chikballapur: Als ich bei Schneider Electric in Paris arbeitete, wirkte ich bei der Digitalisierung der industriellen Angebote für verschiedene Unternehmen mit. In Gesprächen mit den Maschinenbauern und Herstellern erfuhr ich, dass sie mit noch viel grundlegenderen Problemen zu kämpfen hatten. So etwa mit der Kundenbetreuung. Es braucht einfach viel zu viel Zeit, die Kunden- und Seriennummern herauszufinden und Sachen zu reparieren. In dieser Zeit stellt die Maschine nichts her und erzielt nur Verluste für das Unternehmen. Die Idee für mein Unternehmen hatte ich 2014, 2016 habe ich dann MachIQ gegründet.

Dominik Trost: Alles begann mit der Präsentation der Microsoft HoloLens: Wir sahen die Präsentation live und wussten, dass AR-Brillen ein grosses Potenzial hatten. Bald erhielten wir das erste Gerät und leiteten viele Workshops mit Unternehmen aus verschiedenen Branchen. Wir erkannten die Vorteile der Technologie sofort. Auch die Unternehmen waren davon überzeugt. Nach der Beurteilung des Marktpotenzials in der Schweiz gründeten wir unser Unternehmen am Ende des Jahres und konzentrierten uns zuerst auf einzelne Vorzeigeprojekte. Wir erkannten schnell, dass ein standardisierter Ansatz den Anforderungen der Unternehmen besser entsprach, aber es gab noch viel zu tun: Dieses Jahr arbeiteten wir fast ausschliesslich an der Entwicklung unserer neuen AR-Plattform, Sphere, die Ende November in Betrieb genommen wird.

Wie haben Sie vom 4 Challenge gehört und warum haben Sie sich beworben?

Dominik Trost: Markus Ettin, Industry 4.0 und Automatization Manager bei der Bell Food Gruppe meinte, wir wären gute Kandidaten für die Industry 4.0 Challenge und sollten uns näher damit befassen. Obwohl wir eher einen internationalen Ausblick haben, war es uns auch wichtig, unsere Technologie in der Region besser bekannt zu machen, deshalb haben wir es gewagt ...

Philippe Kapfer: Für mich war das wie ein Lackmustest. Ich wollte wissen, wie unsere Lösung ankommt. Beim Industry 4.0 Challenge hatte ich die Möglichkeit, mein Projekt von Industrieexperten nochmals bestätigen zu lassen. Gleichzeitig hat mir die Jury bestätigt, dass wir tatsächlich etwas Neues in die Industrie bringen.

Roy Chikballapur: Wie standen mit BaselArea.swiss in Verbindung, weil das Team uns half, aus dem Kanton Waadt nach Basel-Stadt zu ziehen. Sebastien Meunier, der für die Initiative zuständig zeichnet, berichtete darüber auf LinkedIn. So sind wir darauf aufmerksam geworden. Meines Erachtens sind die Diskussionen in der LinkedIn Community von BaselArea.swiss für die Industrie 4.0 relevant, deshalb haben wir uns beworben.

Was bedeutet der Begriff «Industrie 4.0» für Sie und warum halten Sie das Thema für wichtig?

Dominik Trost: Für uns ist Industrie 4.0 die logische Weiterentwicklung der Industrie anhand Tools und Technologien, die verfügbar sind oder entwickelt werden. Wie das 4.0 bereits andeutet, handelt es sich um die industrielle Revolution unserer Generation. Sie steht für Produktivität, Sicherheit und Vernetzung. Unserer Meinung nach bleibt Industrie 4.0 auch in den kommenden Jahrzehnten ein heisses Thema. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, auf den Zug aufzuspringen.

Philippe Kapfer: Ich glaube, dass der Begriff «Industrie 4.0» oft gebraucht wird, um ein neues Produkt oder einen neuen Service zu verkaufen. Oft war die Technologie schon da, wird aber unter dem Titel Industrie 4.0 anders genutzt. Das Label wird global verwendet, wobei jeder darunter verstehen kann, was er will. Für mich bedeutet Industrie 4.0 in erster Linie, dass die Industrie sich weiterentwickelt.

Roy Chikballapur: Ich glaube, da steckt mehr dahinter. Der Fokus scheint heute vor allem auf den Technologien zu liegen, welche die Digitalisierung der Prozesse ermöglichen, auf der Generation nützlicher Daten und Algorithmen, welche die Menschen in verschiedenen Funktionen im Fertigungsbereich ersetzen sollen. Bei MachIQ konzentrieren wir uns jedoch eher auf den Wandel der Geschäftsmodelle, den diese Technologien herbeiführen werden, wenn sie erst einmal grossflächig eingeführt sind. Unseres Erachtens bereiten sich die wenigsten Unternehmen darauf vor. Nehmen wir ein Beispiel: Die meisten Maschinenbauer betrachten den Verkauf von Ersatzteilen und die Erbringung von Wartungs- und Reparaturleistungen als ihr Dienstleistungsgeschäft. Ihre Kunden kaufen aber in Wirklichkeit die Erfahrung von null ungeplanten Ausfällen. Infolge der verbesserten Vernetzung von Maschinen und der Analyse der Betriebsdaten in Echtzeit kann heute Ausfällen vorgebeugt werden.

Maschinenbauer, die das tun, verlieren dann aber einen Teil der Erlöse aus dem Ersatzteilverkauf. Sind sie darauf vorbereitet? Nicht, wenn sie an den herkömmlichen Geschäftsmodellen festhalten. Was wäre, wenn den Kunden ein «Netflix-Vertrag über Ersatzteile und Leistungen» angeboten würde, mit dem sie Betriebszeit kaufen? Was wäre, wenn ein Joghurthersteller seinen Maschinenlieferanten auf der Grundlage der Joghurtbecher bezahlt, die monatlich vom Fliessband laufen? Der Schwerpunkt würde von einem kapitalintensiven Modell auf ein Betriebszeitmodell verlagert werden, auch im Maschinenbau. Das Industrie 4.0-Modell zwingt die Anbieter, mit ihren Kunden, und die Wettbewerber, mit ihren Konkurrenten zusammenzuarbeiten. Unsere Aufgabe besteht darin, alle Parteien in diesem Wandel schrittweise zu begleiten, damit das aktuelle Geschäftsmodell allmählich umgestellt werden kann.

Wo sehen Sie die Entwicklung in der Region?

Roy Chikballapur: Wir haben uns vor allem deshalb für Basel entschieden, weil es im Mittelpunkt der europäischen Maschinenbauindustrie liegt. In einem Radius von 300 km findet sich die grösste Konzentration führender Maschinenbauunternehmen in allen wichtigen Wirtschaftszweigen. Ferner hat uns auch der Fokus des Kantons auf Industrie 4.0 überzeugt. Es gibt noch viele andere Start-up-Hubs in Europa. Sie konzentrieren sich jedoch eher auf Themen wie Fintech, Blockchain oder künstliche Intelligenz. Ich persönlich hoffe, dass sich die Region einem konkreteren, realeren Bereich widmet und sich dabei auf ihre Stärken als Life-Sciences-Hub und als Zentrum der Industrie und Logistik stützt.
Wir würden gern mit mehr Start-ups zusammenarbeiten, die sich dem Thema Industrie 4.0 widmen. So könnten wir unsere Produkte integrieren und umfassendere Angebote bereitstellen. Wir würden auch gern stärker mit grösseren Industrieunternehmen in der Region zusammenarbeiten. Ich bin sicher, dass ein solcher Fokus die Innovation beschleunigen und die Position von Basel als Hub für Industrie 4.0-Hub untermauern würde.

Dominik Trost: Als Softwarehaus mit einem standardisierten Produkt ist unser Ausblick weniger regional als national bzw. von Sprachgrenzen bestimmt. Wenn wir uns die Lage der AR in der Schweiz und in Deutschland ansehen, dann entdecken wir tatsächlich mehr Entwicklungszentren hier als in anderen Ländern, zumeist in Form einzelner Start-ups und Universitätsprogramme. Dennoch gilt AR heute immer noch als experimentelle Technologie, obwohl die Apps einsatzbereit sind und viele Vorteile bringen. Es gibt hier bei Weitem keinen so heftigen Wettbewerb wie in den USA oder in Ostasien. Und das ist sowohl eine Chance als auch eine Warnung.

Welche Pläne haben Sie für Ihr Unternehmen?

Philippe Kapfer: Wir haben aktuell vor allem Kunden im Jura und in der welchen Schweiz. Zusätzlich zu unseren Produkten biete ich auch Trainings und Audits zu Information Security Systemen an. Künftig will ich noch mehr Kapazitäten in die Entwicklung stecken.
Wir peilen sowohl den nationalen als auch den internationalen Markt mit unserer Security Software und API an. Der Cybersecurity-Markt wächst jährlich um zehn Prozent, aber es gibt nicht genügend Leute, die auf diese Entwicklung eingehen können. NextDay.Vision stellt die Software zur Verfügung, die ein Bedürfnis stillt und die es Unternehmen erleichtert, hohe Sicherheitsstandards zu erfüllen. Wir wollen Cybersecurity im Mindset der Industrie verankern. Dazu gehört, dass wir Verbindungen zwischen Kunden und Herstellern ermöglichen, ohne dafür die Datensicherheit zu opfern. Wir sind zuversichtlich, mit unserem Produkt und unserer Vision weiter zu wachsen.

Dominik Trost: Derzeit ist beinahe alles möglich Wir bauen unser Vertriebsnetz aus und werfen auch einen Blick ins Ausland. Wir bewerben unsere Produkte bereits in Deutschland und sehen uns jetzt in anderen Ländern um. Ausländische Wettbewerber werden sicher den europäischen Markt erschliessen, deshalb müssen wir schnell und entschieden handeln. Wir haben ein kompetentes Team aufgebaut und vertrauen der Qualität unserer Produkte, deshalb freuen wir uns darauf, was die Zukunft bringt.

Roy Chikballapur: MachIQ positioniert sich als neutraler, markenunabhängiger Akteur. Unsere Software vernetzt Maschinenbauer mit ihren Endkunden in der Industrie und ermöglicht es, die Leistung deren Anlagen besser zu verwalten. Die Software von MachIQ schafft die Dynamik einer «Daten-Genossenschaft» für Industrie 4.0. Gemeinsame Daten nützen allen im System. Sie werden sicher verwaltet, damit sie nicht die Beziehungen der Unternehmer zu ihren Anbietern und Kunden beeinträchtigen oder die Wettbewerbsdynamik zwischen Konkurrenten verzerren.
Unser Ziel ist es, das «Geschäftsbetriebssystem» einer über Industrie 4.0 vernetzten Welt zu werden. Obwohl viele Firmenchefs noch nicht daran gedacht haben, verstehen sie uns sofort, wenn wir ihnen unsere Vision erklären. Unser Kundenstamm wächst schnell. Deshalb versuchen wir jetzt, unser Team personell zu verstärken und rasch die richtigen Talente einzustellen.

Text: Annett Altvater

report BaselArea.swiss

Baselland unterstützt verstärkt Start-ups

15.11.2018

report Life Sciences

Van Baerle profitiert von Standort Schweizerhalle

13.11.2018

report Production Technologies

«Ich war schon immer eine von wenigen Frauen in der Industrie»

27.09.2018

SOLO Swiss mit Sitz in Pruntrut im Kanton Jura baut seit 1924 Industrieöfen für die Wärmebehandlung von Metallen. Das Familienunternehmen, das weltweit agiert, entwickelt sich im Rahmen der Industrie 4.0. Es steht zunehmend vor der Herausforderung, qualifizierte Mitarbeitende für seine Aktivitäten zu finden, kämpft mit den Folgen des starken Frankens und leidet bisweilen unter der Last der administrativen Vorschriften. Gespräch mit Anne-Sophie Spérisen, Präsidentin und CEO.

BaselArea.swiss: Ich nehme an, dass die Industrie 4.0 ein Entwicklungsschwerpunkt für Sie ist?

Anne-Sophie Spérisen: Ja, natürlich. Industrie 4.0 bedeutet die Erfassung aller verfügbaren Daten zu einer Maschine und deren Umwandlung in Informationen oder «Impulse» für andere Vektoren, die beispielsweise dem ERP (Enterprise Resource Planning) übermittelt werden. Zudem werden Informationen zur vorbeugenden und korrektiven Instandhaltung einer Maschine verarbeitet. Wenn zum Beispiel eine Turbine allmählich reparaturanfällig wird, erhält der Betreiber Warnsignale. Es kann sich auch um Verwaltungsdaten handeln, die dem Steuercockpit übermittelt werden.

Ist das Potenzial für die Industrie 4.0 in Ihrem Unternehmen hoch?

Ja. Alle unsere Maschinen lassen sich vernetzen und alle Informationen über die einzelnen Anlagen können hochgeladen werden. Die Industrie 4.0 ist auch für die Instandhaltung sehr nützlich. Es wäre beispielsweise möglich, einen Kunden in Schanghai mit einer vernetzten Brille auszustatten, damit unsere Techniker in der Schweiz ihm erklären, wie er seine Maschine anhand unserer Anweisungen reparieren kann. Unser Ziel ist es, dass die Industrie 4.0 für unseren Kunden einen echten Vorteil darstellt – für die Fertigung, die Instandhaltung, die Überwachung, die Produktivität der Maschinen und das Steuercockpit.

Wir neigen dazu, alles Mögliche in die Industrie 4.0 hineinzuinterpretieren. Aber worum handelt es sich eigentlich konkret?

Um die Erfassung und die Verarbeitung von Daten auf eine völlig neue Art. In der Industrie 4.0 versuchen wir, neue Technologien und neue Prozesse eben über diese Industrie 4.0 zu vernetzen. Letztlich geht es praktisch darum, neue Produkte und Leistungen zu schaffen. Aus diesem Grund beschäftigen wir seit zwei Jahren einen Ingenieur, der sich nur diesem Projekt widmet, auch wenn er nicht der Einzige bei uns ist, der sich damit befasst. Er muss mehrere Bereiche perfekt beherrschen, Informatik, Datenverarbeitung und neue Technologien (Messfühler, Sensoren) sowie die damit verbundenen Möglichkeiten, denn auf diesem Gebiet gibt es ständig neue Entwicklungen.

Und wie steht es um die Instandhaltung?

Für uns handelt es sich um ein wesentliches Thema. In diesem Bereich bieten wir unseren Kunden individuelle Internetportale an. Sie können aus der Ferne auf ihre Maschinen zugreifen und die Fertigung online verfolgen. Die Maschinen können überall mit Sensoren ausgerüstet werden. Sie generieren relevante Informationen, die der Kunde dann in einer und kohärenten, klaren und für ihn verständlichen Form erhält, je nach Bedürfnis. Wir müssen alle Daten in der Form zur Verfügung stellen, die der Kunde wünscht. Beispielsweise sämtliche Aufzeichnungen bezüglich der Instandhaltung seines Ofens.

Finden Sie die Kompetenzen, die Sie für die Industrie 4.0 brauchen, im Jura?

Nein, das ist nicht so einfach. Es gibt kaum Einrichtungen, die solche Schulungen anbieten. Wir suchen vor allem IT-Fachleute, insbesondere solche, die auf die Industrie 4.0 spezialisiert sind, aber auch die Technik verstehen. Gebraucht werden sowohl IT-Spezialisten als auch Maschinenbau- und Elektroingenieure. Wir sind in einer Region angesiedelt, die sich auf die Mikrotechnik konzentriert. Dies entspricht nicht unserem Geschäftsfeld.

Die Zukunft von SOLO erfordert ...

... die perfekte Beherrschung des Verfahrens, d.h., alles, was sich im Ofen abspielt, und die Steuerung der Maschine. Der Kunde fordert perfekte Teile nach der Behandlung, ohne sie nachbearbeiten zu müssen, und die Garantie, dass sie die immer anspruchsvolleren Qualitätsnormen der Automobil- (CQi9) und der Luftfahrtindustrie (AMS 2750) erfüllen. Die Komplexität der zu behandelnden Teile, innovative Legierungen, neue Fertigungsverfahren für Metallteile (3-D-Druck) ... so sieht unsere Zukunft aus. Das thermochemische Verfahren unserer Maschinen muss perfekt gesteuert werden. Es handelt sich letztlich um die computergestützte und -gesteuerte Metallurgie.

Können Sie weiterhin in der Schweiz herstellen?

Das ist eine Herausforderung. Wir verkaufen nur 20% unserer Maschinen in der Schweiz und exportieren den Rest in die ganze Welt, weil sich unsere Maschinen an Nischenmärkte wenden. Dazu kommen noch der starke Franken und die Schwierigkeit, qualifizierte Ingenieure im Jura zu finden, insbesondere, wenn der Arbeitsmarkt solide ist. Für uns ist das ein echte Herausforderung. Eine weitere Schwierigkeit ist die Komplexität der Normen und Vorschriften, die verwaltungstechnisch zunehmend eine Last darstellen. Gleichzeitig ist es eine Chance für uns, weil uns die Regeln vor der Konkurrenz der Niedriglohnländer schützen, die mit den steigenden Anforderungen nicht mithalten können. Schliesslich ist es auch schwierig, preislich wettbewerbsfähig zu bleiben. Die neuen Technologien verleihen uns jedoch zum Glück die Fähigkeit, unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter zu steigern.

Sind Sie optimistisch?

Ja, ich bin von Natur aus optimistisch, obwohl es im Alltag nicht immer leicht ist. Es gibt so viele Parameter, die sich blitzschnell ändern können. Erfreulicherweise sind die Märkte derzeit stabil. In den meisten Ländern in Europa, in Russland und in Asien verzeichnen wir ein solides Wachstum. Zudem bauen wir qualitativ hochwertige Maschinen, die den Anforderungen unserer Nischenmärkte entsprechen. Schliesslich können wir auf ein motiviertes Team zählen und planen technische Weiterentwicklungen.

Was können Sie zum chinesischen Markt sagen?

Zu Beginn, also in den 1970ern und 1980ern, verkauften wir unsere Öfen an chinesische Einkaufszentralen. Wir arbeiteten auch mit Vertretern in China zusammen. In den 2000er-Jahren sind wir ein Joint Venture mit einem lokalen Unternehmen eingegangen. Und heute betreiben wir eine Fertigungsanlage in Kanton, die rund hundert Mitarbeitende beschäftigt. Das Unternehmen wird von einer Familie geführt, deren Mitglieder Freunde geworden sind. Es war notwendig und sogar unabdingbar, in China selbst herzustellen, vor allem, um an staatlichen Ausschreibungen teilnehmen zu dürfen.

Wie sehen Sie sich als Frau an der Spitze eines Unternehmens?

Das ist kein Problem für mich. Ich fühle mich sehr wohl. Einige Gesprächspartner sind verunsichert, weil eine Frau vielleicht direkter ist als ein Mann. Wir haben den Mut, Fragen zu stellen, wir sind hartnäckiger. Ich war die einzige Tochter und gehörte später immer zu den wenigen Frauen. In der Industrie gibt es kaum welche, was ich bedauerlich finde. In der Unternehmensführung besteht kein Unterschied zwischen einem Mann und einer Frau. Es kommt allein auf den Charakter und die Sensibilität an.

www.solo.swiss

Interview: Didier Walzer

report Life Sciences

T3 Pharmaceuticals erhält begehrten Start-up-Preis

12.11.2018

report Innovation

Swiss Innovation Forum 2018

08.11.2018

report Life Sciences

„Unser Business ist das schönste der Welt“

04.09.2018

Giacomo di Nepi fungiert nach einer Reihe von Führungspositionen in grossen Konzernen derzeit als CEO von Polyphor, einem Biotech-Unternehmen, das er im Mai 2018 zum Börsengang geführt hat. Wir haben mit Giacomo di Nepi über den Dienst am Patienten, das richtige Timing für einen Börsengang und die in einem Biotech-Unternehmen benötigten Personalressourcen gesprochen.

BaselArea.swiss: Was checken Sie zuerst – Ihre E-Mails oder die Aktienkurse?

Giacomo di Nepi: E-Mails und Meetings nehmen im Alltag noch immer den ersten Platz ein. Natürlich verfolge ich die Entwicklung am Aktienmarkt, aber der ist so volatil, dass ich es aufgegeben habe, den Markt kurzfristig interpretieren zu wollen. Natürlich befasse ich mich aber mit seiner Entwicklung und engagiere mich ganz klar dafür, dass die Aktie Wertzuwächse verzeichnet und sich für die Aktionäre auszahlt, ihr Vertrauen und ihr Geld in unsere Ideen, Technologien und unser Team gesteckt haben.

Sie haben in grossen Konzernen gearbeitet, McKinsey, Novartis ... Wie kamen Sie dazu, zu einem Startup wie Polyphor zu wechseln?

Sicher, ich komme von multinationalen Grosskonzernen, aber ich habe auch anderswo gearbeitet, zuletzt bei InterMune, einer kalifornischen Biotech-Firma. Den Betrieb in Europa habe ich aus dem Nichts aufgebaut und das von zuhause. Bei schönem Wetter verlegten wir die Meetings vom Esszimmer in den Garten. Daraus entwickelte sich ein Betrieb mit 200 Mitarbeitenden, der Patienten, die an idiopathischer pulmonaler Fibrose leiden, mit dem notwendigen Arzneimittel versorgt. Bei einem Startup haben Sie die Möglichkeit, alle Dimensionen eines Unternehmens aus einer viel breiteren Perspektive zu betrachten. Deshalb war Polyphor für mich so interessant, aber es gab noch weitere Gründe.

Zum Beispiel ...?

... die grandiose Forschung, die mit Sicherheit grundlegend ist. Polyphor hat die erste neue Klasse von Antibiotika gegen gram-negative Bakterien seit 50 Jahren entdeckt. Das ist eine bahnbrechende Innovation. Antibiotikaresistenz entwickelt sich zu einem Riesenproblem. Es gibt Patienten, die eine Infektion bekommen, mit 20 unterschiedlichen Präparaten behandelt werden und trotzdem sterben. Das darf einfach nicht sein. Bei Lungenentzündungen durch Pseudomonas aeruginosa liegt die Sterberate heutzutage bei 30 bis 40 Prozent. Oder wenn eine Frau an metastasierendem Brustkrebs leidet und schon ihre dritte Chemotherapie durchläuft, dann hat sie nur sehr wenige Therapieoptionen und eine niederschmetternde Prognose. Wir wollen Leben retten und den Patienten mehr Zeit verschaffen. Das macht unser Geschäft für mich zum schönsten Geschäft der Welt. Diese Patienten zu sehen, ist unglaublich berührend.

Also begegnen Sie den Patienten auch?

Natürlich. Vor kurzem nahm ich eine Patientin mit zu Polyphor: eine tolle Frau mit Pseudomonas-Befall, die an den früheren Studien teilgenommen hatte. Sie ist sehr mutig und bereit, um ihr Leben zu kämpfen. Das bewegt und inspiriert uns alle sehr. Sie hat uns von ihren Erfahrungen berichtet, denn ich finde, dass jeder ein Gefühl dafür bekommen sollte, was wir zu erreichen versuchen. Das schliesst auch Mitarbeitende ein, die nicht direkt an der Entwicklung mitwirken und beispielsweise in Abteilungen wie der Buchhaltung arbeiten, wo sie in der Regel nur die Rechnungen für die Studie zu Gesicht bekommen.

Polyphor hat in den letzten Jahren einen Wandel von einem rein forschungsorientierten zu einem forschungs- und entwicklungsorientierten Biopharmaunternehmen durchgemacht. Wie hat die Organisation den Wandel verdaut?

Wenn man von einer Phase in die nächste vorrückt, legt man die Messlatte höher, denn in der Entwicklung dauern Projekte mehrere Jahre, sind sehr komplex und verursachen hohe Kosten. Da gewinnt man eine ganz neue Perspektive. Ich persönlich mag Veränderungen. Für administrative Dinge interessiere ich mich nicht so sehr. Und diese besondere Veränderung war notwendig. Doch noch laufen die Forschungsarbeiten mit dem Schwerpunkt Antibiotika und Immunonkologika auf Hochtouren. Hier wollen wir weiterforschen, um herausragende Verbindungen zu entdecken und aufzubauen.

Basel hat sich in letzter Zeit offenbar zu einem Hotspot für Antibiotika entwickelt.

Viele grosse Unternehmen haben die Antibiotikaforschung vernachlässigt. Doch wie schon das Pascalsche Gesetz sagt: Solche Lücken werden irgendwann geschlossen. Kleinere, unternehmergeführte Unternehmen übernehmen nun weltweit die Führung – und Basel ist hier einer der wichtigsten Standorte. Wir haben ganz eindeutig eine sehr starke Forscherbasis in Basel. Für eine Karriere in der F&E ist Basel meiner Ansicht nach der beste Ort. Und es würde mich nicht überraschen, wenn auch grosse Unternehmen zurückkehren...

Polyphor ist im Mai 2018 an die Börse gegangen, hat 165 Millionen Schweizer Franken eingesammelt und ist an der SIX Swiss Exchange kotiert. Warum war der Börsengang für Polyphor die richtige Lösung?

Wenn man Glück hat, findet man ein Biotech-Unternehmen mit einem Produkt, das nur einen Schritt von der Markteinführung entfernt ist. Wir haben gleich zwei Produkte, die in der Pipeline so weit vorne stehen: Unser Antibiotikum Murepavadin befindet sich nunmehr in Phase III. Daneben haben wir mit der FDA ein Programm ausgehandelt, das uns erlaubt, unser Immunonkologikum Balixafortide mit nur einer einzigen Zulassungsstudie auf den Markt zu bringen. Das versetzt uns in eine einzigartige Lage. Doch diese Studien erfordern eine Menge Kapital. Dank des Börsengangs verfügen wir über die Ressourcen, unsere Produkte zu entwickeln und im Erfolgsfall den Patienten zur Verfügung zu stellen, die sie brauchen. Der Börsengang war ein notwendiges Mittel, betrachtet man das Stadium, in dem sich das Unternehmen befindet.

Welche Bedingungen mussten für den Börsengang erfüllt werden?

Ein IPO ist ein interessantes Unterfangen, in etwa wie eine vollständige körperliche Untersuchung. Die Anleger kennen das Unternehmen nicht und doch wünschen wir uns, dass sie unsere Ideen, unsere Vision und unser Team unterstützen. Also müssen sie uns vertrauen. Um dieses Vertrauen zu gewinnen, müssen wir absolut transparent sein und detailliert erläutern, worum es bei dem Unternehmen geht und welche Chancen und Risiken bestehen. Letztlich waren die Resultate grandios, da unser Börsengang der grösste eines Biotech-Unternehmens in der Schweiz in den vergangenen zehn Jahren war. Und wir zählten zu den Top 3 der letzten drei Jahre in Europa.

Wieviel Einfluss hatte das Timing?

Das Timing ist wichtig, aber nicht entscheidend. Das erste Quartal 2018 war ein sehr gutes für Börsengänge, das zweite war dafür weniger brillant. Im zweiten Quartal wurden ein Dutzend Börsengänge vollzogen. Es kann passieren, dass man einen ausgereiften Börsengang in der Tasche hat, ihn aber nicht realisiert, weil das Timing nicht stimmt. Niemals aber liegt ein unausgereifter Börsengang in der Schreibtischschublade, den man nur realisiert, weil das Timing stimmt.

Wie waren die Reaktionen auf den Börsengang von Polyphor?

Intern sind wir total happy, dass wir darauf hin arbeiten können, den Patienten unsere Arzneimittel zur Verfügung zu stellen. Zugleich sind wir uns sehr dessen bewusst, dass wir eine hohe Verantwortung tragen und sind daher sehr engagiert. Nach aussen hin ist unser Börsengang eine Demonstration der Schweizer – und speziell der Baseler – Fertigkeiten im Pharmabereich. Der Börsengang war ein Moment der Sichtbarkeit, in dem wir die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf uns gezogen haben. Insofern zeigt ein Börsengang, wie investitionsträchtig dieses Geschäft ist. Ich hoffe, es ist ein gutes Zeichen für die gesamte Branche, dass wir in der Lage sind, neue Unternehmen zu gründen, sie zum Erfolg zu führen und den Patienten neue Behandlungsansätze zu bieten.

Warum haben Sie sich für die Schweizer Börse entschieden?

Wir verfügten bereits über einen grossen Stamm an Anteilseignern in der Schweiz, sodass die Entscheidung für den Schweizer Aktienmarkt naheliegend war. Wir waren bekannt. Die Schweiz ist ein grossartiger Markt, ich bin mit der Wahl sehr zufrieden. Ehrlich gesagt frage ich mich sogar, warum die Wahl nicht häufiger darauf fällt. Das Geld ist da, es gibt Investoren, die sich mit Pharmazeutika auskennen und bereit sind, das Risiko auf sich zu nehmen.

Welche Pläne haben Sie für Polyphor in den nächsten paar Jahren?

Unsere Vision ist klar: Wir möchten führend auf dem Gebiet der Antibiotika werden und dazu beitragen, die von multiresistenten Keimen ausgehenden Risiken zu bekämpfen und zu reduzieren. Zugleich möchten wir eine neue Klasse von Immunonkologika voranbringen. Wir entwickeln Third-Line-Therapien für metastasierenden Brustkrebs. Die davon betroffenen Frauen haben nur sehr wenige Behandlungsoptionen. Wir glauben jedoch, dass dieses Arzneimittel das Potenzial hat, noch über diese Patientenpopulation hinaus zu greifen, beispielsweise in früheren Phasen der Brustkrebstherapie und für andere Kombinationen und Indikationen. Damit wären wir sehr viel wettbewerbsfähiger.

Wie gelangen Sie dorthin?

Wir müssen sicherstellen, dass wir über die Organisation und Unternehmenskultur verfügen, die uns ermöglichen, unsere Studien effektiv durchzuführen. Wir möchten sicherstellen, dass die Räder der Unternehmensmaschinerie richtig ineinander greifen und wir über alle benötigten Kompetenzen verfügen.

Was tun Sie, um das zu erreichen?

Die Personalpolitik ist für mich einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für ein Unternehmen – wenn nicht der wichtigste. Daher stecke ich auch einiges an Mühe und Engagement in diese Aufgabe. Ich führe mit Bewerbern durchaus auch zwei oder drei Gespräche. Ich lasse sie auch von ihren zukünftigen Kollegen interviewen. In meiner Zeit bei Novartis habe ich hervorragende Erfahrungen mit jungen Nachwuchstalenten gemacht. Warum? Weil sie über die nötige Veranlagung und Kompetenzen verfügen. Wenig Erfahrung ist vernachlässigbar, denn innerhalb der Organisation gibt es davon genug. In der Biotech-Branche ist das ganz anders. Hier ist es absolut notwendig, Mitarbeitende mit entsprechender Erfahrung einzustellen, da innerhalb des Unternehmens kein anderer darüber verfügt.

Und wie sieht es erst mit dem Kulturwandel aus, wenn man von einem Pharmariesen zu einem kleinen Biotech-Unternehmen wechselt?

Erfahrung allein ist nicht die ganze Wahrheit. Ich habe viele Menschen getroffen, die Erfahrung haben, aber nicht in der Lage sind, eine Fotokopie zu machen, und drei Leute benötigen, die ihnen zuarbeiten, um Ergebnisse zu erzielen. Diese Art von Mitarbeitenden sind auch nicht gut. Ich suche also eher eine Art „schizophrenes Profil“: In der Biotech-Branche brauchen wir Menschen, die über Erfahrung, Kompetenzen und Visionen verfügen, aber zugleich in der Lage sind, die Ärmel hochzukrempeln, praktische Entscheidungen zu treffen und selbstständig zu arbeiten.

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