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Thomas Brenzikofer

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Notizen vom i-net Tech Trend Forum. (Img: i-net)

Notizen vom i-net Tech Trend Forum. (Img: i-net)

04.12.2014

i-net Tech Trend Forum 2014: Innovation an den Schnittstellen

Wie entsteht Neues? Die Antwort lautet normalerweise so: Es gibt ein Problem, findige Forscher ziehen sich in ihre Studienkammer zurück und melden sich dann mit der Lösung. Die Realität sieht jedoch anders aus. Oft findet sich die Lösung zu einem Problem nicht im angestammten Technologiefeld. Vielmehr sind es überraschende, zum Teil auch zufällige Kombinationen von bereits bestehenden Technologien, die den berühmten Heureka-Moment bescheren.

Möglichst viele solcher Aha-Erlebnisse herbeizuführen war auch das Ziel des i-net Tech Trend Forums. Von der gemeinsamen Innovationsförderung der Nordwestschweiz im Frühjahr 2014 initiiert, ging es darum, in einem mehrstufigen Prozess aufzuzeigen, welche technologischen Trends in den nächsten fünf Jahren relevant sein werden, um dann in einem weiteren Schritt, die vorhandenen Kompetenzen zu bündeln, damit diese in der Region auch tatkräftig vorangetrieben werden können.

Rund 50 Unternehmer, Forscher und Wissenschaftler aus den Bereichen Cleantech, Informations- und Kommunikationstechnologie, Life Sciences sowie Nanotechnologie und Medizinaltechnologie folgten der Einladung von i-net. In einer ersten Diskussionsrunde wurden zunächst die massgeblichen Entwicklungen pro Technologiefeld erarbeitet, um dann in einem weiteren Workshop gemeinsam und technologiefeldübergreifend mögliche Verbindungslinien zwischen diesen insgesamt 35 Trends zu ziehen. Die Auswertung der Ergebnisse bildete sodann die Basis für eine genauere Kartografie der künftigen Wachstumspotentiale für die Innovationslandschaft Nordwestschweiz.

Dabei schälten sich einige interessante Verbindungslinien heraus. Ein wichtiger Kulminationspunkt zeigte sich rund um den Trend Big Data. So können etwa aus der Analyse von Patientendaten Rückschlüsse zu Krankheitsrisiken oder -verläufen gewonnen werden, die zur besseren Medikamentenentwicklung sowie in Kombination mit Social Media und Smartphone-Anwendungen auch zu einer wirkungsvolleren Gesundheitsprävention führen können. Ein Trend, der unter dem Stichwort «Quantified Self» bereits erste Blüten treibt.

Big Data, gedruckte Elektronik und intelligente Pflaster
Auf der Hand liegt auch der Zusammenhang zwischen Big Data, Diagnostik und Pharma: So können bereits heute DNA-Analysen für ein paar tausend Franken in wenigen Tagen erstellt werden, was es erlaubt, Medikamente mehr und mehr zu personalisieren. Durch den Einsatz von Nanotechnologie gelingt eine zusätzliche Verfeinerung dieses Ansatzes. So können Nanopartikel eingesetzt werden, um die örtliche Verteilung von Krebszellen genau festzustellen. Wird der Wirkstoff dann zusätzlich in einen Nanocontainer verpackt, kann das Medikament präziser dorthin geführt werden, wo es gebraucht wird, was unerwünschte Nebenwirkungen stark limitiert.

Auch die Kombination von gedruckter Elektronik mit dem Internet der Dinge (IoT) dürfte sich in Zukunft als weites Innovationsfeld entpuppen. Damit kann praktisch jedem Objekt ein Sensor eingebaut werden, der Daten über dieses Objekt und seine Umgebung sendet. Auch hier wird bereits mit ersten Anwendungen in der Medizinaltechnologie experimentiert. Dazu gehören etwa intelligente Pflaster, welche Daten über ihre Träger wie Blutdruck oder Herzschlag an eine Smartphone-Applikation übermitteln.

Ein weiteres Feld, das Kompetenzen in Informatik und Medizinaltechnologie kombiniert, ist die computerunterstützte Chirurgie. So können einerseits durch den Einsatz von Smart Robotic Eingriffe am menschlichen Körper optimiert werden. Andererseits gelingt es, über die Verwendung von 3D-Druckern Implantate und Prothesen auf individueller Basis herzustellen.

Diese Beispiele machen deutlich, wie aus dem Zusammenspiel der verschiedenen technologischen Entwicklungen Innovationen entstehen. Damit diese Kombinatorik zum Tragen kommt, ist der interdisziplinäre Austausch zwischen den verschiedenen Technologiefeldern von essentieller Bedeutung. Die Tatsache, dass in der Region viele Kompetenzen auf engstem Raum zusammenkommen, dürfte in Zukunft mit zum wichtigsten Erfolgsfaktor des Innovationsstandortes Nordwestschweiz gehören. Von zentraler Bedeutung ist es deshalb, diese «natürliche» Ressource durch geeignete Plattformen und Netzwerke weiter systematisch zu fördern.

Entsprechend positiv fällt denn auch das erste Zwischenergebnis des i-net Tech Trend Forums aus. Während die Auswertung der inhaltliche Ergebnisse noch der Verfeinerung bedürfen und im ersten Quartal 2015 erstmals publik gemacht werden, sind sich die Teilnehmer einig: Schon alleine das Zustandekommen eines geführten Dialogs zwischen Unternehmern, Experten und Forschern aus unterschiedlichen Technologiefeldern hat zu manch neuen Einsichten und erfolgversprechenden Kontakten geführt.

Letztlich sollen die Ergebnisse des i-net Tech Trend Forums Innovatoren und Unternehmen eine Art Kompass an die Hand geben, um künftige Investitionsschwerpunkte und Wachstumsgebiete in unserer Region zu entdecken und damit neue Innovationspotenziale zu erschliessen.

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